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Endlich mal was anderes: Ab in den Teutoburger Wald

Wanderbuch schreiben geht mir ja so was von auf den Sack! Immer dieselbe Walachei, immer dieselben Bäumchen und Blümchen. Gut, ich übertreibe ein wenig, aber etwas Wahres ist doch dran. Ist wie vor der eigenen Haustüre kehren: Immer dieselben alten Hanseln, die stehen bleiben und sagen: »Könnste auch mal bei mir machen.« Nervt irgendwann. Und dann kehrt man halt woanders.

Bisschen schräges Beispiel, ich weiß, aber ich bin vom Sortieren der vielen Gedanken an die drei Tage im Teutoburger Wald noch so verwirrt … Verwirrt deshalb, weil wir in »unserer« TeutoBloggerWG kannenweise mit Programm begossen wurden, das ich im Nachhinein kaum mehr weiß, was ich alles Gutes erlebt habe.

Gut ist es dabei immer, beim Anfang zu beginnen. In Bad Salzuflen finden wir 8 Bloggerinnen und Blogger unser Quartier, als Domizil kehren wir ins Hotel Arminius ein. Ein schickes Bauwerk mit einer mehr als 200-jährigen Geschichte auf dem Buckel, wobei das Hotel aus sechs einzelnen Fachwerkhäusern besteht. Innen schaut’s dann gediegen und qualitätsvoll aus, mein Zimmer modern ausgestattet, natürlich mit W-Lan und viel Platz für Rucksack, Koffer, Wanderschuhe …

Golfen für Fußballer

… doch ich greife vor. Den vor dem Einchecken schickt (nicht nur) mir der Wettergott seinen nassen Sendboten Rudi Regen aufs Haupthaar, auf dass ich ordentlich durchgeweicht werde. Wiewohl ich vom Regen (Neuwied) in die Traufe (Schloss Holte-Stukenbrock) gerate, also ausreichend Zeit habe, mich auf die feuchte Witterung einzustellen. Wobei alle drei Tage in schöner Regelmäßigkeit Wasser abgelassen wurde, sodass gar ein Programmpunkt (die »Nacht der 1000 Kerzen« in Bad Salzuflen) – ach, ich sag es so abgeschmackt – ins Wasser fällt.

Leidlich trocken aber starten wir. Das Geläuf ist saftig vom Wasser, doch weil ich als golfmäßig Unbeleckter an den Start gehe, ist mein Bewegungsradius sowieso eher eingeschränkt. Wovon ich rede? Na, vom Golfen natürlich! Drei Programmpunkte hatte sich jeder WG-Blogger ausgesucht, mein Los fiel aufs Golfen im Senne-Golf Gut Welschof bei Schloss Holte-Stukenbrock. Ob ich meinem Golftrainer Volker Buchwald damit einen Gefallen tue, weiß ich nicht, ich jedenfalls habe meinen Heidenspaß. Eine Stunde individuelles Golftraining – sicher nötig bei einem Amateur-Sportler wie mir, der die letzten Jahre seiner aktiven Fußballer-Laufbahn in den Betonligen als linker Außenverteidiger verbracht hat. Grätschen war mein Lebensmotto. Jetzt übe ich also den behutsamen Umgang mit einem winzigkleinen Bällchen, das sich vielen meiner Versuche entzieht, es so weit wie möglich über die Driving Range zu jagen. Verflixt! Und wieder jagt der Schläger zischend übers Bällchen … Gut, vor dem Schlagen erfahre ich erst einmal, wie ich den Schläger richtig zu halten habe. Stehen muss. Schwingen muss. Aufs Bällchen gucken, während der Schläger hochzieht. Und … zisch! Drüber … Der nächste Versuch.

Ach, es ist wirklich eine tolle Stunde! Etliche Male pfeffere ich den Golfball weit von dannen, mal links, mal rechts … Da kommt der rauhbeinige Fußballer manchmal wieder durch: »Alter, hau den Ball wesch!« Egal wohin. Und manchmal, ach, da prallt der Schläger mit richtig Kawumm gegen das Bällchen … und das kullert halb verhungert übers Grün und kommt kaum einen Meter weit von mir entfernt zum erschöpften Liegen.

