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Was liegt an?

  • Besichtigung des Hotels Elbresidenz an der Therme Bad Schandau
  • Besuch des Aktiv Zentrums
  • Wanderung auf den Papststein
  • Wanderung auf den Pfaffenstein
  • Wanderung zur Bastei
  • Abendessen im Restaurant Elbterrasse

Während mich beim Schreiben gerade »Rocky Road to Dublin« von den High Kings berieselt, was die Faust aufs Auge zum heutigen Wandertag passen wird, lasse ich den Tag ein weiteres Mal Revue passieren. Und komme mir vor wie ein wandermäßiges Weichei. Warum das? Dazu später mehr.

Denn begonnen haben Petra und ich den Tag im Hotel Elbresidenz an der Therme Bad Schandau recht zeitig. Gegen 7 Uhr – der elektronische Smartphone-Wecker verweigerte nach einer Fehleinstellung wohlmeinend den Dienst, sodass wir etwas ruckartig aus den weichen Daunen fuhren – schälen wir uns also aus den Federn, genießen das sich zum Verlaufen anbietende große Zimmer, in dem ich sogar meinen Doppelnamen ungefährdet tanzen kann, bevor wir – sittsam getrennt – ins Bad schlüpfen. Dabei ist auch das groß genug, um zwei mittelschmalen gähnenden Gestalten wie uns Raum zum gemeinsamen Frisieren und Verschönern zu bieten.

Nach der bei mir sinnlosen Gesichtsrestaurierung dann runter also in den Frühstückssaal und ran an den vorgedeckten Tisch. Kaffee und Tee werden serviert, von den ausufernden Genusstischen bedienen wir uns selbst. Fotos dazu schaufele ich in den nächsten Bericht, denn wir haben es eilig.

Besichtigung des Hotels Elbresidenz

Vereinbart sind zwei Vorabtermine. Vorab deshalb, weil wir danach wandern und wellnessen wollen. Herr Hausmann sorgt in der Elbresidenz Bad Schandau und in der Toskana Therme für den reibungslosen technischen Ablauf, und dies bereits seit so vielen Jahren, dass er die beiden letzten verheerenden Hochwasser mitbekommen hat und uns überhaupt jeden Winkel in den Hotelgebäuden zeigen könnte – wenn denn die Zeit dazu da wäre. So beschränken wir uns auf die wesentlichen Aspekte.

Die Elbresidenz verfügt über 207 Superior- und Deluxe-Zimmer und Suiten. Unser Zimmer steht sicher exemplarisch für die übrigen, weshalb wir lieber die anderen Räumlichkeiten sehen möchten.

Dazu zählen beispielsweise die Tagungsräume (11 in unterschiedlicher Größe wie der teilbare Canaletto-Saal), modern ausgestattet, denn nach dem letzten Hochwasser 2013 musste die Elbresidenz nochmals grundlegend saniert und modernisiert werden. Die Neuinvestition im zweistelligen Millionenbereich kommt natürlich den Gästen wie uns zugute, weil wir vom Charme der 60er-Jahre, die manches Hotel am Mittelrhein noch ausstrahlt, in der Elbresidenz natürlich verschont bleiben.

Der Charme ist ein anderer, gediegene Ausstattung wechselt sich ab mit neuzeitlichem Ambiente. Das Karl-May-Zimmer mit den Ledermöbeln lernten wir bereits am Vorabend kennen, die Wellness-Oase im obersten Stockwerk schauen wir uns gemeinsam mit Herrn Hausmann an. Petra wird am nächsten Tag die Gunst der Stunde nutzen und genießen, während ich auf steilem Geläuf unterwegs sein werde. Petras Bericht zum Wellnesspark mit dem Fitnesscenter und dem Aurorabad folgt natürlich separat.

Was mir schwerfällt: die Orientierung. Natürlich weist uns Herr Hausmann auf die an allen wichtigen Örtlichkeiten angebrachten Informationstafeln hin, die wirklich eindeutig sind, doch bei den verschiedenen, miteinander verbundenen Häusern mit drei (oder sind es nicht sogar vier) Aufzügen und dem treppauf und treppab versagt ab und an mein auf die Natur geeichtes Orientierungsvermögen. Weitläufig trifft es gut, verbunden mit einer ruhigen Atmosphäre ohne jedwede Hektik.

