Kloster Falkenhagen und Henkenbrink

Kloster Falkenhagen und Henkenbrink

Werbung

Dieser Blogartikel ist gesponsert und somit Werbung.


 

Nach der Gartenschau und dem Kürbisfestival in Bad Lippspringe (siehe dazu meinen Bericht hier: Kürbisfestival) schnurrt mein Wagen sanft über die ostwestfälischen Straßen gen Lüdge. Den Ort Schieder verschwindet bald hinter mir im Rückspiegel, während ich Lüdge gar links liegenlasse. (Lüdge soll ich viel später am Tag doch noch besuchen, um meinen ersten Drive-In-Coronatest, der bei der TeutoBloggerWG auch für Geimpfte erforderlich ist, abzulegen.)

Kloster Falkenhagen und Henkenbrink

Klosterkirche

Das Kloster Falkenhagen nämlich ist mein genaues Ziel. Kurz vor Falkenhagen wächst rechter Hand der Köterberg zu imposanter Höhe auf – eine markante Erhebung, die wie ich später erfahre, ein beliebter Ausflugsort, besonders auch im Winter bei Schnee, für nah und fern ist.

Kloster Falkenhagen und Henkenbrink

Klostergebäude

Aber was steht heute auf dem Plan? Zum einen natürlich Kloster Falkenhagen. Zum anderen wartet eine kurze Wanderung auf dem Wanderweg A1 auf mich, die mich am Ösenberg entlang in den kleinen Ort Henkenbrink bringen wird. Wie sich Herausstellen, sind diese beiden Programmpunkte so reich an Stoff, dass sie meinen Nachmittag gut füllen.

Kloster Falkenhagen und Henkenbrink

Ehemalige Priorei von 1581

Larissa Gräbner von der Tourist-Information Lüdge kommt bald dazu, derweil Heidi Hölsken, Pastor Dietmar Leweke, eine sachkundige Mitarbeiterin und ich erste Gespräche führen. Die Gemeinde gehört zur evangelisch-reformierten Kirchengemeinde Elbrinxen – Falkenhagen. Wir werden durch die Klosteranlage geführt.

Kloster Falkenhagen und Henkenbrink

Klosterkirche mit Chorfenster

Kloster Falkenhagen wurde 1247 als Zisterzienserkloster gegründet. Bereits 1407 wurde das Kloster in Folger der Eversteinschen Fehde zerstört. Nur mehr wenige Nonnen lebten zur damaligen Zeit im Kloster. Hernach war es 20 Jahre lang unbewohnt, bis Wilhelmiten aus Witzenhausen einzogen – aber nur für fünf kurze Jahre.

Als dritter Orden in Falkenhagen bestätigten sich die Kreuzherren, ein Orden, der um 1210 in Belgien gegründet wurde. Von 1443 an wird das Kloster wieder instandgesetzt und bewohnbar gemacht, wenn auch in der Nachfolgezeit einige Rückschläge kamen.

Zeitweilig lebten 90 Ordensleute im Kloster Falkenhagen, wozu rund 650 Hektar Land gehörten, 20 Wirtschaftsgebäude bestanden um das Kloster herum, und bis dato brachliegende Dörfer erfuhren neues Leben.

Kloster Falkenhagen und Henkenbrink

Chorfenster

Mit den Jesuiten zog in den Jahren 1596 bis 1604 der vierte Orden ein. 1631 war der Jesuit Friedrich Spee von Langenfeld im Kloster, der als der bedeutendste katholische Kirchenliederdichter des 17. Jahrhunderts zählt und durch seine aufklärende Arbeit gegen die Hexerverfolgungen mit seinem Buch »Cautio Criminalis« bekannt wurde.

Kloster Falkenhagen und Henkenbrink

Klosterkirche mit Chorgestühl

Heute existiert von der Klosteranlage noch die spätgotische und im Jahr 1487 geweihte Klosterkirche mit dem Kreuzgang sowie dem Gebäude mit Kapitelsaal und Speiseraum der Mönch) und dem ehemaligen Dormitorium, das heute als evangelisches Pfarrhaus dient. Das Dormitorium stammt aus dem Jahr 1509 und gilt als das älteste datierte Fachwerkhaus Lippes. Nahebei steht die in einem schlichten Barockstil 1695 erschaffene katholische Kirche, die eigentlich als zweigeschossiges Wohnhaus mit Kapelle für die Jesuiten errichtet wurde. Nach der Auflösung des Jesuitenordens im Jahre 1773 gelangte die Klosteranlage ins Eigentum der lippischen Grafen. Die katholische Kirchengemeinde erhält zu dieser Zeit eine eigene Pfarrstelle. Östlich der Klosterkirche sieht man ein kleines Fachwerkhaus aus dem 17. Jahrhundert, das ursprünglich das Totengräberhaus war. Erwähnenswert ist sicher auch noch der historische Klostergarten, zu dem auch mehrere Teiche gehören.

Kloster Falkenhagen und Henkenbrink

Kloster Falkenhagen

Nach der Auflösung der Domäne 1929 wird das Verwaltergebäude, das einstige Wohnhaus des Priors, als katholisches Pfarrhaus genutzt. Nach 1984 wird die gesamte Klosteranlage gründlich restauriert.

