„Wollen wir nicht Freunde sein?“, so oder ähnlich diente sich mir der „Monrealer Ritterschlag” bei unserer ersten Begegnung vor 1 ½ Jahren an. Damals lehnte ich ab. Aber warum das, und was hat es mit dieser ominösen „Freundschaft“ zwischen einem Wanderweg und dem Herrn Müller überhaupt auf sich. Fragen, die fast die ganze Welt bewegen, ganz besonders aber mich.

Kurz bevor ich mich im Spätsommer 2011 auf nach Monreal machte, um eine weitere Kerbe in mein Traumpfade-Brettchen zu schlagen, erhielt der Wanderweg quasi seinen Ritterschlag. Das „Wandermagazin“ rief auf zur Beurteilung, welches denn der schönste Wanderweg sei, und alle einschließlich Schneewittchen kamen und riefen: „Du, oh Weg um Monreal herum und auch noch mittendurch, du bist der schönste im ganzen Land und überhaupt diesseits und jenseits des Rheins und soweit die Augen schauen und die Füße tragen.“

Prämierungen sind, so finde ich, eine schwere Bürde. Nicht nur für den Prämierten – ein Wanderweg als solcher wird sich sogar wenig um das Prädikat scheren, wenn wir ehrlich sind -, sondern besonders für die, welche sich aufmachen, der prämierten Schönheit ihre Aufwartung zu erweisen. Denn es werden Erwartungen geweckt. Sollen sie auch – aber so ein Schuss kann auch leicht nach hinten losgehen. Wir, die für alle möglichen Botschaften auf Empfang getrimmten Menschen, werden ja förmlich zugeschüttet mit Meldungen über Preise und Wettbewerbe, und überall will jeder und jedes der Erste, der Beste, der Edelste sein. Es muss also ordentlich was geboten werden, um diesen Ansprüchen gerecht zu werden.

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KurzInfo! Der “Monrealer Ritterschlag” gehört zu den 26 Traumpfaden in den Regionen Rhein, Mosel und Eifel. Die Wegstrecke ist 13,7 Kilometer lang; nicht eingerechnet ist der Zuweg vom Bahnhof hin und zurück, sodass man gut und gerne auf 15 Kilometer Wanderweg kommt. Gemeinsam mit den 508 Höhenmeter geht es ordentlich in die Beine, weswegen nicht nur gutes Schuhwerk (es geht einige Male eng am Hand entlang oder über schmale Pfade hinauf und hinunter), sondern auch eine gute Kondition unabdingbar sind. In Monreal finden sich Gelegenheiten, das leibliche Wohl zufriedenzustellen – trotzdem sollte man ausreichend Proviant mitnehmen, denn die zahlreichen Sitzbänke laden zum Verweilen und Verköstigen ein. Für einen Rundgang durch Monreal sollte sich jeder wegen der zahlreichen Kulturdenkmäler Zeit nehmen.

Die Wegstrecke haben mein Freund KD und ich in 5 1/2 Stunden bewältigt. Das ist ordentlich lange, war aber auch der Witterung geschuldet. Eine Gehzeit von 4 – 5 Stunden sollte eingeplant werden, je nachdem halt, was man alles im Wald treiben möchte. Unterwegs kann im “Schnürenhof” der Kühlschrank mit dem gefüllt werden, was Uschi’s Hofladen so zu bieten hat. Wer keinen Kühlschrank zur Hand hat, muss halt mehrmals hin.

Eine Wegekarte findet der Leser weiter unten. Über den Klickpunkt “drucken” stehen Optionen zur Auswahl, wie detailliert die PDF sein soll – am besten einfach ausprobieren, herunterladen und dann entscheiden, welche Version man bevorzugt. GPS-Tracks können ebenfalls abgerufen werden. Und die Karte kann mit Hilfe des Reiters über dem Kartenbild in unterschiedlichen Ansichten (beispielsweise bei “Google Earth”) betrachtet werden.

