Schreib doch mal einen Gastbeitrag über unsere Fahrradtour, meinte der beste aller Ehemänner. Entsetzen machte sich auf meinen Gesichtszügen breit. Schreiben – ich, das ist so, als wenn Georg meine Stricknadeln schwingen sollte. Aber was soll’s, ich kann es ja mal versuchen. :)

Es soll heiß werden, sehr heiß. Also beschließen wir, früh aufzustehen, um der Hitzewelle zuvorzukommen. Bereits um halb neun sitzen wir auf den Rädern. Ja, eine Radtour soll es zur Abwechslung mal sein. Kein Wandern, dafür ist es uns doch zu warm. Wir entschließen uns wieder für einen der Radwege in der Verbandsgemeinde Weißenthurm. 3 neue Radwege sind dort ausgeschildert worden. Und mit den Kilometern von Neuwied aus genau die richtige Länge für eine kurze, entspannte Morgentour.

Erst einmal müssen wir uns durch die Stadt und über die Brücke quälen, aber sobald wir unten am Rhein in Weißenthurm anlangen, werden wir von einem kühlen Lüftchen begleitet.

Nochmal kurz auf der Karte am Ende von Weißenthurm nachgeschaut und uns über die Streckenführung vergewissert – die Tour 3 soll es sein. Mit einem blass-grünen Symbol versehen, nicht zu verfehlen. Die Strecke ist, bis auf eine Stelle, sehr gut ausgeschildert.

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KurzInfo: Die Tour 3 mit dem Namen “Obstrunde” ist eine von 3 neu ausgewiesenen Routen in der Verbandsgemeinde Weißenthurm. Sie beginnt am Rand von Weißenthurm und führt mit einer Länge von 15 km erst am Rhein entlang nach Urmitz und dann über Feldwege und teilweise Straßen durch Felder und Obstplantagen über St. Sebastian und Mülheim-Kärlich nach Weißenthurm zurück. Sie hat keine nennenswerten Steigungen und ist daher als leicht zu bezeichnen. Ein Flyer informiert über die drei Radwanderwege.

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Bis nach Urmitz geht es jetzt am Rhein entlang. Eine kühlende Brise begleitet uns, und die Schiffe auf dem Rhein tuckern in der Morgenluft dahin.

In Urmitz heißt es, die Abzweigung nicht verfehlen. Wir wenden dem Rhein den Rücken zu und fahren in den Ort hinein. Der Weg führt uns weiter in Richtung St. Sebastian. Es geht immer durch die Felder, keine merklichen Steigungen, bei dem Wetter sehr angenehm zu fahren. Ein kleine Stückchen geht es durch den Ort, dann haben die Felder uns wieder. Mal schon abgemäht, mal hoher Mais, Abwechslung ist auch hier angesagt. Das Stück an der Autobahn entlang treten wir etwas fester in die Pedale, aber es ist schnell überstanden. Noch ein paar Kurven und wir finden uns am Rande des Gewerbegebietes Mülheim-Kärlich wieder.

Erst einmal ist man erschrocken über den stetig fließenden Autoverkehr. Aber der Radweg wird über einen Zebrastreifen geleitet, und so können wir die Straße gefahrlos überqueren. Auf der anderen Straßenseite geht es etwas zurück und wir verlassen nach einigen hundert Metern wieder die verkehrsreiche Zone .

Jetzt folgt der einzige merkliche Anstieg auf dieser Tour. Etwa hundert Meter den Hang hinauf und wir finden uns an einer Römervilla wieder. Die hätte ich hier wirklich nicht vermutet.

Die Anlage ist schön rekonstruiert und Bänke laden zu einer Rast ein. Das lassen wir uns natürlich nicht zweimal sagen. Wir schwingen uns von unseren Rädern und packen die gekühlten Wasserflaschen aus. Auch eine kleine Stärkung in Form von Bananen und Schokoriegeln darf nicht fehlen. Nachdem wir uns gestärkt haben und einmal um die Villa flaniert sind, reicht ein Blick zum Himmel, von dem die Sonne jetzt doch schon recht warm herunter scheint, um uns zum zügigen Weiterfahren anzutreiben.

