Creevykeel (irisch: An Chraobhaigh Chaol) liegt gleich an der N15 von Sligo nach Bundoran (und umgekehrt, natürlich). Von Sligo City fahren wir in Richtung Norden auf der N15 nach Cliffony. An der zweiten Abzweigung nach Mullaghmore orientieren wir uns an einer Kreuzung, denn unmittelbar danach liegt rechts der kleine Parkplatz. Das Court Tomb befindet sich am Parkplatz hinter einer Begrenzungsmauer, ein Wegweiser führt zur Grabanlage. Überhaupt ist es vom Parkplatz aus gar nicht mehr zu verfehlen. 

Creevykeel ist ein geschlossenes Kammergrab, wobei dieses »Court Tomb« zu den am besten erhaltenen Full-Court-Anlagen zählt. Die Entstehung dieser Gräber wird auf die Zeit von 3.200 – 2.500 v. Chr. datiert. Dieser Court Tomb liegt an den Ausläufern des Tieve Ban Mountain nicht weit entfernt von Mullaghmore am Atlantik. Creevykeel wurde 1935 von der 4. Harvard Archaeological Expedition ausgegraben. Das Team entdeckte vier Feuerbestattungen und Grabbeigaben wie dekorierte und nicht dekorierte Keramikfragmente, polierte Steinaxtköpfe und Steinwerkzeuge, darunter ein großes Feuersteinmesser, Schaber und Pfeilspitzen aus Feuerstein und Quarzkristalle.

Der Court Tomb ist trapezförmig und mehr als 50 Meter lang. Die Vorderseite des Cairn ist etwa zwanzig Meter breit. Die Kammern waren ursprünglich mit einem großen Steinhügel oder Erde bedeckt. Der Eingang in den Court befindet sich im Osten und besteht aus einer engen Passage, die mit aufrechten Steinen ausgekleidet ist. Im westlichen Teil wurden zwei Nebenkammern gefunden.

Creevykeel

Creevykeel scheint im Laufe der Zeit verändert worden zu sein. Hinweise zeigen auf eine Anzahl von Änderungen und Erweiterungen im Grab, die möglicherweise wechselnde Zeremonien oder soziale Gegebenheiten widerspiegeln. So wurde der Court Tomb in frühchristlicher Zeit für die Eisenverhüttung genutzt, die Überreste einer Eisenschmelze aus dieser Zeit sind erkennbar.

Bei unserer Besichtigung spazieren wir allein und unbehelligt über das ummauerte Gelände, der Regen sprüht feine Gespinste ins Gesicht – genau die richtige Atmosphäre, um einen so erhabenen Ort zu besuchen.

 

Schlenderer

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... wandert nicht nur in den Regionen um das Rheintal, sondern auch andernorts - und berichtet darüber in seinem Blog Schlenderer. Schreibt fantastische, erotische und kriminelle Geschichten. Ist Paper&Pen-Rollenspieler der ersten Stunde - und riskiert noch heute gern sein Leben am Spieltisch.
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