Golf ist kein Sport, der sich in einer Stunde erlernen lässt. Schon die möglichen Griffhaltungen, der richtige Stand, die Körperhaltung beim Abschlag – all das erfordert Training. Viel Training. Doch das lohnt sich. Zum einen merke ich, ob mir Golf spielen überhaupt gefällt. (Ja, das tut es.) Und zum anderen bekomme ich zumindest ein erstes Gefühl dafür, worum es beim Golfen überhaupt geht. Mit Kawumm geht da gar nichts, im Gegenteil. Beim sportlichen Aspekt spielt die physische Herausforderung eine große Rolle, einfach mal so ein paar Löcher spielen ist nicht. Gut und gerne 8 Kilometer läuft der Golfer übers Grün, und an diesem Tag bei Wind & Wetter, denn als wir die Schläger einsackten, setzte der große Regen ein. Schönwetterspieler sind weder beim Fußball noch beim Golf gefragt – was dann doch eine Gemeinsamkeit mit dem Fußball spielen mit sich bringt. Solange der Platz bespielbar ist, wird gespielt. Und so sah ich später im strömenden Regen muntere Grüppchen über den Golfplatz trudeln und spielen.

Fotos von mir beim Golfen gibt’s natürlich nicht. Ich möchte nicht, dass öffentlich über mich gelacht wird. Und außerdem ist es selbst mir technisch nicht möglich, den Golfschläger zu schwingen und gleichzeitig den Fotoapparat in den Händen zu halten.

Nach einem leckeren Snack im Clubhaus trifft Otmar Lüke ein. Er ist Stadt- und Landschaftsführer und soll mich nun an die Hand nehmen, um mir das Naturschutzgebiet Schluchten und Moore im Furlbachtal näher zu bringen. Wobei näher bringen wieder einmal nicht richtig ist. Denn wir nähern uns dem Furlbachtal an. Sogar fahrend. Nach dem Spielen kommt das Kutschieren. Zu dritt rücken wir eng zusammen in einem der quirligen Caddys, mit denen man das Auf und Ab des Golfplatzes aus nächster Nähe nachempfinden kann. Wir also fahren kreuz und quer über das saftige Grün, womit ich nicht nur einen Eindruck von der Länge einer Bahn gewinne, sondern auch davon, wie naturnah doch das Golf spielen sein kann. Durch kleine Birken- und Kieferwäldchen düsen wir, durch Senken und Mulden und über Hügel – immer ein laues Lüftchen um die Nase und frische Luft in den Nüstern. Das lobe ich mir doch im Vergleich zum Ascheplatz bei uns in Heddesdorf auf Tuchfühlung zur B 42 …

Durch das Furlbachtal

Die Caddytour endet am Hubertusweg. Von jetzt an heißt es: »Selbst ist der Mann«, Fußarbeit ist gefragt.

Gemeinsam wandern wir auf Abschnitten des Wanderwegs »A3 – Wildromantisches Furlbachtal«, der sich über rund 7,5 Kilometer entlang von Schluchten und Moore windet; mal schwingt er sich hinauf, dann wieder gleitet er sanft oder zügig hinunter zum munteren Bächlein, der kristallklar im Tal glitzert.

Kristallklar tropft auch der Regen auf unsere Köpfe, doch trübt er nicht unsere Gemüter. Gut gelaunt schleifen wir durchs Furlbachtal, Otmar Lüke weist hierhin und dorthin und beweist einmal mehr, dass jede Region mehr zu bieten hat, als ein allzu schnelles Abwandern offenbaren kann. Ich sauge die spätsommerliche Waldluft ein, die würziger bei dem steten Regen duftet als an heißen Sommertagen. In den Bentteichen wuchern die Seerosen, das schwarze Wasser liegt ruhig über eine Tonschicht. Nach dem Abbau konnten so Moortümpel entstehen, um die herum eine ruhige Atmosphäre herrscht; die Stille streicht einem übers Gesicht.

Eine kleine Holzbrücke bringt uns sicher ans jenseitige Ufer. Der Furlbach führt viel Wasser zu Tal nach den vielen Regenfällen, trotzdem entdecken wir keine der drei Fischarten, die sich im Bach tummeln sollen – Bachforelle, Groppe und Bachneunauge. Stattdessen widme ich mich dem renaturierten Tal mit seinen Schwarz-Erlen oder Moor-Birken, und selbst von einer Fischzuchtanlage, die bis in die 90er-Jahre noch das Bild dominierte, sehe ich nur noch Reste; die Natur hat sich alles zurückgeholt, was ihr entrissen wurde. Schöneres Wetter, und dies wäre ein wunderbarer Ort, um sich auf einem Baumstumpf niederzulassen und dem Bach beim Fließen zuzuschauen …

Trotz des Regens nehmen wir uns noch Zeit, bis wir zwischendurch im »Café Alte Fockelmühle« einkehren, uns die Nässe aus den Ärmeln schütteln, ein Stück Kuchen verzehren und mit einem kräftigen Schluck Kaffee unsere Betriebstemperatur wieder auf Normalstand erhöhen.