Kloster Falkenhagen und Henkenbrink

Chorgestühl

Während unserer Führung weilen wir längere Zeit in der Klosterkirche, die natürlich auch heute noch für Andachten und kirchliche Feiern genutzt wird. Augenfällig sind besonders die Chorfenster mit Glasmalereien von circa 1500; das Chorgestühl stammt ebenso aus dieser Zeit. Beeindruckend ist auch der Kreuzgang, von dem ein Teil noch erhalten ist.

Kloster Falkenhagen und Henkenbrink

Unser Rundgang durch die Klosteranlage währt lange, weil uns viel erzählt wird. Ein Besuch der Kirche, die täglich von April – September von 9 – 18 Uhr geöffnet ist (in den Wintermonaten bleibt sie geschlossen), lohnt sich ohne Frage, und nicht nur kirchenhistorisch interessierte Menschen werden dort längere Zeit verweilen können.

Kloster Falkenhagen und Henkenbrink

Blick auf die Klosterkirche

Heidi Hölsken nimmt dann mich und Larissa Gräbner im übertragenen Sinne für die rund 5 Kilometer lange Wanderrunde A1 an die Hand. Die komplette Wanderrunde schenken wir uns heute aus zeitlichen Gründen aber, sodass wir an diesem fortgeschrittenen Nachmittag die Strecke nur bis Henkenbrink zurücklegen werden.

Kloster Falkenhagen und Henkenbrink

Ehemaliges Dormitorium

Wir beginnen gleich beim Kloster, langsam steigt der Weg an, vorbei am Friedhof, und umgehend sehen wir uns richtig von Wald umgeben. Wir suchen uns den Weg ein wenig durch Gestrüpp, weil – wie allerorten – Baumfäll- und Rückearbeiten manchen Weg arg raponiert und kaum wiedererkennbar zurückgelassen haben. Aber wir sind ja nicht Wanderer geworden, um nur auf ausgetretenen Pfaden vorwärtszukommen; richtig schnuckelig wird’s ja erst dort, wo es kreuz und quer durchs Grün geht.

Kloster Falkenhagen und Henkenbrink

Pilgerwege

Zudem Heidi Hölsken die Region natürlich wie ihre Westentasche (so sie denn eine Weste jemals trägt) kennt und uns sicher über den »Ameisenweg« zum »Alten Sambser Kirchweg« leitet. Wald allüberall, noch richtig schön grün und nicht zerfressen vom Borkenkäfer. Ein Stück wandeln wir auf einem Pilgerweg, der hier natürlich zum Kloster Falkenberg führt.

Morastig wird’s nahe bei einer Wildkamera. Doch obwohl es hier für Wildtiere recht fotogen zugehen könnte, stromert kein Reh und auch kein Hirsch durchs Gesträuch – vermutlich sind wir, palavernd und erzählend, eh viel zu lärmend –, und so sehen wir bald Licht am Ende des Waldes.

Kloster Falkenhagen und Henkenbrink

Blick nach Sabbenhausen

Ein paar gute Höhenmeter haben wir derweil hinter uns gebracht, sodass wir nun viel höher herauskommen. Was uns schöne Weitsichten ermöglicht über die Landschaft, die sich links und rechts des Weges auffächert. Und natürlich sehen wir in der Ferne auch den 495 Meter hohen Köterberg, der Ösenberg, den wir bei unserer Wanderung halb umrundet haben, bringt dagegen nur 315 Meter auf die Messlatte.

Hier oben jedenfalls ließe es sich gut rasten, wir aber eilen weiter, hinunter nach Henkenbrink, wo wir bei einer Tasse Kaffee unsere kleine Wandertour zu einem netten Ende bringen. Henkenbrink gehört übrigens zu Lüdge, weist aber eine lange Geschichte auf und wurde bereits 1590 als »Henkenbergh« erstmals urkundlich erwähnt. Wer mehr über die Geschichte des kleinen Ortes erfahren möchte, folge dem Link: Geschichte von Henkenbrink

Kloster Falkenhagen und Henkenbrink

Aussicht zum Köterberg

Für mich endet nach der Rückfahrt zum Kloster der vielschichtige Tag, an dem ich eigentlich nur das Kloster Falkenhagen besuchen wollte. Doch verquickt damit war eine ausführliche Führung durch die Klosteranlage und eine erholsame Wandertour (die mich ja, so ich die komplette Runde A1 gewandert wäre, zurück zum Kloster geführt hätte). Ein tolles Komplettpaket, ums mal so auszudrücken, das ich jedem empfehle, der Inspiration und kulturelles Interesse beim Kloster mit Luftschnuppern in einer stillen Region verbinden will.

Eine Alternative zum A1 stellt der »Klosterweg« dar, der 4,7 Kilometer lang ist und beim Kloster beginnt. Mehr zu den Wegen finden sich in einem Flyer, der hier heruntergeladen werden kann: Flyer

 


Hinweis! Meine Reise wurde unterstützt von Teutoburger Wald Tourismus und weiteren Institutionen vor Ort und fand im Rahmen des EFRE-Projekts »Zukunftsfit Digitalisierung« statt. Das Projekt wird gefördert durch den Europäischen Fonds für regionale Entwicklung und das Land Nordrhein-Westfalen. Dieser Artikel ist in einer Kooperation entstanden und deshalb als Anzeige gekennzeichnet. Mein Dank geht an alle Menschen, die mich bei meinen Erlebnissen begleitet und unterstützt haben.

No Comments

Post A Comment