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Das fängt ja schon gut an!

Ein zweites Mal lud die Teutoburger Wald Tourismus zur TeutoBloggerWG – und alle kamen. Alle sind zehn Blogger aus Deutschland, die drei Tage und zwei Nächte in und um Bielefeld herum erleben sollen. Wer noch außer mir daran teilnahm, führe ich am Ende des Beitrags auf.

Die illustre Gesellschaft aber sollte ich erst am Abend kennenlernen, wiewohl einige Gesicht und die Menschen dazu ich bereits vom ersten Treffen kannte.

Zuvor aber steht die Hinfahrt an. Aus guten Gründen wird natürlich die Bahnanreise gerne gesehen, doch aus – tja – individuellen Gründen, die ich in einer meiner Erzählungen zur vergangenen TeutoBloggerWG nannte, ist für mich eine Reise mit dem eigenen Pkw stressfreier. Klingt für viele vermutlich seltsam, ist aber so.

So kurve ich also an Limburg und Gießen, Marburg und Korbach vorbei gen Norden und meide dadurch viele Autobahnkilometer im Schneckentempo, die ja immer bei Köln, bei Leverkusen, bei Ruhrgebiet drohen. Andererseits gewinne ich immer mehr den Eindruck, dass manche Mitbürger die Landstraße mit der Autobahn verwechseln und wie todessehnsüchtige Hasardeure kurz vor knapp im Kurvenbereich die Fahrbahn wechseln. Wenigstens überholen sie links. Nicht rechts. (Werde ich eines Tages aber sicher auch noch er- und hoffentlich überleben.)

Durchgelockert (wirklich!) komme ich in Altenbeken an. Altenbeken – bin ich der Einzige, der von diesem Ort noch nicht gehört hat? Dabei schiebt sich mitten in das Dorf hinein ein waschechter ICE-Bahnhof, die Gleisanlagen stünden auch einer mittelgroßen Stadt gut zu Gesicht und geben dem Argument, doch ruhig mit der Bahn anzureisen, richtig kräftig Futter. Gleich am Bahnhof werde ich nicht nur freundlich von Marion Wessels, Leiterin der Tourist-Information Altenbeken, und dem Wanderführer und Wegepaten des Wildnis-Steigs Uli Böger empfangen, sondern sehe auch noch hinein in die E-Bike-Mobilstation, in der beide gerade drei Drahtesel – na, nicht satteln, aber abfahrbereit machen. Gleich daneben noch ein Solar-Carport für Elektorautos und eine Haltestelle für die Naturerbe-Buslinie. Wer da mit dem Auto kommt und rumgurkt, ist echt doof.

Mit halbschlechtem Gewissen schwinge ich mich also auf Pedelec. Mein zweiter Ritt auf dem neumodischen Gefährt. Meinen ersten elektrischen Radausflug genoss ich ja an nahe Stelle, nämlich in Bielefeld (siehe dazu meinen Bielefeld-Bericht). Mit lockeren Beinen düsten wir los. Wobei ich zu meiner Enttäuschung erfuhr, dass die Räder auf 25 km/h heruntergeregelt sind, dabei wollte ich nach meiner gemütlichen Autofahrt jetzt mal so richtig Dampf machen. Andererseits ist’s auch schön, die Seele gemeinsam mit den Beinen baumeln zu lassen und keine wilde Hatz, sondern eine unhastige Radtour hinzulegen.

Durchs Durbeke-Tal

Nicht hinlegen ist beim Radfahren ja wichtig. Unbeschädigt erreichen wir nach einer rund sechs Kilometer langen Tour, die uns erst aus Altenbeken heraus (dauerte nicht lange, dann war Altenbeken schon zu Ende) und dann ins Tal der kleinen Durbeke hineinführte. Unser Ziel ist der Wildnis-Steig, ein gut 23 Kilometer langer Rundwanderweg, von dem wir heute pimaldaumen die Hälfte erfahren und erwandern und bei dem wir dem dunkelgrünen Wegezeichen mit dem Buchenblatt folgen werden.

[Wer gedanklich mit uns wandern will, folge dem Link zu Outdooractive, finde Altenbeken und links davon den Startpunkt, von dort ins Tal nach Kempen, dann absteigen vom Rad und zu Fuß weiter auf dem Wildnis-Steig bis zum Gasthof Bauerkamp. Der Wildnis-Steig Altenbeken gehört zu sechs Wanderwegen in der Naturerbe Wanderwelt Altenbeken, zu denen hier mehr steht: Naturerbe-Wald bei Altenbeken]

Das geradelte Stückchen wirkt schon inspirierend, wenn auch der geschotterte Wege ab und an dem Räderwerk und dem Hinterteil holprig zusetzt. Die Landschaft macht es wett. Natürlich hat der abwechselnd sonnige und regnerische Frühling seine Hände mit ihm Spiel und zauberte ein grünes Tälerbild herbei, das eine Wohltat für Stadtmenschen wie mich ist. Da wechselt sich ein graues Gemüt rasch seine Farbe in saftiges Grün.