Geschäftig zugehen wird es sicher in der Küche, zu der uns Herr Hausmann ins unterste Stockwerk führt. Die Küche litt bei den Hochwassern natürlich besonders, zudem sich die nach dem ersten Hochwasser 2003 unternommenen Anstrengungen, die Küche zu schützen, als mangelhaft erwiesen. Jetzt sind die Kühlhäuser wirklich vor Hochwasser gesichert, die einzelnen Küchenteile können sogar abgebaut und ins Obergeschoss transportiert werden. Nebenher wurde die Trafostation aus dem Kellerbereich in eines der Obergeschosse verlegt, womit zwei starke Kostenfaktoren bei einem möglichen nächsten Hochwasser gut geschützt sind.

Die beiden Restaurants »Sandstein« und »Elbterrasse« bieten mehr als 200 Plätze, die formidable Aussicht auf die Elbe vom »Sommergarten« werden wir am folgenden Tag genießen, in die Bar »Rio Xingu« – ein offener Bereich nahe bei der Rezeption – führt uns Herr Hausmann abschließend. An allen Abenden erklang Live-Musik. Prominente Gäste residierten bereits in der Elbresidenz, von denen der Künstler Dirk Sommer in der Bar präsentierte Karikaturen anfertigte. Überhaupt zieren viele Grafiken die Räume und Gänge, so auch Original-Radierungen von Artur Henne oder Titelzeichnungen zu einigen Karl-May-Bänden.

Im Aktiv Zentrum

Im Nebengebäude erwartet uns schon Frau Gronach vom Aktiv Zentrum Bad Schandau mit ausgearbeiten Wanderrouten. Wir hatten im Vorgespräch auf Petras Höhenangst hingewiesen, sodass sie für den heutigen Tag zwei Touren mit alternativen Wegen zusammengestellt hat. Wenn genügend Zeit bleibt, wollen wir die Bastei aufsuchen. Und für den morgigen Tag präsentiert Frau Gronach mir eine ausgedehnte Tour über die Schrammsteine.

Am Vortag hatte ich mir bereits eine Wanderkarte der Region gekauft, von Frau Gronach erhalten wir noch eine Karte zu den ausgesuchten Gebieten mit der Bastei und Bad Schandau und … doch dazu gleich mehr. Das ist auch nötig, denn die geplanten Wanderungen verlaufen nicht auf durchgängig ausgeschilderten Wegen, sondern sind gewissermaßen auf unsere Wünsche zugeschnitten. Als Wanderweichei bin ich ja gewohnt, auf Premiumwegen mein Dasein zu fristen. So gut ausgeschildert, dass weder Karte noch Kompass nötig sind, so gut wie nichts zu suchen, weil die Fährten längst ausgetreten sind. Gut, ausgetreten sind die Wege im Elbsandsteingebirge wohl auch, aber dafür hagelt es nicht wie andernorts Premium- und Prädikatswanderwege, auf denen der Wanderer supertoll gepampert wird. Für Leute mit Verlaufangst ist sowas natürlich weniger geeignet, für Wanderer, die ihre eigenen Wege gehen wollen, schon eher.

Das Aktiv Zentrum ist quasi Touristinformation (die es am Marktplatz nochmals in einem weiteren, getrennten Gebäude gibt), Fahrradverleih (bestückt natürlich auch mit E-Bikes) und kompakter Shop von Kooperationspartner Globetrotter in einem. Kletterausflüge oder Wandertouren können hier direkt gebucht und Wanderausrüstung gegen Gebühr ausgeliehen werden.

Da weise ich doch auch gleich einmal auf die 1. Globetrotter Wandertage vom 22. – 24. September 2017 hin mit Stirnlampenwanderungen oder Kochwanderungen.

… und die Zeit läuft uns weg. Wir also hinterher. Der Berg ruft. Ach, was sage ich, die Tafelberge, der Papststein und der Pfaffenstein, die Bastei. Noch viel mehr. Wir also schnellstens los von der Elbresidenz Richtung Papststein.

Der Papststein ruft!

Der Papststein liegt fast auf Gucknähe von Bad Schandau entfernt. 15 Minuten, und wir parken auf einem – welch Erstaunen – kostenpflichtigen Wanderparkplatz. An das »kostenpflichtig« werden wir uns gewöhnen müssen. Die Tour habe ich bei Outdooractive festgehalten, zum Nachwandern ist sie weniger geeignet, weil wir nach den ersten Schritten in den Berg im wahrsten Sinne umgehend eine Änderung vornehmen mussten. Hinzu gesellt sich mein mäusespeckweiches Gedächtnis, das ich wöchentlich resette, sodass mir manche Erinnerung flöten geht. So auch an die genauen Streckenführungen an diesem wunderbaren Tag. Jedenfalls tapsten wir dann tiefenentspannt über den Weinleitenweg mit schönen Blicken über die zartgrüne Landschaft und das verschlafene Papstdorf, das sich an den Hang des Papststeins schmiegt und vorbei auch an einer großen Felsmasse, die 1972 abstürzte und eine 30 Meter breite Schneise schlug. Der Berg lebt.

