Das wäre auch eine interessante Frage (da doch alles untersucht wird, was nicht bei drei auf den Bäumen ist): Schlagen Männer in einem Buch wie »Vögel – entdecken und erkennen« ein anderes Kapitel zuerst auf als Frauen? Treibt es sie also wie mich sofort auf die Seiten 40 bis 51, weil dort, wie ich im einführenden Kapitel »Die Arten in diesem Buch« lese, die »Greifvögel und Falken« beheimatet sind?

Statt in einer der übrigen 16 Gruppen also lande ich mitten im Horst von Gänsegeier und Seeadler – dabei haben doch die anderen Gruppen auch einiges zu bieten. Und sind oft ja auch viel häufiger in der freien Natur anzutreffen. Ich jedenfalls habe noch nie einen Gänsegeier in der Eifel oder im Westerwald gesehen, die Kohlmeise dagegen öfter. Oder war’s eine Blaumeise, oder doch die Tannenmeise?


Da fängt es also schon an, und da spielt »Vögel« von Bärbel Oftring seine Stärken aus. Aber ich sattle das Pferd ja von hinten auf, besser ist es, wenn ich nochmals zum Anfang zurückkehre, dort wo ich etwas über die Arten gelesen habe.

Die Informationen dort sind kurzgehalten; nach einigen Erläuterungen, wie man Vögel entdeckt und erkennt, wird mir die Liste mit den genannten 17 Gruppen vor Augen geführt. Von »Schwänen, Gänsen, Enten« geht es über die besagten Greifvögel und Falken bis zu den »Finken«. Insgesamt 220 Arten stellt Bärbel Oftring vor, allesamt heimische Vögel, also solche, die mir mit etwas Glück oder Geschick und Ausdauer unter die Augen kommen können.

Die 220 Vogelporträts sind nach einem durchgängig gleichen Schema aufgebaut. Um einen guten Eindruck davon zu geben, hilft der folgende Link weiter. Bei Book2look kann ein Blick ins Buch geworfen werden: Book2look: Vögel – entdecken und erkennen. Einfach blättern und sich selbst einen Eindruck verschaffen.

Auf der rechten Seite sehe ich immer ein Foto des beschriebenen Vogels; in der Regel sind die Männchen im Brutkleid (bei abweichender Darstellung erfolgt ein Hinweis). Links sodann stehen die Sachinformationen. Eine Monatsleiste zeigt mir auf, wann ich gute Chancen habe, den Vögeln zu begegnen (diese Monate sind in Rot eingetragen). Durch schwarze Punkte erkenne ich die Brutzeit des Vogels.

 

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•        Vögel – entdecken und erkennen
•        Autor: Bärbel Oftring
•        162 Seiten
•        Verlag: BLV
•        Erscheinungsjahr: 2011
•        Besonderheiten: 245 Farbfotos
•        ISBN: 978-3-83540-788-6
•        Verkaufspreis: EUR(D) 7.95
•        Format:  19 x 10 x 1 cm [/tip]

Nicht unwichtig ist dabei, wie sich der Vogel – der Jagdfasan beispielsweise lässt seine lauten »göck-göck«-Rufe ertönen, wenn er aufgescheucht wird. Und dass der Uhu sein dumpfes »u-hu« ruft, bekomme auch ich noch auf die Reihe. Aber wenn die Tannenmeise »wize-wize«-Rufe loslässt oder die Grauammer – und hier nur das Männchen – mit »zick-zick-schnirrps« dem Weibchen zu imponieren sucht, dann, ja dann flötet’s mir doch recht ratlos in den Ohren. Ich müsste es vor Ort hören – und ein Vogelkundler müsste mir’s erklären. Ein Manko natürlich, das ein lesbares Buch nicht wettmachen kann.

Doch davon abgesehen erhalte ich die Informationen, die mir wichtig erscheinen. Das Buch ist durch seine Einteilung in Gruppen klar strukturiert – selbst ich kann ja einen Schwan noch von einer Meise unterscheiden und sehe also, in welcher Gruppe ich meine Vogelbestimmung vornehmen muss. Das Farbleitsystem mit den Piktogrammen ist einsichtig. Die Fotografien veranschaulichen den beschreibenden Text, der wiederum auf das Wichtige konzentriert ist.

Das Buch selbst ist handlich, dürfte aber wegen seines nicht richtig strapazierfähigen Umschlags nach einigen Exkursionen im Freien mitgenommen aussehen. Wen das nicht stört, erhält einen guten Einstieg, um die häufigsten heimischen Vögel zu bestimmen.

 

Schlenderer

Schlenderer

... wandert nicht nur in den Regionen um das Rheintal, sondern auch andernorts - und berichtet darüber in seinem Blog Schlenderer. Schreibt fantastische, erotische und kriminelle Geschichten. Ist Paper&Pen-Rollenspieler der ersten Stunde - und riskiert noch heute gern sein Leben am Spieltisch.
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