Noch einmal quälen wir uns den Berg hinauf und biegen endlich in die Obstplantagen ein. Bei unserer ersten Fahrt vor ein paar Wochen konnten wir hier direkt Kirschen vom Baum kaufen, denn die Bauern waren gerade mit der Ernte beschäftigt. Heute werden wir leider nicht mit solchen Leckereien belohnt.

Ein letzter Blick auf das Tal unter uns und hinüber zum nicht weit entfernten “Streuobstwiesenweg” (Die PDF enthält Informationen zum “Streuobstwiesenweg”), und wir beginnen mit der Abfahrt. Am Rande von Mülheim-Kärlich verlassen wir die Obstplantagen und überqueren die Straße.

Wir schauen genau, suchen nach Hinweisen – und doch verpassen wir wieder die Abzweigung. Erneut steht dort irgendwann nur noch Tour 1 auf dem Schild. Wir schauen uns verwirrt an und fahren dann einfach weiter, durch den Ort hindurch und an der Straße nach Weißenthurm entlang. Hinter dem Kreisel halten wir noch einmal an dem Schild, schauen, versuchen zu verstehen und wissen zwar wo, aber nicht wieso wir uns zum zweiten Mal an der Stelle verfahren haben. Aber was soll es, ein Grund mehr, diese Strecke noch einmal zu fahren – und dann, beim dritten Mal, werden wir hoffentlich die Abzweigung finden.

Jetzt heißt es noch die letzte Hürde nehmen. Entweder noch mal runter an den Rhein und dort entlang bis zur Brücke fahren, was auf jeden Fall ruhiger ist, oder so wie dieses Mal zwischen den Autos uns die Hauptstraße hinauf quälen. Beim nächsten mal werden wir wohl wieder die Strecke am Wasser wählen, so viele Abgase und Krach brauche ich dann doch nicht.

Noch schnell die Brücke überqueren – mittlerweile ist es schon ganz schön heiß geworden -, und das letzte Stückchen durch Neuwied. Brötchen werden rasch eingekauft, und schon haben wir die Tour geschafft. Das Frühstück haben wir uns nun redlich verdient. Der Garten wartet schon mit Schatten und angenehmen Temperaturen auf uns.

Zweieinhalb Stunden haben wir für die 31 km gebraucht. Eine schöne Strecke, die auch am Feierabend oder so wie heute vor dem richtigen Frühstück geradelt werden kann. Und da kaum nennenswerte Steigungen auf der Strecke liegen, ist sie auch für „Kurzstreckenheldinnen“ wie mich bestens geeignet.

(Autorin: Petra Müller)

Radwanderweg "Weißenthurm Tour 3"

[Die Galerie zeigt weitere Impressionen vom “Radwanderweg Weißenthurm Tour 3”. Die Galerie lässt sich mit den beiden Buttons unten rechts “bedienen”. SL – der linke Button – löst eine Slideshow aus, mit FS – der rechte Button – wechselt man in den Vollbildmodus.]

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2 Responses

  1. Christoph

    Liebe Petra, bin über die Verbandsgemeinde Wthurm auf deinen Beitrag gestoßen.
    Fand ich lustig.
    Liebe Grüße

    Christoph
    P.s.: Übrigens supergut geschrieben! Besonders gefallen hat mir: “…Jetzt heißt es noch die letzte Hürde nehmen. Entweder noch mal runter an den Rhein und dort entlang bis zur Brücke fahren, was auf jeden Fall ruhiger ist, oder so wie dieses Mal zwischen den Autos uns die Hauptstraße hinauf quälen. Beim nächsten mal werden wir wohl wieder die Strecke am Wasser wählen, so viele Abgase und Krach brauche ich dann doch nicht…” Wenn du das nächste Mal durch Weißenthurm gefahren bist, hast Du dich wahrscheinlich den Brückenaufgang hochgequält, oder?
    Wir (FWG Weißenthurm) wollen dem Abhilfe schaffen, damit Du irgendwann gerne mit dem Rad durch Weißenthurm fährst.

    Antworten
  2. Maria R.

    Hallo Petra

    diese Radtour ist richtig wunderbar von dir beschrieben :-)
    und zeigt, wie schön, interessant und gegensätzlich doch die nähere Heimat hier bei uns ist.
    Die beigefügten Fotos beweisen es.

    Antworten

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