Der Winter ist da! Schnee säckeweise. Sogar in unserer Stadt hat’s geschneit. Bescheiden nur, dass ich für diese Handvoll Schnee nicht einmal den Bürgersteig bekehren musste, aber doch so viel, dass den immergrünen Kunststoffrasen im Garten eine zarte weiße Flöckchenhaube bedeckt.

Zeit also, nach den Weihnachtstagen wieder vor die Tür zu gehen. Voll beschichtet mit Unterwäsche, Mittelpullover, Drüberpullover, Fleecepulunder, Filzsakko und der dreifach befliesten (oder heißt es doch befleecten) handgeklöppelten und von innen und außen schneedicht beschichteten Winterjacke. Die Wanderschuhe nicht zu vergessen! Und die Mützen! Und die … Ach, ihr wisst schon.

Frieren geht also anders, wandern übrigens auch. Der Schnee macht’s möglich. Wer im Sommer lieber rast denn schlendert, wird im Winter eines Besseren belehrt. Behutsames Vorantasten ist manchmal angesagt, um dann auf glatter Fahrbahn richtig Zunder zu geben. Mitgenommen hatte ich die Gehhilfen, zwei Wanderstöcke also, die in manchen Passagen gute Dienste leisten, weil sie Sicherheit vorgaukeln vermitteln.

Als Winterwanderweg suchte ich mir den rund 10 Kilometer langen »Traumpfad Bergheidenweg« nahe am Nürburgring bei Arft in der Eifel aus. Warum? Weil er über weite offene Flächen führt, die Heidegebiete, auf denen sich Schnee so richtig schön breitmachen kann. Unterbrochen wird die Tour – die ich diesmal am kleinen Parkplatz beim Konrad-Adenauer-Denkmal startete (an der L10 liegt der Parkplatz rund 500 Meter vor dem eigentlichen Startplatz an der Wintersportanlage, wenn man von der B412 kommt), damit ich die Schleife um den Rasberg gleich zu Beginn absolviere und zum Abschluss den Dr.-Heinrich-Menke-Park habe – durch den Abstieg ins Nettetal und das anschließende Schluchtental. Beides schattiger als auf der Höhe, aber dafür durch die rasch fließende Nette und den Selbach mit einer eigenen Atmosphäre verbunden.

Für die Wanderung brauchte ich durch den stellenweise tiefen Schnee natürlich länger als sonst, dafür sparte ich die Sitzpausen ein. Am Wochenende war der Bergheidenweg sichtbar gut besucht. Das hatte den Vorteil, dass ich trotz des in der Nacht zuvor frisch gefallenen Schnees in einer gepressten, aber nicht glatten Spur wandern konnte. Eis knirschte nur auf Höhe des Selbachs, also beim Aufstieg aus den Nettetal, unter meinen Füßen, ansonsten war selbst beim steilen Abstieg nach Netterhöfe der gesamte Bergheidenweg gut gehbar – Wanderschuhe mit guter Profiltiefe und rutschfester Sohle natürlich vorausgesetzt. Am kommenden Wochenende wird es vermutlich wieder voll sein, doch am Dienstag begegneten mir nur wenige Wanderer oder Spaziergänger.

Wer eine genaue Beschreibung aller Traumpfade lesen möchte, greife zu meinem Wanderführer Unterwegs auf den Traumpfaden. Das Buch ist im Verlag PublicPress erschienen und im Buchhandel oder auch bei Amazon erhältlich.

Worauf also warten – schöner wird es nicht. ;-) Die Fotos geben einen Eindruck von einem wunderbaren Wanderung.

Schlenderer

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... wandert nicht nur in den Regionen um das Rheintal, sondern auch andernorts - und berichtet darüber in seinem Blog Schlenderer. Schreibt fantastische, erotische und kriminelle Geschichten. Ist Paper&Pen-Rollenspieler der ersten Stunde - und riskiert noch heute gern sein Leben am Spieltisch.
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