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Als Häufig-Wanderer kenne ich recht viele Wanderwege diesseits und jenseits des Rheins. Ich bin einer von denen, die sich auch immer einmal erwischen, etwas mit etwas anderem zu vergleichen. Zu bewerten gewissermaßen. Das fängt beim Essen an – „heut schmeckt‘s aber nicht ganz sooo gut wie gestern“ (sag ich selten, weil es sonst am nächsten Tag gar nichts zu essen gibt) – und hört nirgendwo auf. Schlimm muss das nicht sein. Es versaut einem womöglich nur die gute Laune. Und das ist doof.

Einladendes Ladengeschäft.

So war‘s es in etwa bei der besagten ersten Monreal-Wandertour. Schönster – bester – einfach-geilster Wanderweg 2011! Der muss ja richtig rocken. Tat er aber nicht. Es war schönstes Wetter. Der Funke sprang nicht über. Der Weg war erfreulich dünn frequentiert. Es nutzte nichts, selbst die Einsamkeit hob meine Stimmung nicht an. Denn insgeheim verglich ihn, je weiter mich meine Füße trugen, mit diesem und mit jenem Weg, und er schnitt in meinen Augen aus diesem und aus jenem Grund mindestens ein Quäntchen schlechter ab.

Obwohl der „Monrealer Ritterschlag“ sich alle Mühe gab, wurden wir zwei damals keine Freunde.

Durch diese hohle Gasse müssen auch wir.

1 ½ Jahre später: Das „Duo Infernale“ heckt einen teuflischen Plan aus. Gehen wir doch gemeinsam den „Monrealer Ritterschlag!“ Wenn der Weg nicht rockt, dann rocken wir den Weg. Mein Freund KD also ist so gut wie begeistert von diesem Coup. Bevor er noch seine Meinung ändert, packe ich ihn in den Wagen und rausche ab. Auf dem Weg nach Monreal steigt unsere Stimmung im selben Maße, wie die Außentemperatur sinkt. Wir halten die Nasen aus den Fenstern: Die Luft flirrt, es riecht nach Schnee! Dick bepelzt und gut berucksackt verlassen wir das Fahrzeug am Bahnhof Monreal (ja, wir fahren mit dem Auto zu einem Bahnhof, um von dort aus loszuwandern – ist genauso seltsam, wie es sich anhört).

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Monreal

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Wir beide sind monreal-proofed. KD erwanderte sich den Weg bei seiner Tour entgegen der Wegebeschreibung gegen den Uhrzeigersinn. Ist ja nicht verboten. Der Grund war aber, dass die Schilder ihn im Ort etwas, nun ja, verwirrten. Das verblüffte mich nicht, denn auch ich brauchte bei meiner Erstbewanderung ein paar Schritte mehr als vorgesehen, bevor ich auf dem rechten Weg landete. Will heißen: Entweder guckten wir schief und gingen deshalb falsch, oder die Schilder luden zum Hin- und Herlaufen ein.

Andererseits zahlt das Dörfchen die Mehrmeter auf Heller und Pfennig zurück, weil die Gassen und Sträßchen und die Häuser aus Fachwerk eine Augenweide sind. Selbst im Winter strahlt vieles farbenfroh, und die Rottöne trotzen dem grauen Landschaftseinerlei, das sich vielerorts noch immer breitmacht. Ein trister Winter, dem man nur entfliehen kann, indem man sich aktiv auf die Suche nach der Sonne macht.

Die Elz schneidet das Dorf in zwei Teile, was einst Gelegenheit dazu bot, pittoreske Brücken über das fließende Nass zu bauen. Ich nutze den Umweg, um meinen etwas kargen Vorrat um eine Teigware anzureichern – ein kluger Schachzug, wie sich noch erweisen wird, denn wir werden lange, sehr lange unterwegs sein. (Unsere Ehedamen wollten bereits die Suchtrupps nach uns ausschicken …)

Wer genau hinschaut, sieht die Stahltreppe zu Füßen des Bergfrieds – so einfach hatten es die Ritter früher!

