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Wen wundert’s?

In den Wanderführern vom Bergverlag Rother sortieren sich die Touren nach drei Schwierigkeitsgraden: schwierig (schwarz), mittel (rot) und leicht (blau). Schwarze Touren finde ich im Wanderführer »Niederrhein«, das Roland Föll verfasst hat, keine. Allzu oft waren Petra und ich noch nicht am Niederrhein unterwegs, genauer gesagt wanderten wir einst zwei Tage nahe beim Rhein; siehe dazu unsere Berichte für das Magazin Sehnsucht Deutschland: Wandern auf dem Jakobsweg. Aber dass dort oder in der Region schwierige Strecken auf uns warten könnten: Nein, diesen Eindruck hinterließ die Landschaft damals nicht bei uns.

Dabei sind die Touren zwischen 2 und 4,5 Stunden lang. Im Inhaltsverzeichnis vermisse ich leider wieder die Angabe zur Streckenlänge, stattdessen wird hier die Gehzeit festgehalten. Auch sonst ist dieser Wanderführer natürlich genauso aufgebaut wie die übrigen Rother Wanderführer. Einem allgemeinen Teil zu GPS-Tracks (die zu jeder Tour heruntergeladen werden könne) oder den Top-Touren des Autors am Niederrhein gesellt sich ein Kapitel über »Wandern am Niederrhein« hinzu.

… um dann auf Seite 18 auch schon die erste Tour zu präsentieren. Eine identische Übersichtskarte (im Innenteil etwas vergrößert) gibt einen Überblick zu den 50 Touren, die sich von der holländisch-deutschen Grenze bei Emmerich hinunterreihen bis zu den letzten Strecken südlich von Mönchengladbach. Auf dieser Karte schaut’s gut verteilt aus, wobei ein kleiner Schwerpunkt wohl beim Nettetal und beim Schwalmtal liegt.

•        Rother Wanderführer Niederrhein
•        Autor: Roland Füll
•        176 Seiten
•        Verlag: Bergverlag Rother
•        Erscheinungsjahr: 2018
•        Besonderheiten:  50 Höhenprofile, 50 Wanderkärtchen im Maßstab 1:50.000, zwei Übersichtskarten; 139 Fotos
•        ISBN: 978-3-7633-4469-7
•        Verkaufspreis: EUR(D) 14,90
•        Format:  11,3 x 1,2 x 16,2 cm

Tour 21 und Tour 22 wenigstens sagen mir etwas, denn dort wanderten Petra und ich. Orsoy, Budberg, Rheinberg – nahe beim Rhein, verbunden mit schönen Aussichten und viel geschichtlichem Hintergrund. Dieser wird auch in anschaulicher Form bei den Tourenbeschreibungen vermittelt. Ansonsten erscheint mir Tour 21 beispielsweise vielversprechend: 18,2 Kilometer bei einem Höhenunterschied von 40 Metern. Dafür gibt es dann auch gerechterweise den Schwierigkeitsgrad »mittel«, denn immerhin wollen fast 20 Kilometer bewältigt werden.

Die 50 Routen werden übersichtlich aufgegliedert. Gehzeit und Symbolen beispielsweise für Einkehr und der farblich je nach Schwierigkeit unterlegten Routennummer folgen knackige, einstimmende Sätze zur Tour, bevor Ausgangspunkt, Höhenunterschied, Länge, Anforderungen, Einkehr und ein Hinweis zur passenden Wanderkarte folgen. Daran schließt sich die Tourenbeschreibung an, umrahmt von Fotos, einer durchaus anschaulichen Wegekarte und einem Höhenprofil. Fertig ist die Tourenbeschreibung, die das Nötigste umfasst. Längere Touren wie die 21 benötigen dadurch auch nur 3 Seiten Platz, von denen die Fotos und die Wegekarte einen gehörigen Anteil einnehmen.

Da bleibt natürlich nicht viel Fläche für eine blumenreiche Sprache. Doch genau dafür kennen wir die Rother Wanderführer: Konzentriert auf das Wesentliche. Und trotzdem geben sie dem Wanderer all das an die Hand, was er für eine zufriedenstellende Wanderung braucht.

Ob die Wegebeschreibungen akkurat sind, kann ich aus der Ferne nicht beurteilen. Dabei haben Petra und ich uns wirklich vorgenommen, speziell das Schwalmtal zu erwandern. Schon allein wegen der geringen Höhenunterschiede spricht uns die Region an, und Touren wie 36 »Nettetaler Seenplatte« oder 42 »Schwalmtaler Mühlentour« reizen zum Erwandern.

Damit hat der Wanderführer »Niederrhein« ja schon ein Ziel erreicht: Den Appetit angeregt für eine Region, die für Rheinland-Pfälzer wie uns nicht unbedingt im Wanderradar kreist. Und die 50 ausgearbeiteten Touren locken wirklich zum Wandern zwischen Rhein und Maas. Ich bin sicher, dass wir dieses Wanderbuch eines Tages in den Rucksack stecken, weil wir auf der Fahrt an den Niederrhein sind.

 


[Hinweis! Das besprochene Buch wurde mir vom Bergverlag Rother kostenlos für diese Besprechung zur Verfügung gestellt.]

 

Schlenderer

Schlenderer

... wandert nicht nur in den Regionen um das Rheintal, sondern auch andernorts - und berichtet darüber in seinem Blog Schlenderer. Schreibt fantastische, erotische und kriminelle Geschichten. Ist Paper&Pen-Rollenspieler der ersten Stunde - und riskiert noch heute gern sein Leben am Spieltisch.
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