Ach, meine alte Länder-Liebe Irland! Wer ermessen mag, wie sehr mich Irland mit all seinen Fascetten fasziniert, werfe einen Blick auf meine Seite »Cuanscadan«. Vor mittlerweile recht vielen Jahren schrieb ich gemeinsam mit meinem Freund Manfred ein Quellenbuch zu der gleichnamigen Stadt, die im irisch-mythologischen angehauchten Land Erainn liegt.

Copyright Conrad Stein Verlag GmbH

Um die Verbundenheit herum ranken sich unsere viel zu wenigen Reisen nach Irland, zuletzt nach Bray südlich von Dublin mit Besuchen beispielsweise von Glendalough, der alten Klosteranlage.

Das vorliegende Reisebuch »Irland: Wild Atlantic Way« nun widmet sich genau der gegenüberliegenden Küstenlinie, die wir Jahre zuvor kennen- und lieben gelernt haben. Autor Dirk Heckmann nimmt uns mit auf seine Reise im Wohnmobil vom Süden des Landes entlang der Küstenlinie zum Norden.

226 prall mit Informationen und 69 farbigen Abbildungen angefüllte Seiten. Die rund 2.500 Kilometer lange Strecke führt vom Old Head bei Kinsale bis Malin Head, dem nördlichsten Punkt der Insel. Die Entfernung zeigt natürlich, dass es sich nicht um ein originäres Wanderbuch handelt, und das Titelbild zeigt richtigerweise das Wohnmobil, mit dem der Autor die Route bewältigte. (Wobei natürlich auch von Norden nach Süden gefahren werden kann, doch Dirk Heckmann hat einen einleuchtenden Grund, weshalb er die Süd-Nord-Route vorschlägt.)

•        Outdoor-Handbuch aus der Reihe »Der Weg ist das Ziel«, Band 297
•        Autor: Dirk Heckmann
•        226 Seiten
•        Verlag: Conrad Stein Verlag
•        Erscheinungsjahr: 2016
•        Besonderheiten:  69 Abbildungen und 27 Kartenskizzen
•        ISBN:  978-3-86686-497-9
•        Verkaufspreis: EUR(D) 16,90
•        Format:  11,8 x 1,5 x 16,5 cm

Nach der Einleitung erwarten uns auf gut 30 Seiten mit »Land und Leute« und »Reise-Infos von A bis Z« zwei Kapitel, die uns mit dem Reiseland vertraut machen sollen und spezifisch auf Irland abgestimmt Reiseinformationen vermitteln sollen.

Für Irland-Novizen sind kurze Überblicke zur Geschichte und Geografie, der wichtigen politischen Gliederung und Flora und Fauna natürlich wichtig, auch wenn sie nur Schlaglichter darstellen und nicht in die Tiefe gehen können. Dazu sind sie ja aber auch nicht gedacht.

Copyright Conrad Stein Verlag GmbH

Handfeste Informationen vermitteln dann die Reise-Infos. Wer mit dem eigenen Wohnmobil anreist und sich keines in Irland mietet, greift auf die Fährverbindungen zurück, zu denen eine Seite mit allen relevanten Infos vorbehalten ist. Wir erfahren dort die Kontaktanschriften samt Internetauftritt und Email-Kontakt. Diese durch Piktogramme gekennzeichneten Infos kennen wir ja aus den anderen Büchern des Verlags, wo möglich noch ergänzt um beispielsweise Öffnungszeiten, GPS-Daten oder andere, relevante Angaben.

Besonders hilfreich für Camping- oder Wohnmobil-Reisende sind natürlich Fakten zu Thema Campinggas oder zu den Verkehrsregeln (mit denen sich ja jeder vor der Ankunft beschäftigen muss, bevor er am Flughafen in den Mietwagen steigt oder die Fähre gleich kurzerhand »auf der falschen Seite« – nein, damit meine ich nicht seewärts – verlässt. Dass in Irland Linksverkehr herrscht, ist sicher geläufig, spätestens im Kreisverkehr wird man daran erinnert, wenn man deutschland-richtig rechts hineinfährt). Zwei Seiten sind den Entfernungen zwischen wichtigen Ortschaften gewidmet – nicht unwichtig, denn obwohl Irland ja »nur« eine Insel ist, kommen doch einige Kilometer zwischen A und B zusammen. Irland verfügt zwar mittlerweile über viele bestens ausgebaute Straßen, doch gerade zwischen den kleinen Orten oder auf Routen abseits der Motorways oder National Roads wird’s manchmal eng, sprich: Runter vom Gas und Gelassenheit üben. So wie die Schafe, die einem auch heutzutage noch nach der nächsten Hügelkuppe über den Weg laufen können …

Copyright Conrad Stein Verlag GmbH

Eindeutig auf den Wild Atlantic Way abgestimmt sind die Hinweise zur Beschilderung oder zum Camping nahe beim Weg. So steht einer Fahrt auf dem WAW eigentlich nichts mehr im Wege.