Bald lassen wir den Ortskern hinter uns, vorerst jedenfalls, und schlängeln uns gemeinsam mit der Elz durchs Tal, durcheilen ein Neubaugebiet, das wie viele Neubaugebiete durch eine strenge Einförmigkeit der Wohneinheiten beeindruckt. Da können wir froh sein, schon bald in den ersten Berg einsteigen zu können. Die Straße wird zum Weg, der Weg wird zum Pfad, und es geht zügig bergan. Wie so oft wird die Mühsal mit Blicken hinab belohnt. Pfade haben es ja so an sich, dass sie schmal sind. Das macht sie nicht nur „naturhafter“ als beispielsweise Wirtschaftswege, sondern erschwert auch das Gespräch miteinander. Was ich sagen will: Wir schweigen und genießen. Die Burgruinen drängen sich noch einmal ins Panoramabild, doch schon bald, nach einigen Kehren und Kurven durch den lockeren Mischwald, verlieren wir sie aus dem Blick.

Schau genau hin … genauer! Jaaa, wir hatten Schnee. Ach, was sag ich … Schneegestöber … Schneestürme!

Die Stille stört nicht. Manche sehen es ja als Makel an, wenn Menschen miteinander schweigen. „Ihr habt euch nichts zu sagen!“ Sicher, ein Gespräch ist gut. Aber dann nichts zu sagen, wenn es an der Zeit ist, ist in unserer geschwätzigen Zeit auch schon wieder eine Kunst. KD und ich beherrschen sie in den richtigen Augenblicken, die mal länger, mal kürzer sind. Eben wie es uns gefällt.

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Der Experte für Outdoor und Touren__________________________________________________________________________________________________

So treten wir schweigend, aber noch immer guter Laune, auf eine Wiese, von der aus wir den Schnürenhof talwärts erkennen. Dorthin führt der Weg nun. Die Strecke ist bislang hart gefroren; wir werden später noch an manchen Stellen das Eis unter den Sohlen knacken hören (und den Aufschrei „Heiliger Bimbam“, bevor es uns fast auf den Rücken schmeißt). Oder – weshalb KD die Rückfahrt im Auto barfuß antreten musste! – uns klebt der Matsch unter den Füßen wie fettiger Morast.

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Traumpfad "Monrealer Ritterschlag"

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Den Schnürenhof umgehen wir, denn „Uschi‘s Hofladen“ hat heute nicht geöffnet. Schade, denn ich bin sicher: In kleinen Hofläden wie diesem bekommen wir noch das, was auf dem Etikett steht. Und kalt genug ist es ja, dass wir ein halbes Schwein tiefgefroren zum Wagen hätten schleppen können.

“… und als sie den Schneestürmen entkommen waren und kaum noch Hoffnung schöpften, da ging die Sonne auf, und sie lachten und klatschten sich ab. Und aßen die Rucksäcke leer.”

Mit solch hungrigen Gedanken folgen wir einem kleinen Bachlauf stetig, aber mäßig bergan. Gut zum die Lunge durchpusten, ohne dass der Schweiß rinnt. Dafür knurrt der Magen. (Schlenderer-Leser kennen das, und es ist mir fast schon peinlich. Aber nur fast.) Wir ergattern eine Bank, bevor ein anderer sie uns wegschnappen können. Apropos „ein anderer“: Liegt es an der Jahreszeit, daran, dass es mitten in der Woche, nämlich an einem Donnerstag ist? Liegt es vielleicht an uns? Oder doch am Wetter, am Schnee, der leise rieselt, oder gar an der Sonne, die sich in lichten Momenten ihren Weg durch die Wolkendecke schaufelt. Kein anderer jedenfalls begegnet uns auf dem „Monrealer Ritterschlag“, keine Wanderer weit und breit, um uns eine der reizvoll ausgerichteten Bänke streitig zu machen.

Und da sag noch einer (und ganz speziell ich bin gemeint): Der Winter ist trist.

Ruhepausen im Winter bei der Schweinekälte haben natürlich etwas Ungesundes. Man erlaubt sich das Schlingen. Sonst friert der Arsch ab. (Und wenn man sich nicht setzt, friert überhaupt alles ab.) Für einige Teigwaren und etwas Kaffee und einen Schluck vom eisgekühlten Sprudelwasser reicht es aber.