Doch es kommt noch besser. Beim Camping-Platz in Kempen, wo kaum mehr als 100 Seelen leben, werfen wir uns von den Pedelecs, um fürderhin zu Fuß zu wandeln. Das ist auch gut so, denn fortan wird es richtig waldig. Und obwohl ich auch ganz gern bike (und mir vor einigen Wochen zwei neue Schläuche für mein Mountainbike kaufte, um es fahrfertig zu machen – darauf wartet das Zweirad noch immer …), liegen mir meine Füße doch näher. Ich wandere am liebsten, doch das wird niemanden überraschen.

Ab in den Wald

Und weil wandern mir entgegenkommt, gehen wir gleich los. Den Köhlerberg hinan, gemächlich und mit Blicken zum Eggebirge. Mitten im Naturpark Teutoburger Wald wandern wir, und die offene Landschaft wechselt bald in kühlenden Wald.

Kühlender Wald ist gut, denn heute drückt wieder die schwüle Hitze, doch auch wenn es nach Gewitter riecht und später gar ein nicht so fernes Donnergrollen vernehmbar sein wird, bleiben wir von Regen verschont. Passt, denn meine Regenjacke hatte ich im Auto vergessen gelassen …

Mit 2700 km² ist der Naturpark einer der größten in Deutschland, und Altenbeken liegt mittendrin. Mehr Natur geht in der Region also kaum. Wildtiere beobachten wir an helllichten Tag zwar nicht – dazu plaudern wir natürlich auch zu lebhaft – doch vorher schon beobachteten wir einen Roten Milan, während wir mit den Pedelecs durchs Tal rauschten. Nur die Wildkatze, die auch wieder heimisch geworden ist, drückt sich vermutlich unentdeckt im Dickicht herum.

Im Wald wartet dann Revierförster Andreas Bathe auf uns, um mich auf sehr unterhaltsame Weise mit Informationen zum Naturpark und zur Bewirtschaftung des Waldes zu versorgen. Besonders auffällig sind bald die Buchenwälder. Richtig alte und urwüchsige Baumgiganten recken sich in die Höhe, während an anderer Stelle der alte Fichtenbestand auch durch neu angepflanzte Buchen ersetzt oder ergänzt wurde.

Wer meint, dass Wald langweilig aussieht, weil »ist doch alles grün« ist, irrt gewaltig. Hier ruht sogar auf rund 600 Hektar die forstwirtschaftliche Bearbeitung, was auf manche Besucher wohl einen unaufgeräumten Eindruck macht. Wald lebt aber, wenn man ihn lässt – und nicht mit dem Besen mal schnell durchkehrt, weil es unordentlich aussieht.

Bärlauch sehen wir an vielen Stellen, und ein dezenter Knoblauchduft tanzt zart in der Luft, während sich der hier sprießende Lerchensporn für mich rar macht und der Waldmeister wohl schon verblüht ist.

Hinein in die Bielsteinhöhle

Egal, der Weg mäandert angenehm durch den Forst, und nachdem wir uns von Revierförster Bathe verabschiedet haben, schwenkt unser Weg plötzlich rechts weg zu einem Abstecher. Die Bielsteinhöhle ruft, und wir folgen mit Vergnügen. Pfadig wird es, ab und ab, felsig und schluchtig. Bewachsen mit Farnen und umrahmt von Ahorn. Wasser hat den Kalkstein dort aufgelöst und Hohlräume geschaffen; die Schlucht selbst stellt eine riesige eingestürzte Höhle dar. In eine dieser Höhlen luge ich – und schwafele wieder einmal darüber, dass ich ja eine Stirnlampe habe. Im Auto. So können die Fledermäuse – sieben Arten sind hier nachgewiesen – unbehelligt von mir im Dunkeln weiter abhängen. Ist auch besser so, ich muss meine Nase ja nicht überall reinstecken.

