Wir gehen den Streuobstwiesenweg zu fast jeder Jahreszeit gern. Aber es gibt natürlich eine Zeit, da gehen wir ihn am gernersten. Die Blütezeit im Frühjahr. Also jetzt. Vor wenigen Tagen waren wir – Petra und ich und Freunde – bereits unterwegs; den Bericht mit mehr Fotos als Bericht gibt es hier: Frühlingserwachen! – oder: der Streuobstwiesenweg im April.

Aber weil der Wanderweg pimaldaumenhaargenau sieben Kilometer von unserer Haustür entfernt liegt und wir von unserer Rheinseite rüberspucken können (ja, das hört sich nicht sehr glaubhaft an, und es ist auch, ehrlich gesagt, ziemlich gelogen), locken die Obstbäume fast tagtäglich. Zudem läuft gewissermaßen die Zeit davon, ein paar Tage warten, und schon kann die Blütenpracht dahin sein.

Was mache ich also: ich wandere. Diesmal mit meinem Schwiegervater, der seit einigen Jahren auf einen motorisierten fahrbaren Untersatz verzichtet, stattdessen lieber mit dem Fahrrad unterwegs ist und auch schon damit geliebäugelt hat, von zuhause (meine Schwiegereltern wohnen geschätzte sechs Kilometer vom Streuobstwiesenweg entfernt …) mit dem Rad hinüber zu fahren. Wäre zwar auch verlockend, aber ob es ratsam ist, nachdem gerade auf dem Streuobstwiesenweg eine der schönen Traumbänke abmontiert, verladen und andernorts wohl wieder aufgestellt wurde (mit anderen Worten: Drecksäcke haben eine Bank geklaut) – und die neue Bank auch wieder “angegraben” wurde (ich könnte kotzen)?

Also fuhren wir mit dem Auto. parkten wie gehabt in Kettig und nicht in Kärlich und drehten in aller Gemütsruhe unsere Runde. Das Wetter spielte uns in die Hände, alle Wanderer, die uns begegneteten, trugen ein breites Lächeln im Gesicht. Besser ging es nicht. Gute Laune, gutes Wetter, Blüten in Hülle und Fülle. Und wieder lasse ich die Bilder sprechen.

Wer jetzt die Möglichkeit hat, den Streuobstwiesenweg zu beschreiten, sollte sie nutzen. Jetzt blühen die Kirschbäume fast ausnahmslos, nur noch wenige Tage, dann ist die größte Pracht Vergangenheit. Natürlich, die Apfelblüte steht zum Beispiel noch aus. Ich für mein Teil aber werde in diesem Jahr jede Blütezeit mitnehmen. Und wenn ich zu Fuß nach Kettig gehe (was für einen gebürtigen Weißenthurmer natürlich schon immer ein gewisses Wagnis darstellte.)

Streuobstwiesenweg (April 2013 - 2)

[Die Galerie zeigt weitere Impressionen des “Streuobstwiesenwegs”. Die Galerie lässt sich mit den beiden Buttons unten rechts “bedienen”. SL – der linke Button – löst eine Slideshow aus, mit FS – der rechte Button – wechselt man in den Vollbildmodus. Für die richtige Anzeige der Galerie ist der Flash Player von Adobe notwendig.]

Schlenderer

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... wandert nicht nur in den Regionen um das Rheintal, sondern auch andernorts - und berichtet darüber in seinem Blog Schlenderer. Schreibt fantastische, erotische und kriminelle Geschichten. Ist Paper&Pen-Rollenspieler der ersten Stunde - und riskiert noch heute gern sein Leben am Spieltisch.
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5 Responses

  1. Christoph

    Hallo Georg,
    das sind ja super Bilder. Da schlägt doch mein Imkerherz gleich viel schneller. Hier im hohen Westerwald ist leider alles noch etwas zurück aber das erste zarte grün kommt auch hier zum vorschein.
    Viele Grüße Christoph

    Antworten
    • Georg

      Unsere Tür in der Nähe von Montabaur am vergangenen Samstag zeigte ja: Im Unteren Westerwald ist der Frühling eingetroffen. Bis zu euch da oben sollte er es also auch in ein paar Tagen schaffen, obwohl er in diesem Jahr ja eher nicht so gut zu Fuß und eher spät war, der Frühling.

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