Die Jacke

Nature White, True Red und Dark Blue standen mir zur Auswahl. Farben sind nicht nur Geschmackssache, je nach Anlass ist die Farbwahl auch nicht unwichtig. Nach der Beschreibung der „Esja Jacket“ von „66 North“ dachte ich mir, dass sie nicht nur für den Wintersport und für draußen geeignet sein dürfte, sondern auch für drinnen. Und „Nature White“ ist eine neutrale Farbe, die ich zu fast jeder Gelegenheit mit anderen Kleidungsstücken kombinieren kann. Als ich die Jacke dann auspackte, die uns Wiebke von Bergfreunde zugeschickte hatte, war ich gleich froh über die Wahl. Eine schöne Farbe, die – das kann ich jetzt sagen, nachdem ich sie zu unterschiedlichen Anlässen getragen habe – dezent und harmonisch zu (fast) allem passt.

Aber was mir dann doch noch wichtiger war: Wie ist das Material? Die „Esja Jacket“ bestand zu 100 % aus Polartec Thermal Pro. Das ist angenehm weich und, wie ich nach mehrmaligem Tragen feststellte, sehr tragefreundlich; trotz der Wärmewirkung hatte ich nie das Gefühl, unter der Jacke zu schwitzen. Ich habe mich dann kurzerhand im Internet über das besagte Material informiert, denn ehrlich gesagt: Ich bevorzuge natürliche Materialien. Polartec Thermal Pro besteht aus Polyester. Der ist der Nachteil. Die Vorteile, von denen ich auf der Website von Polartec erfahre, spürte ich am eigenen Leib: „… sie speichern Luft und bieten so einen hervorragenden Wärmerückhalt, ohne dabei schwer zu sein.“ Das genau kann ich bestätigen! Sie wärmte bei jedem Anlass genau so, wie ich es brauchte: draußen und drinnen. Was letztendlich dazu führte, dass ich die „Esja Jacket“ mittlerweile im Büro genauso oft tragen wie unter meiner Winterjacke draußen.

Die Ärmel sind dabei etwas länger als meine üblichen Pullover oder Jacken, gerade im Winter ist das vorteilhaft. Der Reißverschluss ist im oberen Bereich hinterlegt, sodass ich am Hals oder sogar am Kinn keinen direkten Kontakt mit dem Reißverschluss habe. Darüber habe ich mich schon bei einigen Strickjacken öfter geärgert. Vorne ist die „Esra Jacket“ genau richtig in der Länge, während ich sie hinten gern ein Stück länger hätte. Hier zeigt sich auch der einzige negative Aspekt: Trage ich ein T-Shirt darunter, schaut es hinten unter Umständen heraus. Und trage ich die „Esja Jacket“ ohne ein darüber, dann bedeckt sie meinen unteren Rücken nicht ganz. Beim Sitzen fällt dies besonders auf.

Umso mehr gefallen mir die kleinen Details. Die Ellenbogen sind vorgeformt, die Nähte sind markant und optisch ansprechend abgesetzt, der Reißverschluss läuft leicht und lässt sich gut öffnen und schließen. Zwei ausreichend große Eingrifftaschen für die Hände sind mit Reißverschlüssen versehen. Die Jacke ist körperbetont geschnitten. Mir gefiel der enge Schnitt; sie sitzt passgenau und lässt trotzdem noch die Möglichkeit, ein T-Shirt oder einen dünnen Rollkragenpullover darunter zu ziehen. Zudem ist sie überraschend leicht für eine Winterjacke.

Natürlich wollte ich auch die Waschbarkeit prüfen. Also ab bei 30° im Feinwaschgang mit entsprechendem Waschmittel in die Maschine! Und was kam raus? Die Jacke sah aus wie neu, nur gewaschen. Sie war so weich wie zuvor, und eingelaufen ist sie auch nicht. Topp.

Ich hatte, wie gesagt, Vorbehalte gegen Kunstfasern. Aber ich muss feststellen, dass die Verarbeitung sehr gut ist und das Material einen sehr angenehmen Eindruck hinterlässt. Die Jacke fühlt sich einfach behaglich an. Bei der Farbwahl würde ich wieder zu Nature White greifen, weil ich die Jacke so wirklich mit vielen anderen Kleidungsstücken kombinieren kann.

