Der RheinTerrassenWeg wird mich und Petra noch einige Zeit in Atem halten – besonders dann, wenn er uns wie gestern den Atem raubt. Wir runter nach Rheinhessen, ein Potpourri von Nebelbänken und lichten Momenten. Sonnenschein dann an unserem Startbahnhof in Mettenheim, die leichten Höhen schimmerten im goldenen Glanz des Sterns blablabla. Wir also die wahnsinnige Strecke nach Osthofen mit der Bahn (drei Minuten Fahrzeit), ausgestiegen – und schon waberte der Nebel um uns herum.

Tja, hast Scheiße am Fuß, haste Scheiße am Fuß (kein Originalzitat eines entnervten Wanderers, sondern von Andreas Brehme). Tapertapealsodurchdienebenwände. Von Osthofen nach Bechtheim, wo sich kurzzeitig (es waren genau 30 Sekunden) das Nebelgeflecht lichtete (was mir wenigstens diesige Fotos der Basilika brachte). Rein ins majestätische Gemäuer durften wir nicht, denn obschon die Kirche im Mittelalter ein Ort des Pilgerns war, ist sie heute zuzuzu! Finde ich da nicht gut, finde ich überhaupt nicht gut.

Die Weinberge aber empfingen uns mit weit offenen Armen, wobei die Sicht insoweit eingeschränkt war, als dass der Nebel Sichtbarrieren vor uns aufbaute. Aber weil der RheinTerrassenWeg so außerordentlich gut ausgeschildert ist, krochen wir zielstrebig voran, ertasteten die Wegweiser und gelangten feucht und klamm nach Mettenheim.

Mettenheim kannten wir schon, denn wo eine Etappe endet, beginnt ja eine andere. Unsere Etappe also endete dort, wo die andere anfang (auf Deutsch: Wir wanderten die Etappe von Osthofen nach Mettenheim, wir wanderten bereits vor ein paar Wochen die Etappe von Mettenheim nach Guntersblum).

Ach, Guntersblum. Manchmal blinkte die Sonne durch. Wir trafen die Wahl. Gen Süden, dem Nebel entgegen, oder gen Norden, rheinabwärts, dorthin, wo ein Funken Hoffnung gülden glühte. Wir fuhren also rheinrunter, trafen in Guntersblum die Kirche, die Leininger Schlösser und das Weingut Burghof, wobei Letzteres uns gegen Bares mit Flüssigem versorgte.

Oppenheim Gautor

Weiter trieb uns der Nebel nach Oppenheim. Rauf zu den beiden Kirchen, hoch zur Ruine Landskrone, rüber am Friedhof und am Amtsgericht vorbei durchs mächtige Gautor und am Marktplatz entlang zum Auto, das sich langsam in Nebel hüllte.

Die Rückfahrt war ein Traum in Grau. Aber das ist eine andere Geschichte, die gut endete – am Kamin mit einer Flasche Spätburgunder.

 

 

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