Bald schon queren wir die L98. Es ist Punkt 12 Uhr. Um das zu wissen, brauchen wir keine Uhr. Es herrscht reger Fahrzeugverkehr. Mutter hat gekocht, und Vater muss pünktlich am Mittagstisch sein. Wir aber schlagen uns lieber in die Büsche. Der Thürelzblick wartet auf uns, und der Ausblick auf den Hochbermel (der zum gleichnamigen Traumpfad gehört). Verbunden ist dies alles mit einem der gern gesehenen modernen Wander-Rastplätze: ein Tisch mit vier Bänken. Und man ahnt es schon, doch glaubt es kaum. Wir setzen eine Runde aus. Nichts geht über einen prall gefüllten Rucksack (und wir haben ja noch nicht einmal das halbe Schwein dabei!) Aber als Entschuldigung führe ich den Blick über das besagte Tälchen an, den man nicht im Laufschritt abarbeiten, sondern mit der angemessenen Muße zelebrieren sollte.

Gespurter Wanderweg.

Nach einem sorgenvollen Blick auf die schwindenden Vorräte marschieren wir weiter, entdecken die Elz tief unter uns und nähern uns ihr auf verschlungenen Pfaden. Rutschen auf eisglatten Wegen bergab, kriegen aber immer die Kurve und landen glücklich, weil beidfüßig im Tal. Fast beiläufig springt ein Fuchs (Vulpes vulpes) aus dem Gebüsch, verharrt und starrt uns an, nimmt dann die Füße in die Hände und haut wortlos ab. Wir haben ihn verjagt, obwohl mein Magen gar nicht knurrte.

Thürelzblick mit Aussicht auf den Hochbermel. Nicht im Bild: zwei Fresssäcke.

KD murmelt bald etwas vom „letzten Anstieg“, und fast liegt er richtig. Auf jeden Fall sind die folgenden Höhen nur über schmale Pfade zu erklimmen. Das ist schön. Schön ist auch, wie langsam wir mittlerweile gehen. Der frisch gefallene Schnee, auch wenn er nicht allzu dicht den Weg beflockt, lädt ein zum bedachtsamen Vorgehen. Mir fallen die Wanderstöcke ein, die mir bei den Schneeschuhwanderungen gute Dienste leisteten. Vielleicht sollte ich mich doch überwinden und sie je nach Strecke und/oder Witterung an den Rucksack klemmen. Auf der anderen Seite müsste ich dafür womöglich anderen Ballast abwerfen. Fressalien vermutlich! Nein, es geht auch ohne Wanderstöcke.

Niemand, wirklich niemand möchte wissen, was dieser Beutel enthält.

Von oben ruft nicht nur der Berg, sondern auch eine Bank – die Letzte für uns, versprochen. Wir schnaufen durch, als wir oben ankommen, diesmal ganz ordentlich, und decken uns mit Kaffee oder anderen Lauwarmgetränken ein. So sitzen wir, lassen uns beschneien und die Welt da unten – oder wo auch immer – ihr Tagwerk vollbringen. Wir frieren uns einen ab und finden das fantastisch.

Pfad mit den extra angepflanzten “Geländerbäumchen”, die wackligen Wanderern Halt auf glitschigem Geläuf geben.

Bevor wir festfrieren, eisen wir uns von der netten Bank los, bringen auch die letzten Meter hinter uns und stehen förmlich vor den Burgruinen, nur noch getrennt durch einen Einschnitt im Berg, an dessen Hangkante wir uns entlangtasten.

So nah, und doch so fern. Wir gehen auf dem Zahnfleisch (sowas muss ja echt eklig aussehen), aber wir stützen uns gegenseitig auf den letzten Metern bis zur Bank. Doch Verzweiflung macht sich breit. Die Vorräte sind aufgebraucht!

Zuerst wartet die Phillipsburg auf uns mit ihrem hohen Bergfried. Mehr an Gemäuer ist kaum erhalten. Dafür hat die Löwenburg (der Link führt auch zu einem kurzen Film über die Burgruinen) noch einigen Zimmerchen mehr zu bieten, auch wenn sie kaum zum Einkehr einladen oder zum längeren Verweilen. Dafür trumpft der Löwenbergfried richtig auf, über eine Wendeltreppe, die schwindlig macht, steigen wir auf in die Höhe und gucken von oben herunter (was auch sonst).