Mein Fazit

Wie ich sagte: Ich ziehe die „Esja Jacket“ mittlerweile bei vielen Gelegenheiten an. Sie eignet sich als Outdoorjacke für den Winter, das Frühjahr und den Herbst, womöglich sogar für den Sommer, wenn es spätabends draußen etwas kühler ist und ich in eine wärmende Jacke schlüpfen möchte. Sie trägt sich sehr wohlig unter einer Winterjacke. Außerdem ziehe ich sie öfter im Büro an. Ach, im Grunde gibt es das ganze Jahr über einen Anlass, die Jacke im Freien oder innerhalb zu tragen.

[note]+ angenehmes Tragegefühl
+ geringes Gewicht
+ hoher Wärmekomfort
+ Passform
+ Verarbeitung
–  kurzer Rücken[/note]

(Autorin: Petra Müller)

Women's Esja Jacket von 66 North

 

[Info! WAS! Der Schlenderer testet Ausrüstung! Ja, das macht er. In nächster Zeit wird beim Schlenderer das eine oder andere Produkt aus dem Outdoor-Bereich unter die Lupe genommen. Wer mich – den Menschen hinter oder neben dem Schlenderer – kennt, der weiß aus meiner Vergangenheit, wie gerne ich schon immer alles auseinandergenommen habe. Früher waren’s Rezensionen zu Büchern und Spielen und Filmen und was-weiß-ich, heute will ich lieber Ausrüstung erproben.

Wer meine Rezensionen kennt, dem blieb nicht verborgen, wie wenig Rücksicht ich auf große Namen nehme. Wenn mir etwas missfällt, dann wird das benannt und entsprechend eingestuft. Ich sage das, weil es immer für den Leser eine zweideutige Sache ist. Rezensionen/Besprechungen sind in meinen Augen nie objektiv, sondern richten sich nach dem persönlichen Bewertungsmaßstab des jeweiligen Testers. Gefährlich fürs Urteil mag da natürlich die Nähe zum Hersteller/Produzenten – beispielsweise bei Büchern zu den Verlagen – sein, die in aller Regel einen Rezensenten direkt oder über eine Redaktion beliefern. Ich kann versichern, dass die Verlage, so sie Rückgrat haben, auch einen Verriss akzeptieren, solange er gut begründet ist.

Ich arbeite nun mit Bergfreunde zusammen, einem großen Outdoor-Spezialisten. Dieser stellt mir Produkte zur Verfügung. Zum Start durfte ich etwas zum Testen aussuchen. Das erleichtert natürlich meine Arbeit, denn ich kann mich vorab informieren, was da auf mich zukommt. Ehrlich gesagt habe ich keine Lust, meine Zeit mit Dingen zu vergeuden, die sich als mies herausstellen. Die Gefahr, an ein nicht akzeptables Produkt zu geraten verringert sich dadurch. Das ist schön für mich. Ich hoffe also, in Zukunft einiges vorstellen zu können, das ich guten Gewissens empfehlen kann. Vor- und Nachteile werden aufgeführt. Sollte sich ein Produkt in meinen Augen schlecht sein, werde ich mich mit den Bergfreunden zeitig in Verbindung setzen und auf eine Besprechung verzichten, bevor ich irgendetwas schönrede. Das ist nicht meine Art.

Die erste Besprechung stammt übrigens von Petra. Sie ist noch viel unbestechlicher als ich.]

Schlenderer

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... wandert nicht nur in den Regionen um das Rheintal, sondern auch andernorts - und berichtet darüber in seinem Blog Schlenderer. Schreibt fantastische, erotische und kriminelle Geschichten. Ist Paper&Pen-Rollenspieler der ersten Stunde - und riskiert noch heute gern sein Leben am Spieltisch.
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4 Responses

  1. Kerstin

    Ein gelungener Testbericht und eine sehr hübsche Jacke, wie ich finde. Ich mag es auch nicht, wenn die Jacken hinten so kurz sind, das scheint aber modern zu sein. ;)

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    • Georg

      Da landet ein Glückwunsch von dir im Kommentar-Briefkasten – und dann ist der nicht einmal für mich! Aber ich gebe ihn natürlich sehr gerne an die richtige Adressatin weiter.

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