Wasser, Wiesen, Wanderdüne auf dem »Nordpfad Wümmeniederung«

Wer’s knüppeldick will, wandert den »Nordpfad Wümmeniederung« in einem Durchgang. Wer’s locker-flockig wie wir mag, kostet den 32,3 Kilometer langen Rundwanderweg in kleinen Häppchen. (Mehr Informationen zu diesem Nordpfad finden sich hier: Nordpfad Wümmeniederung.) Udo Fischer vom TouROW hat uns Tipps mit auf den Weg gegeben, was wir nicht verpassen dürfen. Das Naturschutzgebiet Voßberge mit der ehemaligen Wanderdüne gehört dazu.

Das Gute an der »Wümmeniederung« ist: Sie hat etliche Varianten auf Lager. So kann sich jeder – wenn er sich wie wir nicht den gesamten Weg auf einen Schlag zur Brust nehmen will – scheibchenweise an die Gesamtrunde herantasten. Die Varianten starten in umliegenden Ortschaften und in Rotenburg selbst und steigen über ausgeschilderte Zuwege in die eigentliche Rundtour ein. Wir haben uns für Hellwege entschieden, einen kleinen Ort, und lassen unseren Wagen an einem Gasthaus stehen. Der Vorteil ist: Der »Nordpfad Wümmeniederung« führt sowieso hier entlang, sodass wir also sofort auf dem richtigen Weg sind.

Wir gehen die rund 9 Kilometer lange Strecke im Uhrzeigersinn. Im Nachhinein überlege ich, ob mir die Wanderung »gegen« den Uhrzeiger nicht besser gefallen hätte. Dann nämlich wäre das sehr schöne Stück entlang der Wümme, die wir immer wieder durchs hohe Gras glitzern sehen, der dicke Schlusspunkt gewesen.

So also wandern wir erst eine gute Strecke mit der Wümme zusammen: Links der Fluss, rechts die ausufernden Felder, Weiden und Brachland. Eine neue Fußgängerbrücke müssen wir zwar nicht überqueren, nutzen sie aber, um einige malerische Fotos von der Wümme zu schießen.

Später queren wir die Niederung und halten uns an einem Wegweiser links, um nach einer halben Stunde das Naturschutzgebiet Voßberge und eine Wanderdüne zu erkunden, die zu unserem Glück reglos vor sich hin sandet. Wir steigen hinauf, lassen Sand durch die Finger rieseln und machen uns bald wieder auf den Weg zurück zum erwähnten Wegweiser.

Von hier geht es am Waldrand und an Wiesen entlang bis zum Großen Fährhof.

Bevor wir das Areal passieren, entdecken wir zwischen Bäumen zwei Teiche, der eine malerisch mit allerlei Gebotsschildern (Marke: »Nicht schwimmen, nicht zelten, nicht angucken«), der andere allzu nah am Gasthaus beim Fährhof, als dass wir dort unsere Beine ausstrecken möchten. Idyllisch schaut’s allemal aus, und so wandern wir mit guten Gefühlen weiter zum Kleinen Fährhof, nun auch über saftige Wiesenwege und vorbei an Wochenendhäusern.

Dort dann finden wir den Wegweiser, der uns wieder durch die Niederung und über die Wümme zurück nach Hellwege führt. Ich weise gerne wieder auf den Nordpfade-Tourenbegleiter hin (hier kostenlos erhältlich: Nordpfade-Tourenbegleiter), der uns die Wandertouren über begleitet hat und uns immer zuverlässig darüber informierte, wo wir uns gerade befinden. Verlaufen ist auf den Nordpfaden vermutlich gar nicht möglich, an den richtigen Stellen und Orten warten Markierungen und Wegweiser. Der »Nordpfad Wümmeniederung« präsentierte sich uns als ausgewogene Mischung aus beschaulichem Abschnitt an der Wümme entlang und großteils stillen Passagen am Wald vorbei oder durch kleine Waldstücke hindurch. Die Wanderdüne sollte man sich als Abstecher gönnen; wären wir dort weiter bis zum Ort Everinghausen gegangen, hätten wir uns die Holzskulptur »Luftdurchlässig« anschauen können.

Wanderdüne

Wir haben darauf verzichtet. Zudem hatten wir geplant, in unserem Urlaub noch eine weitere Variante dieses längeren Nordpfads zu wandern, mussten darauf aber in den noch folgenden Tagen verzichten. Wir haben letztlich andere Nordpfade erkundet, ohne dass dies den »Nordpfad Wümmeniederung« abwerten soll. Denn uns hat er begeistert: Einfach wandern. Laufen lassen. Die Luft um die Nase wehen lassen. Wer das sucht, dazu noch einige Blickpunkte wie die Wanderdüne, wird sich mit diesem Nordpfad sicher anfreunden. Und vielleicht das machen, was uns vergönnt war: Die gesamte Wanderroute gehen.

 

Schlenderer

Schlenderer

... wandert nicht nur in den Regionen um das Rheintal, sondern auch andernorts - und berichtet darüber in seinem Blog Schlenderer. Schreibt fantastische, erotische und kriminelle Geschichten. Ist Paper&Pen-Rollenspieler der ersten Stunde - und riskiert noch heute gern sein Leben am Spieltisch.
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