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Wann ich meine erste Thermoskanne gekauft habe? Vermutlich zu meiner Ausbildungszeit, als ich täglich von Weißenthurm nach Koblenz zur – so hieß sie damals noch – Vereinigten Krankenversicherung fuhr. Kaffeemaschinen waren damals noch rar gesät, die Thermoskanne lag in der Aktentasche. Das doppelwandige Glasgefäß isolierte vorzüglich, war bei mir aber nie über längere Zeit in guten Händen. Ich gebärde mich da eher wie der Elefant im Glasladen …

Viel früher als bei den unsäglichen Glaskannen, die wir für die Kaffeezubereitung verwendet hatten und die ich in unschöner Regelmäßigkeit beim Reinigen in ihre Bestandteile zerlegte (der Firma Bodum haben wir durch unseren Kannen-Verschleiss vermutlich etliche Arbeitsplätze gesichert), stieg ich auf Edelstahl-Isolierkannen um. Die sind in aller Regel bruchfest, stabil und sollen die Getränke warm oder kalt halten.

Und da bin ich schon beim Manko. Zuletzt hatte ich zwei Isolierkannen für heiße Getränke im Gebrauch, denn selbst im Sommer verzichte ich beim Hasenbrot mümmeln nicht auf einen guten Schluck Kaffee. Wenn’s eh heiß um die Ohren ist, kann’s durch heißen Kaffee ja kaum noch heißer werden. Und damit zu Manko Nummer 1. Meine nicht ganz billige Alfi-Kanne hält den heißen Kaffee nicht warm, sondern kühlt ihn ab. Nicht nur gefühlt, sondern wahrhaftig – mehr dazu später.

Und die daraufhin erstandene Ikea-Kanne schaut, nun ja, lustig aus. Doch Lustigkeit in meinem Alter führt oft zu Erstaunen bei Menschen, die mich mit dem grünen Kannending auf rustikalen Bänken sitzen sieht.

Nun stören mich verdutzt guckende Mitmenschen nicht sonderlich, andererseits wirkt das Kännchen von Ikea als Manko Nummer 2 nicht edel, sondern im besten Fall putzig – die Farbenkomposition muss eine Designerclique während eines quietschfidelen Sit-ins im psychedelisch-bunten Bällebad ausgetüftelt haben.

… da kommt mir die Edelstahltrinkflasche der Firma Telper doch gerade recht. Gleich zwei der edel aussehenden Flaschen erhielt ich zum Test, beide fassen 750 Milliliter, die eine aber erscheint außen als »Edelstahl gebürstet«, die andere in einem matten Schwarz. Das schaut doch gleich mindestens eine Nummer gediegener aus als das Ikea-Kännchen.

 

Der Umverpackung liegen zwei Verschlüsse unterschiedlicher Art bei. Zum einen ein Schraubverschluss mit langem Plastikröhrchen für Kaltgetränke und ausklappbarem Mundstück, zum anderen ein Schraubverschluss mit stabilem Metallhenkel und Holzverkleidung auf der Oberseite.

Zwei Flaschen – zwei unterschiedliche Temperaturzustände. Kalt und Heiß. Schön zum Testen. Das kristallklare Wasser ins glänzende Gefäß, den tiefschwarzen Kaffee ins schwarze Gefäß. (Nebenher: Mittlerweile benötige ich solch kleine Hilfsbrücken, damit ich nichts verwechsele.)

Auf den vergangenen Wanderungen, die mich in den Westerwald, in die Eifel und an die Mosel führten, begleiteten mich dann auch diese beiden doppelwandigen Trinkflaschen. Doppelwandig deshalb, weil zwischen äußerer Wand und innerer Wand das pure Vakuum herrscht. Übrigens: 390 Gramm bringt das leere Fläschchen auf die Waage.

Trotz Auf und Ab und Hin und Her sickerte keine Flüssigkeit aus der Öffnung. Die wiederum ist erfreulich groß, was sich als besonders hilfreich beim Reinigen zeigt. Unsere Schrubberbürste passt problemlos rein und kann ihr sauberes Werk im Innern der Flaschen erledigen.

Wie aber trinke ich? Wer sich die Fotos anschaut, wird etwas sehen. Oder nicht sehen. Der Deckel fehlt! Ach Herrgott, wie schlimm. Wo mir doch diese elegant geformten, klitzekleinen plastikanten Thermoskannen-Deckelchen so ans Herz gewachsen sind. Die sind so niedlich, dass mir nicht selten beim Ausschenken das heiße Gesöff über den Becherrand quoll. Damit aber ist jetzt Schluss. Ich nämlich greife einfach auf einen blau emaillierten Metallbecher zurück, der im Camping-Arsenal seit Jahren sein Schattendasein fristet und nach Kaffee dürstet. Den bekommt er nun wieder reichlich.

