Leinen-Hochzeit! Petra und ich verbrachten diesen Tag (wer nichts damit anzufangen weiß: 35 Jahre) im Westerwald. Zuerst wanderten wir eine gut 10 Kilometer lange Runde mit viel Schatten und viel Sonne rund um die Fuchskaute. Die Fuchskaute ist mit 657 Metern die höchste Erhebung im Westerwald, entsprechend niedriger sind dort die Temperaturen als bei uns am Mittelrhein. Die Wandertour entnahm ich meinem eigenen Wanderbuch »Westerwald«, das vor gut drei Jahren im Droste Verlag erschienen ist. Die Wanderungen fürs Buch gingen wir also vor rund vier Jahren, Zeit demnach, sie nach und nach mal wieder nachzuwandern.

Von Parkplatz am Restaurant Fuchskaute läuft dieser Wanderweg großteils streckengleich mit dem Rundwanderweg R3. Nur hatte ich damals gleich zu Beginn eine Schleife eingebaut, die zu einer Rastbank mit schöner Aussicht führte (diese Schleife ist nunmehr auch beim R3 eingebunden). Ein weiterer Abstecher führt noch zu einem Wildgehege, verbunden mit wurzeligem Weg dorthin und Wiesenwegen zurück. Daher läuft auch der Rothaarsteig, sodass die Orientierung leicht fällt (und zudem ist gewährleistet, dass diese Variante auch gepflegt wird). Wir wandern dann bis Weißenberg mit einer 350-jährigen Esche, einem eindrucksvollen Naturdenkmal, und dem Heimatmuseum Aal Schul. Später gelangen wir durch dichten Wald zum Dreiländereck; dort treffen sich Hessen, Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz. Zum Abschluss schnuppern wir noch in ein Wacholdergebiet, wiewohl der Wacholder eher eine traurige Figur abgibt. Das Naturschutzgebiet mit seinen Borstgraswiesen fordert auch zu anderen Jahreszeiten zu einem längeres Verweilen auf.

Die Fuchskaute aber war uns nicht genug. Hachenburg liegt auf unserem Rückweg. Wir parken also auf dem Parkplatz am Burggraben, auf dem ich bis jetzt noch immer einen (kostenlosen) Parkplatz gefunden habe, und stiefeln die wenigen Meter hinauf zur Altstadt. Heiß ist’s auch hier, weshalb wir es bei einem ausgiebigen Rundgang an schönen Plätzen der Stadt belassen.

Doch auf zwei Beinen steht man nicht gut. Also rundeten wir unseren Tag mit einem Besuch der Abtei Marienstatt ab. Diese liegt ja nicht weit von Hachenburg entfernt. Gut besucht war sie an diesem brodelnden Sonntag, aber nicht so, dass wir uns unwohl fühlten. So flanierten wir durch den Klostergarten, Petra stattete der Abteikirche noch einen Besuch ab, und im Klosterladen beendeten wir den Tag mit dem zweckdienlichen Kauf des Klosterbiers. Abends grillten wir. Dazu gab es … nein, nicht das Bier, sondern eine der guten Weine aus dem Hause Trenz, die wir im vergangenen Jahr im Rheingau eingetütet hatten. Hochzeitstage sollte es öfter geben.

 

Schlenderer

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... wandert nicht nur in den Regionen um das Rheintal, sondern auch andernorts - und berichtet darüber in seinem Blog Schlenderer. Schreibt fantastische, erotische und kriminelle Geschichten. Ist Paper&Pen-Rollenspieler der ersten Stunde - und riskiert noch heute gern sein Leben am Spieltisch.
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