Links: Bergfried der Philippsburg – Mitte: Löwenburg mit Eisengerüst aus dem frühen 15. Jahrhundert – Rechts: Holzburg des Jägers aus Kurpfalz.

Monreal liegt unter uns, die Eifel breit sich um uns herum aus, und obwohl das Dorf im Tal liegt, haben wir von hier oben einen sagenhaften Ausblick. Wenn nur der Wind nicht wäre …

Achtung, es wird gefährlich! Aber wie im guten Horrorfilm – wir trennen uns.

Nachdem wir genug abgejammert haben, stiefeln wir die letzten Meter ins Dorf hinab. Der Weg dorthin wird uns zwar noch durch einige kryptische Hinweise zu einer Umleitung erschwert, doch meistern wir diese Klippe, indem wir einfach den kürzesten Weg wählen. Strack den Berg hinab (auf ausgetretenen Pfaden, natürlich.)

Für den Nürburgring sind Millionen übrig, aber ‘ne alte Burg bekommt eine Stütze verpasst wie eine marode Brücke in Hinterkamtschatka.

In Monreal dringen wir noch in die katholische Pfarrkirche Heiligste Dreifaltigkeit ein und bestaunen die schön ausgestaltete Inneneinrichtung. Dem einsamen Johannes von Nepomuk auf seiner Brücke erweisen wir gleichfalls unseren Respekt, er bedenkt uns aber nur mit steinerner Miene – bei der Kälte kein Wunder.

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Monrealer Burgen

[Die Galerie zeigt weitere Impressionen der “Philippsburg” und der “Löwenburg”. Die Galerie lässt sich mit den beiden Buttons unten rechts “bedienen”. SL – der linke Button – löst eine Slideshow aus, mit FS – der rechte Button – wechselt man in den Vollbildmodus. Für die richtige Anzeige der Galerie ist der Flash Player von Adobe notwendig.]

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Gut durchgefroren beschließen wir den „Monrealer Ritterschlag“ am Fahrzeug, das uns hierher brachte. Der Schnee ist rasch abgeräumt, KD hat seine vermatschten Schuhe auf Geheiß des Fahrzeugsäuberers im Kofferraum verstaut – dann machen wir uns schleunigst auf die Heimfahrt. Denn – wir waren sagenhafte 5 1/2 Stunden unterwegs. Darauf nochmal ein „Heiliger Bimbam“! Wo ist nur die Zeit geblieben?

Johannes von Nepomuk.

Aber viel wichtiger ist doch die Frage: Seid ihr nun Freunde geworden? Du, Herr Müller, und der „Monrealer Ritterschlag“. Ach, unterwegs haben KD und ich einige Male drüber schwadroniert, ob der Wanderweg nun „schön“ ist oder nicht. Wir sind beide der Meinung: Wir gingen schönere Traumpfade. KD schwärmt beispielsweise sehr vom „Koberner Burgpfad“, ich begeistere mich für die „Bleidenberger Ausblicke“. Da sieht man schon, wie unterschiedlich selbst das Duo Infernale urteilt.

Die Philippsburg.

Das Leben ist aber auch verflixt subjektiv. Dem einen gefällt das, dem anderen dies. Das ist auch gut so. Und deshalb nehme ich dem „Monrealer Ritterschlag“ auch nicht mehr übel, prämiert worden zu sein. Er kann ja nichts dafür. Und wenn er möchte, dann sind wir ab sofort gute Freunde. Nicht die Besten vielleicht. Aber wir haben uns so weit angenähert, dass ich sicher noch mal auf seinen Pfaden wandeln werde und er mir dabei die Strecke wieder durch weiche Wege und blühende Blumen versüßen mag. Bei Facebook schickte ich ihm nun eine “Freundschaftsanfrage”, doch sollte er diese nicht als Liebeserklärung missverstehen …

Dorfidylle.