Wer also Tee oder Kaffee oder ein anderes Heißgetränk mitnimmt, sollte an die Tasse denken. Klar, aus der Kanne trinken geht auch, doch bitte nicht beklagen, wenn jemand sich die Schnüss verbrennt.

Das wiederum wird nicht passieren, wenn der Verschluss mit Mundstück aufgesetzt wird. Im Gegensatz zum vorgenannten Griff-Verschluss besteht dieser aus Kunststoff. Lässt sich wohl nicht vermeiden, sieht aber verschleißfest aus. Zudem sind dies die einzigen Kunststoff-Bestandteile bei den Flaschen, was auf jeden Fall eine Verbesserung zu unseren gewöhnlichen Trinkflaschen Marke »Plastik-Rundum« ist. Die Meere werden’s danken, denn dort schwimmt schon viel zu viel Plastik drin herum. Die Edelstahltrinkfalschen von Telper jedenfalls sind zu 100 % recyclebar und frei von krebserregenden Weichmachern wie BPA und Phthalaten. Und einfach so in die Walachei werfen werde ich die guten Stücke sowieso nicht.

Zurück zum Trinkverschluss. Durch das Plastikröhrchen, das man vor der Benutzung einsetzt, saugt man das Getränk hoch. Also nichts mit Übern-Kopf-halten, um ans kühle Nass zu kommen. Erst ist’s ungewohnt – ich muss ziemlich blöd geguckt haben, als ich die Flasche ansetzte, Kopf dann in den Nacken und losschlabbern wollte … doch es kam nichts –, doch beim zweiten Versuch habe sogar ich es verstanden. Einfach cool stehenbleiben, saugen – und der Saft fließt.

Das klappt dann also alles vorzüglich, sieht edel aus, vermeidet mehr als nötig Kunststoff oder Plastik und verschont mich vor Weichmachern wie andere Trinkflaschen.

Doch wie schaut es mit der Isolierung aus, ist’s kalt, ist’s warm?

Wenn es draußen heiß ist, sollte die Trinkflasche das kalte Getränk über eine längere Zeit kühl halten. Wenn es so wie jetzt schon kühler draußen ist, wird es schwierig. Da bleibt nur der gefühlte Eindruck von: »Ja, das, was ich richtig kalt einfülle, bleibt richtig kalt.« So war mein Eindruck.

Gewichtiger jetzt zur kalten Jahreszeit ist es für mich, dass mein Kaffee (oder Tee) die Hitze hält. Bei den oben erwähnten Wanderungen mit Kaffeepausen war der Kaffee immer noch »gut warm«; nicht ganz so heiß wie morgens beim Einfüllen, aber noch temperiert genug, dass er nicht wie eine lauwarme Brühe schmeckte. Und dies noch Stunden nach dem Einfüllen.

 

Weil es mich selbst interessierte, wie die Trinkflasche von Telper im Vergleich zu meinen Vorgänger-Modellen abschneidet, habe ich daheim ein kleines Arrangement aufgebaut. Drei Isolierkannen im Vergleich. Ich weise natürlich weit von mir, damit einen belastbaren Test gemacht zu haben, aber die Ergebnisse sind doch erstaunlich.

Zum Versuchsaufbau. 8.30 Uhr (sieht die Fotografie des wegen der Authentizität mit Kaffeeflecken übersäten Zettels) Kaffee einfüllen. Zwei Durchgänge waren nötig, weil unsere French Press nur einen Liter fasst. Ich habe deshalb jede Kanne mit einer etwas gleichen Menge angefüllt, dann verschlossen, wiederum Kaffee gekocht und dann alle drei Kannen nacheinander bis knapp unter den Einfüllstutzen mit Kaffee befüllt. Und dann die Temperaturen nacheinander gemessen. Kleine Unterschiede zeigen sich, die ich aber letztlich für wenig relevant halte.
Denn alle drei Kannen verlieren nach 2, 4, 8 und 10 Stunden an Temperatur. Nach 8 Stunden habe ich zudem bei jeder Tasse eine Tasse mit jeweils derselben Menge entnommen (und getrunken bis auf den Alfi-Sud …), dasselbe dann nochmals nach 10 Stunden. Die Ikea-Kanne und die Alfi-Kanne fassen im Übrigen weniger als 750 ml Flüssigkeit.
Jetzt will ich kein großes Geschiss drum machen, dass Ikea und Telper zum Schluss 10 Grad Unterschied aufwiesen; der Geschmack des Kaffees war bei beiden noch durchaus in Ordnung. Das gute Alfi-Gefäß dagegen machte schon nach kurzer Zeit schlapp, aber sowas von … Letztlich hatte das Getränk darin Außentemperatur angenommen.
Telper und Ikea hielten dagegen ausreichend lange warm. 10 Stunden lang jedenfalls schleppe ich keine Isolierkanne beim Wandern mit mir herum, relevant ist eher die Zeit von 4 – 6 Stunden (bei Stunde 6 war ich unterwegs). Und da liegt Telper gut im Soll und bestätigt damit den guten Eindruck, den ich bei den Wanderungen hatte.

