Drei Winterwanderungen an zwei wundervollen Wandertagen im Sauerland hatten Petra und ich uns für mein Sauerland-Wanderbuch vorgenommen. Zwei Wanderungen in Stryck bei Willingen und in Niedersfeld lagen hinter uns, als der Mittag sich dem Nachmittag zuneigte und die Sonne sich anschickte, ihr Antlitz hinter dem Horizont zur Ruhe zu betten. Zeit also für uns, hurtig die gut 30 Kilometer von Niedersfeld nach Schanze mit dem Auto zurückzulegen.

Schanze erreichen wir über den Ort Grafschaft. Die Bundes- und Landstraßen sind trotz des beachtlich hohen Schnees gut befahrbar, von Graftschaft führt eine schmale Straße hinauf zum um die 700 Meter hoch gelegenen Winzigdorf Schanze. Vor dem Ortseingang warten viele Parkbuchten auf uns – ein Hinweis, dass der idyllisch ins Landschaftsbild drapierte Ort zu anderen Zeiten überlaufen kann vor Menschen. Heute aber, in der Woche, herrscht herrliche Ruhe auf der Höhe. Wir satteln also ab, schultern die Rucksäcke auf und wandern los.

Unsere gut 7 Kilometer langer Wanderweg führt uns von Schanze weg über ein Teilstück des Rothaarsteigs. Den kurzen Abschnitt bis zum Heidenstock kenne ich von meiner Wanderung auf dem Rothaarsteig, denn der passiert den Ort über die sehr empfehlenswerte Talvariante – ich empfand das als schöne Abwechslung zu den längeren Wegstücken über die Bergkuppen.

Neben dem Rothaarsteig und einigen örtlichen Wanderwegen laufen wir auch auf dem WaldSkupturenWeg. Der führt von Bad Berleburg bis Schmallenberg, auf unserer Rundwanderung werden wir zwei der 11 Kunstwerke am Weg sehen: »Der Krummstab« und »Kein leichtes Spiel«. Wer die Fotos betrachtet, wird sicher ohne weiteren Hinweis wissen, welches Kunstobjekt wie heißt.

Die drei Rundwanderwege, die wir im Vorfeld bereits ausgesucht hatten, ergänzen sich sehr schön. Während wir in Stryck ein Wechselspiel von Aussichten auf dem Ettelsberg und ruhigem Tal hatten und in Niedersfeld die nahezu baumlose Hochheide, garniert wieder mit Ausblicken übers Land, wandern wir nun auf wieder vortrefflich gewalzten Wanderwegen auf der Höhe, diesmal aber umgeben von stillem Wald. Nur ab und zu gewährt uns der den Blick in die Ferne, beispielsweise bei Kühhude, wo die Bäume zurückweichen und wir auf einer Sinnesbank – na, nicht Platz nehmen, aber doch eine Rast einlegen.

Von dort führt ein schmaler Pfad dicht zwischen Fichten weiter. Weil der Weg aber zum Rothaarsteig gehört, ist er vorgestapft und gut zu gehen. Im Schlenker geht es dann zurück nach Schanze. Es ist spät geworden, die Sonne macht sich schon vordannen. Wir schließen uns ihr an und fahren heim durchs Sauerland, das Siegerland und den Westerwald, um spät abends im Rheinland einzutrudeln. Zwei tadellose Tage liegen hinter uns, Schnee satt. Das Tauwetter kann kommen …

 

 

Schlenderer

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... wandert nicht nur in den Regionen um das Rheintal, sondern auch andernorts - und berichtet darüber in seinem Blog Schlenderer. Schreibt fantastische, erotische und kriminelle Geschichten. Ist Paper&Pen-Rollenspieler der ersten Stunde - und riskiert noch heute gern sein Leben am Spieltisch.
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