Doch eins (was sag ich „eins“ …) muss ich dem Traumpfad auch zugutehalten. Er hat wirklich viel zu bieten. Schmale und breitete Pfade. Berge und Täler. Ausblicke und Einblicke. Burgruinen (und sogar gleich zwei davon). Ein malerisches Städtchen, dessen Flair selbst ich mich nicht verschließen kann. Rastplätze mit der Gefahr, sich gar nicht mehr aufrappeln zu können. Bäume, Büsche, Hecken. Waldtiere, die nicht fotogen in die Kamera stieren. Eifelhöhen und Windräder. Ein Bergfried mit einem zauberhaften Rundumblick (und frei von einem Obolus, was längst nicht mehr gewöhnlich ist). Eine gute Bäckerei und eine kleine, beachtenswerte Kirche. Ein Hofladen auf dem Weg und das bekannte “Café Plüsch” im Ort (das ich noch gar nicht erwähnte).

Habe ich etwas vergessen? Ich werd‘s bei der nächsten Begegnung mit dem „Monrealer Ritterschlag“ wissen.

Und, hey, wir hatten ein schweinekaltes, aber saugeiles Wetter!

Schlenderer

Schlenderer

... wandert nicht nur in den Regionen um das Rheintal, sondern auch andernorts - und berichtet darüber in seinem Blog Schlenderer. Schreibt fantastische, erotische und kriminelle Geschichten. Ist Paper&Pen-Rollenspieler der ersten Stunde - und riskiert noch heute gern sein Leben am Spieltisch.
Schlenderer

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22 Responses

  1. Peter Winninger

    Brrrrrr …. da fröstelt es einen tatsächlich ein bisschen, wenn man die Bilder sieht. Bin auf der einen Seite froh, dass wir bei herrlichem Sommerwetter unterwegs waren, auf der anderen Seite neugierig, wie sich der Weg wohl im Winter “anfühlen” wird …

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  2. Katrin

    Dafür, dass dich der Traumpfad eher nicht so begeistert hast, sind dir deine Fotos und Bericht wieder sehr schön gelungen. :-)
    Und ist der Beutel am Baum nicht Inspiration pur für einen Krimiautor? :-o
    Ich war im September an meinem letzten Urlaubstag auf der Durchreise von der Eifel Richtung Heimat in Monreal. Es ist in jedem Fall einen Besuch wert.
    Leider wurde an diesem Tag in Monreal gerade eine Folge “Alarm für Cobra 11” gedreht, so dass die schönen Kulissen von Wimpelchen verhangen und teilweise von Dreh-/Beleuchtungs- und Requisitenfahrzeugen verstellt war. Empfehlen kann ich aber die “Töpferei Alte Schule” in Monreal – wen es interessiert. Wunderschöne Keramik, und es ist einiges von Monreal ins Aichtal gewandert. :-)
    Meine Aachener Wanderfreundin sprach begeistert vom “Ritterschlag”. Ich habe ihn nicht mehr geschafft.
    Viele Grüße an dich
    Katrin

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    • Georg

      … der Boden unter dem Beutel war klebrig-feucht und roch nach – ich beschreib es lieber nicht, sonst fallen mir die Leser noch in Ohnmacht. :-) Der Ortskern von Monreal ist ein Kleinod, wie es die Eifel nicht mehr sehr oft anbietet. Da passt so eine tolle Serie natürlich wie die Faust aufs Auge; ob das Dorf die Art von Publicity nötig hat, zweifle ich an.

      Die Töpferei kenne sogar ich von innen. Petra wäre sicher Töpferin geworden, wenn … Aber einem erneuten Besuch stünde sie vermutlich sehr aufgeschlossen gegenüber, während ich mir dann derweil andernorts den Wanst vollschlagen könnte. Und der “Ritterschlag” freut sich sicher auch, wenn du ihn zu einem späteren Zeitpunkt besuchts.

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  3. Mein BB

    Mannomann, mit “Schlendern” wärst du ja wohl nicht so weit gekommen ;-)
    Und von der Ausführlichkeit her kann man sich ja wirklich was abschneiden …

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    • Georg

      Die meisten Wanderwege haben ja so viel zu bieten, dass ich manchmal noch zu wenig über sie schreibe. Und die Zeit, in der das Schlendern mehr ein Rutschen ist, dürfte (hoffentlich) bald vorbei sein.