Der Pfad erklimmt wieder die Höhe oberhalb der Schlucht, dann schwingt der Wildnis-Steig weiter, doch allzu rasch müssen wir ihn verlassen. Das Ende naht. Der Wildnis-Steig lässt sich gut als Tagestour planen, zudem eine entspannte Anreise mit der Bahn und der Weiterfahrt mit der Naturerbe-Buslinie zum Waldhaus Durbeke möglich ist. Wir aber beenden unsere Wanderung, die uns sechs oder sieben Kilometer weit durch den Naturpark lotste, beim Gehöft Bauerkamp (das erstmals schon um das Jahr 1680 erwähnt wurde), dem nicht nur ein Campingplatz, sondern auch ein Gasthof angeschlossen ist.

Von dort genießen wir die Ausblicke ins Paderborner Land, die sich am heutigen Tag zwar etwas, nun ja, zugeknöpft, also quasi bedeckt geben. Sie lassen aber doch ahnen, wie herrlich die Weitsichten gerade von Liegebank sein müssen – wenn denn die Sonne lacht oder frischer Regen die Sicht klargespült hat.

Abschied und 10 Blogger und Bloggerinnen sollt ihr

Bei einem Heißgetränk und zwei Kaltgetränken – bei der Hitze entschuldigt bitte meine Maßlosigkeit! – plaudern wir noch ein wenig über dies und jenes, Wandern und Wald, der Wandertag also klingt so richtig nach meinem Geschmack aus. Und dabei klingt bei meinen Ansprechpartnern (heiliger Bimbam, lasse mich doch jemand sympathischer klingende Begrifflichkeiten ersinnen) … jedenfalls schimmert immer die Liebe zur Region mit, damit auch zum Wandern und die Begeisterung für die Natur. Was ich immer wieder erlebe: Wenn echter, fühl- und spürbarer Enthusiasmus das eigene Handeln durchdringt, gewinnt die Natur, weil sich jemand »kümmert«, sich der Natur selbst annähert und sein eigenes Erleben im selben positiven Maße an andere weitergibt.

Hier im Naturpark habe ich genau das wieder erlebt, und das macht mich glücklich. Wenn wir so gewissenhaft und nachdenklich mit der Natur umgehen, können wir sie mit gutem Gewissen an unsere nachfolgende Generation weitergeben. Wenn wir andere animieren, ebenfalls mit der Natur sinnbildlich ins Gespräch zu kommen, sie zu erwandern, zu erfahren, ist viel gewonnen. Genau das erfuhr ich an diesem Nachmittag rund um Altenbeken. Die Natur ist da, wir müssen nur hin. Altenbeken und der Wildnis-Steig sind ein schöner Anlass dazu.

Ich empfehle die An- und Abreise mit der Bahn. ;-)

Zielsicher leitet mich das Navigationsgerät zum Hotel Mercure in Bielefeld. Herrlich auf dem Johannisberg gelegen – den ich im vorigen Jahr mit dem E-Bike erfahren durfte –, checke ich ein, chille dann mit den anderen neun Bloggern und Bloggerinnen auf der Hotelterrasse bei lauschigem Wetter und mit Anna-Verena Haug und Tobias Valentien von der Teutoburger Wald Touristik.

Der Tag aber endet seltsam, denn nahe beim Hotel tagt ein Schützenverein, und fröhliche Musik, mitunter sogar mit ur-bayerischem Einschlag, wabert mir in die Ohren. Das Fenster meines Hotelzimmers aber dichtet tadellos ab, und so verbringe ich eine gute Nacht.


Alle anderen Partner bei der TeutoBloggerWG

BloggerBlog
Franziska Reichelcoconut-sports.de
Tanja Klosetaklyontour.de
Simone Jansonberufebilder.de/travel
Jan Jordandeutschlandjaeger.de
Nicole Aupperleunterwegsunddaheim.de
Kerstin Paarsonnenfernweh.de
Bettina Blass

opjueck.de

Jessica Kochfernwehundso.de
Yvonne Hermsfernwehyvi.de

Hinweis! Meine Reise wurde unterstützt von Teutoburger Wald Tourismus und weiteren Institutionen vor Ort. Dieser Artikel ist in einer Kooperation entstanden und deshalb als Anzeige gekennzeichnet. Dennoch gebe ich hier meine ganz persönlichen Eindrücke wieder.  Darüber hinaus habe ich mich per Outdoor Blogger Codex dazu verpflichtet. Mein Dank geht an alle Menschen, die mich bei meinen Erlebnissen begleitet und unterstützt haben.

Schlenderer

Schlenderer

... wandert nicht nur in den Regionen um das Rheintal, sondern auch andernorts - und berichtet darüber in seinem Blog Schlenderer. Schreibt fantastische, erotische und kriminelle Geschichten. Ist Paper&Pen-Rollenspieler der ersten Stunde - und riskiert noch heute gern sein Leben am Spieltisch.
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