Fazit: Telper bietet formschöne, umweltschonende, gesundheitsbewusste doppelwandige Isoliertrinkflaschen für viele Einsatzzwecke. Ich werde sie fürderhin als meine Lieblings-Kaffeekanne für Unterwegs mitnehmen – und natürlich zum Kühlen von Getränken an heißen Tagen. Die sollen ja im nächsten Jahr wieder kommen.

 


Hinweis! Die Edelstahl-Trinkflaschen wurden uns kostenlos und zu Testzwecken von Telper zur Verfügung gestellt. Dieser Artikel ist in einer Kooperation entstanden und deshalb als Anzeige gekennzeichnet. Dennoch geben wir hier unsere ganz persönlichen Eindrücke wieder. Darüber hinaus habe ich mich per Outdoor Blogger Codex dazu verpflichtet.

 

 

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Georg

Georg

... wandert nicht nur in den Regionen um das Rheintal, sondern auch andernorts - und berichtet darüber in seinem Blog Schlenderer. Schreibt fantastische, erotische und kriminelle Geschichten. Ist Paper&Pen-Rollenspieler der ersten Stunde - und riskiert noch heute gern sein Leben am Spieltisch.
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4 Responses

  1. Hans-Eberhard Peters

    Sehr unterhaltsame Lektüre, habe bis zum Ende durchgehalten (was mir gewöhnlich bei Produkt-Tests von Bloggern schwer fällt). Deinen Versuchsaufbau finde ich kompetent, die Ergebnisse erscheinen aussagekräftig (bin selbst Produkt-Tester, kann mir also ein Urteil erlauben – siehe meinen „Test „Outdoor-Equipment“: Papiertaschentücher“ http://hepeters.bplaced.com/wordpress/?p=184). Ich hätte mir allerdings gewünscht, dass Du auch der Frage nachgegangen wärest, wie schnell warmes Bier in den drei Flaschen eine trinkbare Temperatur erreicht. Ich bin mir ziemlich sicher, dass die mit dem „Alfi-Sud“ dabei die Nase vorn hätte. Es ist also, wie so oft, alles relativ.
    Grüße Hans-Eberhard

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    • Georg

      Seit jeher ist mir Dein legendärer Papiertaschentüchertest ein Vorbild für meine Besprechungen. 😉 Die Idee, aus warmem Bier kühles Bier zu machen, kam mir auch schon. Nur habe ich noch keine Möglichkeit gefunden, das Bier auf nicht trinkbare Temperaturen zu erhitzen – hier warte ich noch auf einen Hersteller, der mir einen Herd (bitte Elektro) für einen Produkttest zur Verfügung stellt. Sobald dies geschehen ist, werde ich den Test mit einigen Flaschen Bitburger durchführen. Bei diesem Bier ist es egal, ob es warm oder kalt ist – es schmeckt so oder so nicht. Insofern wäre dann auch ein fehlgeschlagener Test für mich gut zu verschmerzen. (P.S.: Ich gehe auch davon aus, dass dann meine Alfi das Rennen macht.)

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  2. Elke Bitzer

    Genial

    meine teuer gekaufte Alfi ist für den angepeilten Zweck sowas von unbrauchbar, deshalb verzichte ich seit dem Kauf auf Kaffee to go beim wandern.
    Könnte sich nun ändern.

    Merci und noch eine schöne Woche, Gruß an die Gattin, die Holde 😉
    Elke

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    • Georg

      Na ja, zumindest verbrenne ich mir bei meiner Alfi nie den Mund. 😉 Den Gruß gebe ich nicht weiter, den Gruß liest die Holde sicher selbst. 🙂

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