Nicht nur beim Lesen des Reiseführers, sondern auch beim Schreiben dieser Zeilen und erst recht beim Durchblättern des Buchs, verbunden mit sehnsuchtsvollen Blicken auf die Fotos, packt mich die Reiselust. Muss ich erzählen, dass es Petra und mich bei den vergangenen TourNatur-Messebesuchen in Essen auch in die Hallen mit den Reisemobilen zog? Insoweit liegt der Gedanke für mich, nicht mit dem Pkw und mit Hotel oder Bed&Breakfast durch Irland zu ziehen, gar nicht so fern, und mit umso mehr Interesse las ich die Seiten über den in fünf Abschnitte eingeteilten WAW. 2.500 Kilometer am Stück werden sicher auch die wenigstens Reisenden auf einen Schlag schultern, weshalb die Einteilung ein guter Vorschlag ist.

Einige der am Wild Atlantic Way liegenden Örtlichkeiten kennen wir selbst, Erinnerungen werden also geweckt, und auch der Vergleich mit dem Erlebten und dem, was Dirk Heckmann in seinem Buch festgehalten hat. Der WAW ist ja auch keine neu angelegte Strecke, sondern setzt sich aus »alten«, bewährten Straßen zusammen, die jetzt unter einem gut vermarktbaren Namen angepriesen werden. Soweit ich das beurteilen kann, zurecht, denn fast die gesamte Küstenlinie von Süd nach Nord ist aufregen, manchmal sogar spektakulär, aber so gut wie ausnahmslos einen Besuch wert (wobei Petra und ich noch nie weiter als bis nach Connemara im Norden kamen, was unzweifelhaft ein großes Versäumnis ist und geradezu »geht ja wohl gar nicht!« schreit.

Die Routenbeschreibungen beschränken sich dabei nicht darauf, einen sehenswerten Ort nach dem anderen aufzulisten und sie mit persönlichen Eindrücken zu bereichern. Nein, neben diesen nötigen, aber nicht minder die Reiselust anfachenden Eckpunkten umrahmt Dirk Hennemann die Texte mit Hintergrundinformationen beispielsweise zu den Burgen oder Schlössern, zu Steingräbern, Kirchen und Herrenhäusern oder über Irland weit hinaus bekannte Höhepunkte wie die Cliffs of Moher. Oder er weist auf schmalen Straßen hin, die für breitere Fahrzeuge zum Stolperstein werden könnten. Und natürlich fehlen nicht die zahlreichen und besonders wichtigen Vorschläge zu Übernachtungsmöglichkeiten oder Stellplätzen für das Wohnmobil.

Copyright Conrad Stein Verlag GmbH

Die Routenbeschreibungen sind klar und verständlich, die dazu gehörenden 27 Karten im Maßstab 1:500.000 natürlich nur ein grober Anhaltspunkt (weshalb der Tipp zu den Straßenkarten unter »Reise-Infos von A bis Z« besondere Beachtung verdient), mit deren Hilfe Abweichungen von der ausgeschilderten Strecke kaum möglich sind. Geschenkt, denn dazu ist das Buch ja im Grunde auch nicht gedacht. Doch die Karten sind mit allen erwähnten Örtlichkeiten ausgestattet und gewähren einen guten Überblick zur Region.

Stattdessen vertiefe ich mich in die Beschreibungen der Orte, die ich kenne, und finde nicht nur vieles wieder, sondern entdecke darüber hinaus Anregungen und Hinweise, die mir vor Ort nicht bekannt oder geläufig waren.

Das leitet dann zu Tipps wie Cafés oder Restaurants , also Einkehrmöglichkeiten, bis zu kleinen Extra-Touren abseits des WAW, was sogar in einem weiteren Kapitel mündet, der Causeway Coastal Route in Nordirland mit dem Giant’s Causeway. Ein kleiner Sprachführer Deutsch-Englisch, ein vier Seiten langer Index und eine im Innenumschlag integrierte Übersichtskarte runden das Buch ab.

Das in der Reihe »Outdoor – Der Weg ist das Ziel« frisch erschienene Buch im gewohnten orangefarbenen Gewand des Conrad Stein Verlags befördert nicht nur die Reiselaune, sondern informiert erfreulich umfassend. Die Routenbeschreibungen sind sachlich und klar, versehen mit einer persönlichen Note des Autors, wenn beispielsweise besonders schöne Orte betont oder hervorgehoben werden. »Irland: Wild Atlantic Way« ist eine runde Sache für alle, die dort mit dem Fahrzeug unterwegs sein wollen. Das muss nicht zwingend mit dem Wohnmobil sein, doch … ach, warum eigentlich nicht?

[Hinweis! Das besprochene Buch wurde mir ebenso die die Fotos vom Conrad Stein Verlag kostenlos zur Verfügung gestellt. Die Fotos stammen aus dem genannten Buch und unterliegen natürlich den üblichen Urheber- und Veröffentlichungsrechten.]

Schlenderer

Schlenderer

... wandert nicht nur in den Regionen um das Rheintal, sondern auch andernorts - und berichtet darüber in seinem Blog Schlenderer. Schreibt fantastische, erotische und kriminelle Geschichten. Ist Paper&Pen-Rollenspieler der ersten Stunde - und riskiert noch heute gern sein Leben am Spieltisch.
Schlenderer

Letzte Artikel von Schlenderer (Alle anzeigen)

Hinterlasse eine Antwort

Deine Email Adresse wird nicht veröffentlicht.

* Die Checkbox für die Zustimmung zur Speicherung ist nach DSGVO zwingend.

Ich akzeptiere