Auf dem »Nordpfad Dör’t Moor«

Montag ist Arbeitstag. Im Urlaub ist es schön, andere Menschen bei der Arbeit zu beobachten. Udo Fischer vom TouROW-Team erlaubte uns, ihm für eine gute Stunde Arbeit zu machen. Wir nötigten ihn, uns nicht nur mehr über die Nordpfade zu erzählen, sondern uns auch die schönsten, besten, nordigsten Wege ans Herz zu legen. Das tat Udo Fischer mit viel Enthusiasmus. Schon vorher hatte ich den Eindruck gewonnen, dass hier jemand mit ganzem Herzen bei der »Sache« ist und sich für die Nordpfade sehr engagiert. Im Gespräch bestätigte sich mein Eindruck. So zeichnete er uns in den Nordpfade-Tourenbegleiter die Orte ein, an denen die Kraniche bald Zwischenstation auf ihrem Flug nach Süden einlegen würden.

Apropos Zum Bestellen: der Nordpfade-Tourenbegleiter Wer alle Nordpfade in einer Broschüre vorgestellt haben will, muss das kostenlos erhältliche Heft unbedingt bestellen. Darin steht wirklich alles Wissenswerte, von Startort und Parkmöglichkeiten über Streckenlänge und einer Wanderkarte hin zu einer ausführlichen Tourenbeschreibung. Beides, Tourenbeschreibung und Wanderkarte, genügten uns auf jeder unserer Nordpfade-Touren zur Orientierung. Dabei spielt natürlich auch die Wegemarkierung eine wichtige Rolle. Wer in den Regionen um Koblenz die Traumpfade oder die Traumschleifen kennt, der weiß, was ihn erwartet. Die Nordpfade sind nicht weniger gut ausgeschildert.

An allen wichtigen Wegepunkten stehen Wegweiser, unterwegs helfen Markierungszeichen, eine große Informationstafel steht an den Startpunkten. Die von uns erwanderten Nordpfade waren unverlaufbar ausgeschildert und sehr gepflegt, also bestens begehbar. Der Vermieter unserer Ferienwohnung, Wilhelm Peters, meinte zwar bei den Nordpfaden, dass dabei ja das »Abenteuer« verloren ginge. Das mag sein. Aber das erwarte ich eben nicht, wenn ich Premium- oder Prädikatswege oder Wanderwege in entsprechender Qualität gehe; hier gehe ich davon aus, dass ich ohne Wanderkarte von A nach A komme. (Die Abenteuer leiste ich mir ja, wie aufmerksame Blogleser wissen, bei den gemeinsamen Wanderungen mit KD oder Herbert – wenn wir uns tierisch verlaufen.) Online lassen sich mit dem Wandernavigator alle Nordpfade abrufen.

Das einzige Manko: Petra und mir hätten unterwegs die eine oder andere Rastbank sehr gefallen, auch mal eine Kombination mehr mit Tisch und Bänken. Da sind wir natürlich von den Traumschleifen/-pfaden verwöhnt, vermutlich steht da auch ein anderes, höheres Budget dahinter. Aber was nicht ist, kann ja noch werden. Und ich höre im Hintergrund auch schon die Old School-Wanderer: »Wir wollen wandern, nicht sitzen!«

Und weil ich grad beim Wandern bin: Zur Mittagszeit machten wir uns auf den Weg. Der Nordpfad “Dör’t Moor” stand an. Von unserer Ferienwohnung führt ein kurzer Zuweg gleich zum Nordpfad (ein weiterer, der “Nordpfad Rotenburger Wasserreich”, führt sogar durch den Bauernhof – und natürlich auch an der Weide mit den drei Eseln – vorbei). Wir stiegen also mittendrin ein in den Rundweg. Mit 10,3 Kilometer ist er, wenn man ihn nicht mit den unnötigen Zuwegen wandert, eher kurz, hat es aber in sich. Von Höhenmetern will ich dabei nicht sprechen; diese sind auch bei keinem der Wege angegeben, wenn auch die Höhenprofile im Nordpfade-Tourenbegleiter echt einen auf dicke Hose machen.