Zu Füßen des 451 Meter hohen Papststeins und gleich beim Dorfe wählte sich Petra eine Rastbank aus. Mit verschiedenen ermahnenden Worten wie »der Berg lebt!« – umfassend als »Passauf-Formeln« bezeichnet, die den Höhlenmann begleiten, seit er zum ersten Mal auf die Jagd ging (und richtig: nicht wiederkehrte) – steige ich alsdann über Stiegen und Stufen, entlang von knorrigen Felsen und schroffen Wänden, mal schmal, mal breit genug für entgegenkommende Wanderer immer höher hinauf.

Was soll ich schwärmen? Ich lasse Fotos jetzt und auch bei den anderen Wanderungen sprechen. Ich müsste mich mantrasierend wiederholen: »Oh, was ist das schön. Ohh, was ist das schön. Ohhh, was ist das wunderschön.«

 

Natürlich laufe ich nicht wie ein Depp durch die Gegend und brabbele vor mich hin. Nur das Glänzen meiner Augen deuten an, wie beglückt ich bin. (Na gut, und manchmal ein leises »Oh, was ist das schön«, wenn ich niemanden in der Nähe vermute.) Ich gebe ja zu, Natur versetzt mich schnell in Verzückung, und ich lasse mich durch Landschaften gerne begeistern. Dieses Kraxeln – immer abgesichert durch Seilversicherungen oder Steintreppen, durch Eisenhaken und so fort, also immer so, dass ich mich sicher fühlte – begeistert mich.

Keine Frage, als Wanderer muss man gut zu Fuß sein, Schwindelfreiheit ist ein guter Wegbegleiter, der Tritt sollte sicher sein und das Schuhwerk knöchelhoch und mit ausreichend Profiltiefe ausgestattet. Alles andere ist fahrlässig. Aber wir sind in einem Mittelgebirge, die Anstiege von der Länge und der Höhe her für einen Wanderer, der des Öfteren unterwegs ist, keine Herausforderung, zudem auf dem Papststein eine Hütte zur Einkehr lockt.

Dort oben dann, etwas oberhalb der Hütte, gönne ich mir einige letzte Ausblicke über das Elbsandsteingebirge, bevor ich hinabsteige zu Petra. Der Lilienstein rückt dabei ins Blickfeld, natürlich der Königstein mit der wuchtigen Festungsanlage und der Gohrisch, der direkte Nachbar des Papststeins.

Gemeinsam ziehen Petra und ich durch Papstdorf. Ländlich-idyllisch die Szenerie, so wandern wir später entlang von Feldern und Wiesen, schlüpfen noch durch eine Kleingartenanlage und legen die letzten Meter auf schmalem Pfad entlang der Landstraße zum Parkplatz zurück.

Der Pfaffenstein ruft auch!

Hat jedes Dorf seinen Stein? Mag sein, denn von Papstdorf mit dem Papststein zieht es uns nun nach Pfaffendorf mit dem Pfaffenstein. Der ist mit 434 Metern etwas niedriger, dafür beginnt der Aufstieg gleich am Parkplatz im Dorf.

Wie schon am Papststein sind wir an diesem lauen Sommertag nicht die einzigen Wanderer, die sich hinauf zum Berg machen, doch habe ich heute und auch Morgen selten das Gefühl von Wanderschwemme (wobei wir mitten in der Woche außerhalb der Ferienzeit wandern, an einem Juli- oder August-Sonntag stellt sich die Wanderlage vermutlich anders dar).

 

Das Elbsandsteingebirge ich ja ein weltbekanntes Klettergebiet. Der Pfaffenstein weist 32 Kletterfelsen aus, zu denen bis 1975 auch die Barbarine zählte, die aber wegen Verwitterungsschäden seither gesperrt ist. Die Barbarine ist mein Ziel. Hoch geht’s für mich durch das Nadelöhr, hinab gehe ich später über den sogenannten »bequemen Weg«, zwischendurch warten der Berggasthof (mit Aussichtsturm, den ich jedoch nicht besteige) und der Abzweig zur Barbarine, der mich zu einer engen Spalte mit Bauchbremse führt.

Bauchbremse deshalb, weil schon mein schmaler Rucksack mit den beiden Trinkflaschen aneckt, dass es knautscht. Mein Mitbringsel aus der Kluft: Schrammen im Alufläschchen. (Wie soll das erst morgen auf den Schrammsteinen weitergehen?)

