Die rund 12 Kilometer lange Wällertour Bärenkopp im Wiedtal starte ich am Marktplatz in Waldbreitbach. Dort fand ich bis jetzt immer eine kostenfrei Parkmöglichkeiten. Der rund 500 Meter lange Zuweg führt nur ein kurzes Stück durch Wohngebiet, um gleich darauf über einen Steg die Wied zu queren. An Nassen’s Mühle und dem Vita-Balance-Hotel vorbei, die beide zur Einkehr dienen können, dann am Krippen- und Bibelmuseum, gelange ich zum eigentlichen Einstiegspunkt Am Mühlenberg. Der weitere Weg ist – wie der Zuweg auch – bestens ausgeschildert. Die folgende Wegekarte kann über Outdooractive ausgedruckt werden, GPX-Daten liegen dort auch bereit.

Über einen Pfad im Hang mit Aussichten hinab auf Waldbreitbach gelange ich zum Campingplatz am Strandbad, überwinde ein zweites Mal über eine kleine Brücke die Wied und tauche auf der anderen Seite gleich wieder in den Wald ein. Am Jüdischen Friedhof vorbei gelange ich in das dunkle Tal am Hochscheider Seifen. An einem beschilderten Abzweig lege ich den Abstecher zum Weißen Kreuz ein. Der Abstecher lohnt sich allemal wegen der schönen Aussichten.

Der folgende Aufstieg bringt mich zügig zum Bärenkopp (wer eine gemächlichere Variante sucht, kann auf halbem Wege der Ausschilderung folgen). Eine Bank kostet mich Zeit, bringt mir dafür nicht nur die erste Rast, sondern eine weitere famose Aussicht über Wiedtal. Danach heißt es: Sonne schöpfen, und zwar aus dem Vollen. Verscheid touchiere ich nur, gönne mir am nächsten Rastplatz mit Weitblick nur eine kurze Pause, denn am heutigen Tage klettert das Thermometer schneller, als ich den Bärenkopp hochgehampelt bin. Volle Breitseiten pfeffert sie mir ins Genick, sodass ich Schäfer’s Kreuz rechts liegen lasse (es liegt nur wenige Schritte abseits des Wegs, aber die lasse ich mir heute nehmen). Ins Luh-Kapellchen aber schaue ich rein. Von hier schleift der Weg, mal grasbewachsen, mal als Wirtschaftsweg angelegt, weiter, bis er auf den Klosterweg trifft. Dort lege ich einen weiteren Abstecher ein, der mich auf dem Klosterweg in Richtung Rengsdorf zu einem Rastplatz mit Ausblick auf die Ruine Neuerburg führt. Zu einer Rast ist es an dieser Stelle zu heiß, ich kehre also um, nehme wieder die Tour auf dem Bärenkopp auf und erreiche Glockscheid.

Von Glockscheid aus geht es schnurstracks abwärts zum Kloster Marienhaus. Ein nächster Abstecher bringt mich zum Kräutergarten, der heute aber arg verwildert ausschaut. Vom Plateau beim Kloster genieße ich nochmals Ausblicke, gehe dann den gewundenen Pfad abwärts und bleibe auch auf dem ausgeschilderten Weg. Wer andere Blogbeiträge und Kommentare aufmerksam gelesen hat, der wird sich erinnern, dass auf die womöglich schönere Variante über den 7-Fußfälle-Weg (ausgewiesen auch als W3-Wanderweg) verwiesen wurde, der geradewegs zur Kreuzkapelle führt.

Mag sein, aber ich gebe den Wegemachern recht, doch lieber die nun ausgeschilderte offizielle Wegeführung genommen zu haben, denn die L255 muss sonst in einer recht schlecht überschaubaren langen Kurve überquert werden, an deren Stelle immerhin 70 km/h gefahren werden darf. Und wer die Strecke kennt, der weiß, dass dieses Tempo auch gefahren wird – mit der Gefahr, das querende Fußgänger nicht rechtzeitig gesehen werden. Ich also gehe lieber die andere Strecke (wissend, dass beispielsweise der örtliche Wanderweg W3 doch diese Querung nimmt.)

Von der Kreuzkapelle führt die Wällertour ein drittes und somit vorletztes Mal über die Wied, steigt langsam an und bringt mich über einen letzten Hangweg zurück zum Ausgangspunkt. Der Zuweg fliegt dann nur so unter den Füßen weg, und ich bin trotz der satten Temperaturen – das Thermometer hat locker die 30 Grad hinter sich gelassen – glückselig.

Schlenderer

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... wandert nicht nur in den Regionen um das Rheintal, sondern auch andernorts - und berichtet darüber in seinem Blog Schlenderer. Schreibt fantastische, erotische und kriminelle Geschichten. Ist Paper&Pen-Rollenspieler der ersten Stunde - und riskiert noch heute gern sein Leben am Spieltisch.
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