Wie entsteht ein Wanderbuch? Eine Frage, die ich hier und jetzt nicht beantworten werde. Zu viele Aspekte spielen eine Rolle – genug Buchstabenmaterial, um einen eigenständigen Beitrag darüber zu schreiben. Was ich eines Tages machen werde. Aber nicht heute.

Heute zeige ich eine Auswahl an Fotos, die garantiert nicht in meinem nächsten Wanderbuch »Rheingau/Taunus. Wanderungen für die Seele« zu finden sind. Ein kurzer Ausflug zur Frage »Wie kommen die Fotos ins Buch« erlaube ich mir aber. Üblicherweise mache ich auf meinen Touren bis zu 500 Fotos (manchmal auch mehr). Unbekannte Routen nötigen einem ja ab, von Beginn an jedes in Frage kommende Motiv abzuschießen. Es könnte ja sein, dass später nichts Schönes mehr kommt.

Meist erweist sich das als Fehlschluss, denn gleich um die nächste Ecke wartet ein noch viel schöneres Motiv. Und dann noch eins. So füllt sich die gefräßige Speicherkarte, bis sie gut gesättigt rülpst. Aus diesen vielen hundert Fotos wähle ich dann mindestens 12 Fotos aus (die genaue Anzahl ergibt sich aus dem Vertrag, den ich mit dem Verlag geschlossen habe). In aller Regel schaffen es dann meist mehr als 12 Fotos in die Auswahl. Zum einen, weil ich mich manchmal schlecht entscheiden kann, welche Foto schöner ist, zum anderen, weil manche Motive sowohl im Hoch- als auch im Querformat ansehnlich sind.

Diese Auswahl geht dann, nach Touren geordnet und mit Titeln versehen, an den Verlag. Dort wird dann die beste Zusammenstellung fürs Buch gemacht. Wichtig ist dabei sicher, dass zum einen ein guter Querschnitt der Wanderung gezeigt wird, eine abwechslungsreiche Auswahl und eine präsentable Darbietung im Buch, sprich: Nicht jedes Foto gibt genug für eine ganzseitige Abbildung – noch dazu im Hochformat – her.

Die Crux dabei ist allgemein, dass der Mensch ja quer guckt, als mehr so den Panoramablick hat. Und überhaupt Landschaften quer ja ansprechender aussehen (wäre es nicht so, hätte die Natur uns die Augen übereinander hergerichtet). Bücher dagegen sind doch eher länglich, wenn man drauf guckt. Nicht umsonst sind Fotobücher oftmals mehr breit als hoch, oder zumindest quadratisch; im Innenteil dann verschiedentlich Fotos über zwei Seiten gezogen.

Jedenfalls vereinfacht dies die Auswahl nicht. Etliche Fotos schafften es nicht ins Wanderbuch. Eine kleine Palette zeige ich jetzt. Alle von der längsten Wandertour, die ich in meinen sechs Wanderbüchern bisher vorstellen konnte: Die »Vier-Täler-Tour«. Der Taunus schiebt sich im Norden bis zur Lahn heran. Was also liegt näher, als von der Lahn aus den Taunus zu erobern? Die »Vier-Täler-Tour« startet im idyllischen Nassau an der Lahn, schwingt sich dann durch romantische Täler hinauf nach Singhofen und schaukelt durch nicht weniger romantische Täler hinunter nach Obernhof. Damit wären schon gut 18 unterhaltsame Kilometer absolviert. Die Rückfahrt ist dann mit der Bahn gut möglich. Doch da geht noch was!

Denn der Lahnwanderweg hangelt sich auf der anderen Flussseite malerisch-schön bis nach Nassau. Spektakuläre Aussichtspunkte inklusive. Die insgesamt dann 26 Kilometer vergingen bei meinen beiden Touren auf dem »Vier-Täler-Weg« dabei wirklich wie im Flug. Beim ersten Mal wanderte ich allein, das zweite Mal dann mir Jörg Thamer, um einen Wanderer leibhaftig auf die Bilder bannen zu können. Die beiden Einkehrmöglichkeiten, die zu jeder Tour genannt werden, mussten Petra und ich dann an einem anderen Tag gesondert nach einem Wandertag im Rheingau besuchen – ausnahmsweise war es aus verschiedenen Gründen nicht möglich, wander-echt noch während der Wanderzeit dort einzukehren.

Beispielsweise bei Amazon kann das Wanderbuch bereits vorbestellt werden, ein Blick ins Buch ist auch bereits möglich. Offiziell erscheint »Rheingau/Taunus. Wanderungen für die Seele« am 1. April im Droste Verlag.

 

Schlenderer

Schlenderer

... wandert nicht nur in den Regionen um das Rheintal, sondern auch andernorts - und berichtet darüber in seinem Blog Schlenderer. Schreibt fantastische, erotische und kriminelle Geschichten. Ist Paper&Pen-Rollenspieler der ersten Stunde - und riskiert noch heute gern sein Leben am Spieltisch.
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2 Responses

  1. Jörg

    Lieber Georg!

    Vielen Dank für die Einblicke. Die Wanderung mit Dir hat mir sehr viel Spaß gehabt. Wenn Du also irgendwann mal wieder einen Wanderer für Deine Bilder brauchst: ich bin gerne dabei!

    Herzliche Grüße aus Limburg, Jörg

    Antworten
    • Georg

      Hallo, Jörg!

      Auch wenn ich keine Fotos mit Wanderer mehr brauchen sollte – das gemeinsame Wandern wiederholen wir auf jeden Fall!

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