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  4. Bärbel

    Also dein Bericht ist sehr schön, aber leider muss ich dir widersprechen. Ich finde den Monrealer Rtterschlag auch das Highlight unter den Traumpfaden. Aber wie du schon sagst, das empfindet jeder anders. Die Bleidenberger Ausblicke stehen ihm sicherlich nicht viel nach. Den Koberner Burgpfad werde ich mir als nächstes vornehmen, habe mich jetzt bei der Witterung noch nicht getraut. Weiter viel Spaß beim Schlendern! Mit soviel guter Laune wird jeder Weg Spaß machen!

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    • Georg

      Dir muss das mit dem Widerspruch natürlich überhaupt nicht leidtun. Es wäre ja noch schöner, wenn ein Wanderbericht wie meiner, der ja immer eine persönliche Sichtweise darstellt, von jedem als zutreffend angesehen wird. Den “Koberner Burgpfad” aber lege ich Dir ans Herz, wir – KD und ich – werden ihn sicher bald wieder gehen. Wenn die Witterung passt.

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  5. Guido

    Wieder einmal herrliche Beschreibung mit tollen Bildern; hab mich ‘beömmelt’ ;-) Und auf FB geht die Diskussion über Prämierungen tapfer weiter :-)

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  6. Michael

    Ein lesenwerter Bericht! Hast du wirklich gut geschrieben. Und wohltuend dabei, dass du nicht unngerechtfertigte Lobesgesänge eingestimmt hast, sondern auch mal ein paar Mängel aufgeschrieben hast.
    Michael zieht den Hut! :-)

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    • Georg

      Es nützt ja auch niemandem, wenn ich meinen Bericht so hinbiege, dass er nur noch ein einziger Lobgesang ist. Die Wahrheit liegt halt irgendwo – nein, nicht dazwischen, mehr – im Wald. ;-) [Nachtrag: Michael hält auf seiner Website – es ist kein Blog ;-) – sein Video über seine Wanderung auf dem “Monrealer Ritterschlag” bereit: http://www.wandern12.de/html/monrealer_ritterschlag.html

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    • Georg

      Ihr ward wenigstens im “Café Plüsch”! Und ruhig dem Link folgen, bei Christine gibt es noch mehr Fotos aus einer anderen Jahreszeit.

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  7. cloesen johnny

    Prachtige wandeling, mooie foto’s wij kennen het dorpje hebben er ook al gewandeld. zeker nog eens terug voor de gehele tocht. Dikke proficiat voor het verslag.

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    • Georg

      Dank je wel, Jonny. Monreal is zeker een bezoek waard. (Google heeft me geholpen. Als het onbegrijpelijk, ik geef Google de schuld.;-))

      Antworten
  8. Elke

    Nun gut, bevor ich diesen Traumpfad bewinge, werde ich doch andere vorziehen, zwei hast du genannt und genau die beiden werden es denn sein.
    Ein schöner Bericht :-)

    LG
    Elke

    Antworten
    • Georg

      Den “Bleidenberger Ausblicke” hatte ich Dir ja schon letztes Jahr aufs Auge gedrückt. Jetzt geh ihn auch bitte. :-)

      Antworten
  9. Angelika

    Also ich muss schon sagen mit dem Wetter habt Ihr ja trotz allem noch Glück gehabt – es hätte alles viel schlimmer sein können – da in der Eifel :-).
    Der Bericht ist mal wieder einmalig – das Dörfchen sieht wirklich sehr nett aus. Ich glaube auch – im Frühling ist das alles noch einen Tick freundlicher und interessanter aller guten Dinge sind drei – also bekommt der Weg bestimmt da dann nochmal die Chance Dein endgültiger “Freund ” zu werden :-)
    Liebe Grüsse Angelika

    Antworten
    • Georg

      Sogar in diesem doch recht grauen Winter war die Eifel an dem Tag sehr bunt, wir hatten absolutes Glück. Monreal sieht zu einer anderen Jahreszeit anders aus, dann aber auch gut besucht, wenn man nicht wie wir auf einen Wochentag ausweicht. Und wann aller guten Dinge drei sind … vielleicht kommt es mal ganz spontan über mich. Für diese Woche jedenfalls steht der “Pyrmonter Felsensteig” an, auch zum zweiten Mal, und der muss bei mir gar nichts gutmachen. ;-)

      Antworten

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