Die Barbarine gilt als ein Wahrzeichen der Sächsischen Schweiz, und das Naturdenkmal muss man wirklich gesehen haben. Die Gipfelköpfe sitzen wagemutig auf dem Korpus, was die Natur sich dabei wohl gedacht hat?

Dank Sandsteinverfestiger (den man nach Ansicht eines Ortsansässigen älteren Herrn und Kletterer, mit dem ich mich beim Bewundern kurz unterhielt, heutzutage so nicht mehr reinpappen würde) trotzt das Gipfeldach nun wieder standhaft Wind und Wetter …

Welch Überraschung erwartet mich unten. Petra. Sie hat, während ich schwitzte und Bauklötze staunte, den Pfaffenstein ebenerdig halb umrundet. Und weil sie den Weg nun bestens kennt, flanieren wir zwei das gute Stück mit ausdauerndem Blick auf den Königstein zurück.

… und nun ruft auch noch die Bastei!

… und weil wir so hurtig geschlendert sind, bleibt noch Zeit bis zum Abend. Die Bastei auf der anderen Elbeseite winkt uns förmlich zu. Statt zurückzuwinken, wuseln wir mit dem Wagen rüber, schliddern über enge Straßen hinan und legen die rund 20 Kilometer im Sauseschritt zurück, um gegen 17 Uhr auf dem Parkplatz einzulaufen. Nach der Rushhour, wie es scheint, denn proppenvoll ist was Anderes. Die recht späte Stunde hat also etwas Gutes, und so spazieren wir gemeinsam mit einer kleineren Spaziergängergruppe zur Bastei.

Die wiederum hat es Petra nicht angetan. Bis zum Gasthaus geht es gut, dann geht gar nichts mehr. Doch wer denkt, ich müsste nun alleine weitergehen, täuscht sich. Denn wie aus dem Nichts tauchen um mich herum und neben und vor und sogar hinter mir Japanerinnen auf. Wie die Queen mit großen Handtaschen bestückt und mit noch größeren Smartphones, so scheint es mir, promenieren wir zur Basteiaussicht. Als dort der japanische Reisebegleiter einige landestypische Worte spricht und abschließend ein »Elbeblick«, muss ich mich am Geländer festhalten, um beim vielstimmigen glockenhellen Aufschrei nicht kopfüber gen Elbe zu sausen. In Dresden müssen in dem Moment sicher einigen Leutchen von den Hockern gerutscht sein.

In netter Gesellschaft also genieße ich diesen und den Ausblick von der Basteibrücke, staune über Kletterer hier und da (von denen mir der eine oder andere den Eindruck macht, sie posierten nicht ganz unabsichtlich für die Fotografen, denn ohne sie gelingt kaum eine Aufnahme), steige noch auf den verwaisten Ferdinandstein und spare mir den Obolus für die sicher empfehlenswerte Felsenburg Neurathen, denn just, als ich am Kassenhäuschen stand und grübelte (auch, wie lange ich Petra nun warten lassen dürfte), huschten munter tuschelnde japanische Damen an mir vorbei.

Handtaschen hatte ich genug, Aussichten im Grunde auch, und zum ersten Mal wurde es mir auch zu voll (und es war keine Rushhour auf der Basteibrücke!) Der Abstecher zur Bastei ist absolut lohnenswert, doch wer die Ruhe sucht, ist dort natürlich fehl am Platze (und sorgt ja selbst mit dafür, dass keine Ruhe ist …)

Zum Schluss also noch Petra an die Hand genommen und ab über die teilweise engen Straßen zurück zur Elbresidenz in Bad Schandau.

Genug gerufen, jetzt wird gerastet und geschlemmt

… und dann speisen wir ein zweites Mal köstlich zu Abend in der Elbresidenz im Restaurant »Elbterrasse«.


[Hinweis! Unsere Wanderreise in die Sächsische Schweiz und ins Elbsandsteingebirge erfolgte auf Einladung von Hotel Elbresidenz an der Therme Bad Schandau und auf Vermittlung von Pressegroup.com – Winterstetter PR GmbH. Dieser Blogger wurde in der Äußerung seiner persönlichen Meinung nicht beeinflusst oder beschränkt.]

 

Schlenderer

Schlenderer

... wandert nicht nur in den Regionen um das Rheintal, sondern auch andernorts - und berichtet darüber in seinem Blog Schlenderer. Schreibt fantastische, erotische und kriminelle Geschichten. Ist Paper&Pen-Rollenspieler der ersten Stunde - und riskiert noch heute gern sein Leben am Spieltisch.
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