Da ich wieder ins Uferlose abzugleiten drohe, schiebe ich zur Selbstdisziplinierung etwas ein, was auch für die folgenden Berichte gilt. “Eigentlich” wollte ich gar keine Wanderberichte zu unserem Urlaub schreiben. “Eigentlich” wollten wir völlig ohne Verpflichtungen, die ich als Blogger spüre, sobald ich wandernd unterwegs bin (“da musst Du doch drüber schreiben!”), den Urlaub genießen. Jetzt schreibe ich doch viel mehr, als ich wollte. Deshalb beschränke ich mich jetzt. Sofort. Schreibe nur Fakten zum Wanderweg und eine kurze Gefühlsregung. Und zeige Fotos.

Punkt

Mehr Informationen zum “Nordpfad Dör’t Moor” finden sich auf der Website der Nordpfade. Ich weise auch nochmals auf den wirklich ausgezeichneten Tourenbegleiter hin, der alle wichtigen Informationen bereithält und der unentbehrlich ist für die Vorbereitung; wir haben die Auswahl der Wanderwege anhand des genannten Büchleins getroffen plus der tollen Tipps von Udo Fischer. Der heutige Nordpfad begeisterte mich mit seinen Moorgebieten (Großes und Weißes) Moor, seinen wiesenweichen Wegen, das Geschlängel durch malerische Wäldchen, die Weite der Weiden- und Wiesenlandschaft, die Stille und die beiden Seen (Großer Bullensee und Kleiner Bullensee).

Wir waren dermaßen angetan von der Landschaft so nahe bei Rotenburg (und unserer Ferienwohnung), dass wir am darauffolgenden Sonntag nochmals zu den Moorgebieten wanderten. Diesmal fuhren wir mit dem Auto zum Großen Bullensee, der sicher nicht nur am Wochenende, sondern bei schönem Wetter auch wochentags ein Treffpunkt für Frau, Mann, Kind und für viele Hunde ist. Sobald wir aber das direkte Areal um den Großen Bullensee herum verließen, ebbte das rege Leben ab.

Nordpfad Doert Moor

Auf dieser Wandertafel kann man die von uns gewählte Route gut nachvollziehen. Der Nordpfad ist dort nicht eingezeichnet, verläuft aber von unten links über die Große Moorrunde und den Großen Bullensee weiter zum Kleinen Bullensee. Wir sind oben in der Mitte eingestiegen; der Hof Grafel liegt in der Verlängerung schräg links hoch (ich klopfe mir selbst für die exakte geographische Beschreibung auf die Schulter. ) Was der Nordpfad nicht mitnimmt, ist die blaue Passage zwischen den beiden Mooren. Die wollten wir uns nicht entgehen lassen. Die Kleine Moorrunde führt auf weichem, aber natürlich sicherem Untergrund durch das Moorgebiet und gelangt über einen alten Schafstall im Bogen zurück zum Ausgangspunkt am Großen Bullensee. Die gezeigten Fotos zeigen großteils Ausschnitte des Nordpfads, zum Ende hin aber auch einige Fotos von der genannten Kleinen Moorrude.

 

Schlenderer

Schlenderer

... wandert nicht nur in den Regionen um das Rheintal, sondern auch andernorts - und berichtet darüber in seinem Blog Schlenderer. Schreibt fantastische, erotische und kriminelle Geschichten. Ist Paper&Pen-Rollenspieler der ersten Stunde - und riskiert noch heute gern sein Leben am Spieltisch.
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2 Responses

    • Karl-Georg Müller

      Ich danke Dir, Guido! :-) Die Fotos wecken in mir auch schon – speziell bei dem heutigen miesen Wetter – Sehnsucht nach dem Norden. ;-)

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