Die Ems für Anfänger

Vom A3 verabschieden wir uns danach, denn die letzten Meter führen uns zur Ems-Erlebniswelt in Stukenbrock-Senne, bevor wir anschließend zu den Emsquellen wandern. Da hat uns die Nasswetterlage aber so richtig erwischt, dass ich gar keine Fotos mehr mache. Andererseits passt Regen gut zur Emsquelle, denn irgendwie muss sich die Ems ja mit Wasser nähren, bevor sie nach gut 370 Kilometern gut gesättigt in die Nordsee fließt …

Andere Regionen haben auch schöne Wälder, das mal so als Zwischenfazit. Am Schönsten ist’s zu Hause. Mag ja sein. Aber andernorts ist’s auch schön. Und dass es verwunschene Täler wie das Furlbachtal jenseits von Hunsrück und Eifel und so weit im Norden gibt, nimmt unsereins ja nicht einmal im Wachzustand richtig wahr. Ein kurzer Wanderweg war’s zwar nur, aber in der Nähe locken noch weitere, auch längere Wege – so ein Schlossweg, oder naturkundliche Pfade … Genug jedenfalls, um den Wanderschuhen so richtig Dampf zu machen. Und erstaunlich erbaulich fürs Wandergemüt ist die Region auch, wie ich erfahren (Caddy) und erwandern (Füße) konnte.

Im Anschluss galoppierte ich vom Golfplatz und an Pferdekoppeln vorbei nach Bad Salzuflen. Mitten im malerischen Kurort schmiegt sich das Hotel Arminius in die Gasse, meinen Wagen stelle ich im allertiefsten Keller ab. Dort, wo auch Elke Bitzer von Fotografische Reisen und Wanderungen ihr Gefährt grad in dem Augenblick parkt. Da kennen wir uns via Internet und übers Bloggen seit Jahren – und begegnen uns unter der Erde zum ersten Mal. Tja, so sind die alten (ich) Blogger (Elke).

Schlemmen und Schwatzen im Restaurant Seeterrassen

Nach dem Einchecken steht ein gemeinsames Abendessen im Restaurant Seeterrassen auf dem Plan. Vom Plan entfernte sich leider das Spektakel um die Veranstaltung der »10.000 Kerzen«, denn der stete Regen würde jeder Kerze unweigerlich das Lichtlein ausblasen.

Wir stromern unter der Schirmherrschaft (ach!) von Stadtführerin Sabine Mirbach, die uns in einem Redefluss viele Anekdoten und Geschichten zur Stadt Bad Salzuflen erzählt. Leise tröpfelt der Regen. Wir schütteln uns kurz im Restaurant wie nasse Vierbeiner, und halten dann den Abend mit eigenen Erzählungen und den notwendigsten Getränken am Laufen.

Und fürs Magenwohl vertiefte ich mich in den gegrillten Kalbstafelspitz mit Mangochutney, Kräuterbutter und Süßkartoffel-Pommes. So lecker und der Tafelspitz so auf den Punkt genau gegrillt, dass wir daheim sofort nach Rezepten mit Tafelspitz auf dem Grill suchten (und fündig wurden!)

Sind so kurze Nächte

Das Hotelbett lernte mich an diesem ersten Abend erst sehr spät aus der Nähe kennen … Mehr gibt es dazu nicht zu sagen, denn der Schlaf war tief und …

»Schnauze, Wecker!«


Alle Partner bei der TeutoBloggerWG

BloggerBlog
Kerstin Schindelinteilzeitreisender.de
Marcus O. Mielkeburgturm.de
Simone Jansonberufebilder.de/travel
Elke Bitzerfotografischereisenundwanderungen.com
Karl-Georg Müllerschlenderer.de
Nicole Aupperleunterwegsunddaheim.de
Kerstin Paarsonnenfernweh.de
Bettina Blassopjueck.de

Hinweis! Meine Reise wurde unterstützt von Teutoburger Wald Tourismus und weiteren Institutionen vor Ort. Dieser Artikel ist in einer Kooperation entstanden und deshalb als Anzeige gekennzeichnet. Dennoch gebe ich hier meine ganz persönlichen Eindrücke wieder.  Darüber hinaus habe ich mich per Outdoor Blogger Codex dazu verpflichtet. Mein Dank geht an alle Menschen, die mich bei meinen Erlebnissen begleitet und unterstützt haben.

Schlenderer

Schlenderer

... wandert nicht nur in den Regionen um das Rheintal, sondern auch andernorts - und berichtet darüber in seinem Blog Schlenderer. Schreibt fantastische, erotische und kriminelle Geschichten. Ist Paper&Pen-Rollenspieler der ersten Stunde - und riskiert noch heute gern sein Leben am Spieltisch.
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