Im Grunde meines Herzens bin ich ja kein Kapuzen-Typ. Auf mein Haar kommt mir selten was, lieber lasse ich den Wind durchwehen. Und die Kälte. Man ist ja Mann. Und friert lieber oder wird glitschnass. Vermutlich lässt sich auch diese Aversion weit in meine Kindheit zurückverfolgen, vielleicht begegnete ich dereinst einem finsteren Mann mit Kapuze im tiefen Wald, der mich verschreckte und mir von da an die Lust an jeglicher Kapuze nahm. Vielleicht gar war es ein altes Kapuzenmütterlein, das mich in sein Knusperknusperhäuschen locken wollte. Vielleicht ist es aber auch einfach so, weil es so ist, und ich bin wirklich keiner, der jeden Firlefanz tiefenpsychologisch deuten will.

Und ausgerechnet ich teste eine Kapuze. Nein, ist nicht ganz richtig, denn das »XYLON« von »Buff« ist mehr als eine schnöde Kapuze. Eine Vielzweckkapuze sozusagen. Und »Unisex« ist sie auch noch – was natürlich zu familieninternen Zwistigkeiten führen kann, wenn nur ein solches »Buff« im Rucksack ruht.

Aber ich fange von vorne an, denn im Rucksack hat das feine Tuch nun auch nichts zu suchen. Es gehört um den Hals. Was wie folgt vonstattengeht. Auseinanderklauben, wie eine Motorradhaube ansetzen, runterziehen, bis das Buff auf den Schultern anliegt, zurechtpfriemeln. Natürlich zieht man zur Kapuze, da sie bei entsprechender Witterung zum Tragen kommt – also bei Wind und Regen und kühlerem Wetter -, eine Jacke, vielleicht einen Fleecepullover an. Da muss die Kapuze, die nicht ausgefaltet, also über den Kopf gezogen, etwas dicker aufträgt, beispielsweise ordentlich unter oder über den Kragen einer Jacke drapiert werden, je nach Belieben.

Ist das erledigt, geht es los. Raus ins Wetter. Die Kapuze ist aus Windstopper®-Material gefertigt, ein, wie mir die Website von Buff verrät, »absolut windundurchlässiger Stoff, mit hohem Tragekomfort, besonders atmungsaktiv und mit einer Innenlage aus Polarfleece. Die Außenlage ist strapazierfähig und wasserabweisend, lässt zugleich aber Körperfeuchtigkeit durch (Schweiß).« Seine erste Bewährungsprobe kann es gleich auf einer windreichen Wanderung im Westerwald beweisen – und welche Höhen in unserer Region sind besser als die des Westerwalds geeignet, über die ja bekanntlich der Wind so kalt pfeift.

Das Buff XYLON nach dem Windeinsatz

Nun gibt es verschiedene Möglichkeiten, sich mit dem Buff den Wind vom Leib, speziell natürlich von Kopf und Hals, zu halten. Zum einen wirkt es generell wie ein Halstuch, es lässt sich zu diesem Zweck, da der Stoff nicht sehr dick ist, gut um den Hals wickeln. Das hilft, den Hals zu schützen. Pfeift der Westerwaldwind heftiger um die Ohren, zieht der Wanderer die Kapuze über, und schon verebben nicht nur die Geräusche, sondern auch die Winde.

Kommt es ganz arg oder sind die Temperaturen noch dazu eisig-kalt, wird das sogenannte »doppellagige Mikrofaserschlauch« über das Kinn gezogen. Wie weit, bleibt jedem Selbst überlassen, wobei tunlichst die Augenpartie frei bleiben sollte. Der Mund also lässt sich bedecken, wobei das sorgenfreie Atmen wegen des dünnen Materials kein Problem darstellt, der kalte Lufthauch aber erst einmal die Schicht durchwandern muss und also nicht ganz so kühl in den Mundraum hineinspaziert.

Der Nasenatmer zieht den Schlauch noch höher und bedeckt die Riechkolben gleich mit. Der Schlauch ist lang und elastisch genug und lässt dies zu. Die Kapuze kann durch einen Kordelzug noch enger um den Kopf gespannt werden, um allzu heftigen Windstößen die Laune zu nehmen; das Ding sitzt gut und nahezu unverrückbar ums Haupthaar.

Eine Polygiene®-Ausrüstung letztlich soll den Stoff länger sauber halten und einer durch Bakterien verursachten Geruchsentwicklung vorbeugen. Was es damit auf sich hat, musste ich erst auf der englischsprachigen Website von Buff und der des Ausrüsters nachlesen. Silbersalz soll den Schutz bewirken; laut Ausrüster sorgt es für »dauerhafte Frisch« und »weniger waschen« – am Besten selbst das Produktblatt durchlesen und sich einen eigenen Eindruck verschaffen.

Das Buff XYLON ist nur eines von vielen Tüchern in dieser Ausstattung. Das ich wichtig, denn die Geschmäcker sind bekanntlich verschieden. Ich suchte mir das rot-gemusterte aus – eine für meinen Geschmack auch jetzt noch gute Wahl.

Petra und ich haben das Buff noch auf weiteren Wanderungen getragen (auch in der Eifel, wo bekanntlich nicht viel weniger Wind pfeift als im Westerwald, und an der Mosel bei Starkwind). Auch bei Regen. Da es wasserabweisend ist, perlte der (nicht sehr starke) Regen ab; inwiefern es Dauerregen standhält, muss das Buff noch beweisen.

Das Buff XYLON macht auch von der Seite eine gute Figur

Den Wind jedenfalls hält es gut ab, zugleich schützt es auch die Gesichtspartie. Es ist sehr leicht und stört trotz Kapuze nicht sonderlich. Das Schlauchtuch schützt den Halsbereich. Der einfach zu händelnde Kordelzug festigt die Kapuze noch zusätzlich. Waschbar ist das Buff natürlich auch, doch sollte es nicht im Trockner landen; wegen seiner Materialbeschaffenheit soll es sowieso schnell an der Luft trocknen.

Neben dem Modell XYLON und seinem angenehm dünnen Stoff gibt es weitere Modelle wie FOG oder GARDENIA, wobei beim Letztgenannten meine Sirenen schreien – das ist mir dann doch zu fluffig-flauschig. Andererseits sieht’s wohlig-wärmend aus, und wer’s tragen kann …

Sie hat gut lachen, sie hat mein Buff!

Doch mit meinem – Entschuldigung, Petra! – mit unserem XYLON bin ich sehr zufrieden. Ich ziehe es zwar nicht immer an, aber immer dann, wenn der Wind weht. Und das nicht nur im Westerwald. Es ist ein sehr guter Ersatz für Kapuzenjacken – behaftet mit dem Vorteil, diese tragbare Kapuze samt Schlauchschal nur dann ums Genick winden zu müssen, wenn es wirklich nötig ist. Der Wind kann kommen …

 

[Hinweis! Das Produkt “Buff XYLON” wurde mir vom Hersteller “Buff” für diesen Produkttest zur Verfügung gestellt. Alle von mir vorgestellten Produkte teste ich gewissenhaft und benenne Vorteile und Nachteile, soweit sie mir auffallen.]

 

Schlenderer

Schlenderer

... wandert nicht nur in den Regionen um das Rheintal, sondern auch andernorts - und berichtet darüber in seinem Blog Schlenderer. Schreibt fantastische, erotische und kriminelle Geschichten. Ist Paper&Pen-Rollenspieler der ersten Stunde - und riskiert noch heute gern sein Leben am Spieltisch.
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