Es ist nicht abwegig, am 1. Mai – dem „Tag der Arbeit“ – auf dem Butterpfad zu wandern, denn wie uns der Flyer erzählt, stammt „… der Butterpfad […] aus der Zeit, als die Bauern aus der Region ihre Erzeugnisse – vor allem Butter und Milch – über Straßenhaus und Rengsdorf bis nach Neuwied transportieren, um sie dort auf dem Markt feilzubieten.“ Wobei die letzten Kilometer, von Oberbieber in die Stadt, die „elektrische Bahn“ genutzt wurde. Die fuhr bis 1963.

Keine Ahnung, wie groß die Spritzen früher waren, aber sie brauchten kleine Häuser zur Aufbewahrung.

Seit wann die Bauern nicht mehr über diesen Weg den Markt beschickten, weiß ich nicht, jedenfalls hat sich auch das Marktleben in Neuwied einem Wandel unterzogen. Zweimal in der Woche, dienstags und freitags, bieten eine recht überschaubare Zahl an Händlern ihre Waren an, nicht auf dem Marktplatz an der gleichnamigen Kirche, sondern auf dem Luisenplatz. Der lässt durch seine streng-sterile Gestaltung keine Marktatmosphäre aufkommen, wohingegen der genannte Marktplatz alleine durch seine schattenspendenden Bäume eine andere Stimmung verströmt. Aber da wehren sich wohl die sesshaften Händler gegen, denn es gingen die dortigen Parkplätze verloren.

Wie in einem guten Horrorfilm, trennt sich die Gruppe, kaum dass sie losmarschiert ist.

Von Hümmerich, wo wir unsere Wanderung beginnen, ist Neuwied aber an diesem Morgen nicht nur gedanklich weit entfernt. Wir sichern uns einen der letzten Parkplätze am vorgesehenen Wanderparkplatz. Klar, heute wandert jeder, der gut oder auch weniger gut zu Fuß ist, sodass wir einfach ein paar Augenblicke früher als die Kohorte sind, die kurz darauf eintrifft. Allem Anschein nach sind wir nicht die Einzigen aus Heddesdorf (einem Stadtteil von Neuwied, in dem wir leben), es gibt ein kurzes Kopfnicken, dann schultern wir unsere Rucksäcke. Petra und ich sind auch so schon nicht alleine, denn wie so oft wandern wir am 1. Mai gemeinsam. In diesem Jahr wieder mit Gaby und Herbert. Schwester und Schwager. Schwägerin und Schwippschwager. Also vier Personen zählt unsere kleine Wandergruppe.

Ach, übrigens: Wir sind mit zwei Fahrzeugen losgefahren. Einer steht nun in Rengsdorf an der St. Kastor-Kapelle. Das ist ganz schön schlau, denn mit dem dort geparkten Wagen können wir später nach Hümmerich zurückfahren. Der Aufwand ist für uns auch relativ gering, weil es bis nach Rengsdorf respektive Hümmerich von unseren Wohnorten nicht allzu weit ist. Es ist ja heutzutage sehr wichtig, ökonomisch, politisch und insgesamt korrekt zu handeln, sonst kommt der mahnende Zeigefinger und die Erklärung, weshalb das eigene Tun mal wieder falsch und nicht im Sinne von [bitte eine Organisation/ein Ministerium/einen namentlich bekannten Gutmenschen eintragen] gewesen ist. Mich wundert‘s selten, dass die Zwangserkrankungen in unserer Gesellschaft zunehmen, wo wir doch rund um die Uhr bedrängt werden, all unser Handeln zu kontrollieren und zu überdenken.

Wanderer zeigen immer ihre beste Seite.

Deshalb vielleicht auch die vermeintliche „Flucht“ in den Wald, passend am „Tag der Arbeit“, die ja einen fast lebenslangen Zwang auf uns ausübt? Vermutlich nicht unwahrscheinlich, wiewohl natürlich auch dort die Ge- und Verbote uns auf Schritt und Tritt begegnen (und was dann weiter ausgeführt werden könnte, weil es die Agileren in Gebiete der Erde lockt, die – so denken sie – eben keine oder weniger Einschränkungen vorhalten).

[tip]KurzInfo! Der Butterpfad ist 12 Kilometer lang, wenn man keine Abstecher zum Mammutbaumwald oder den Keltengräbern unternimmt. Anhand des Flyers von Rengsdorfer Land kann der Butterpfad problemlos erwandert werden; der Wanderweg ist bestens ausgeschildert.

Wer die beiden unbedingt sehenswerten “Abstecher” – Mammutbäume und Keltengräber – mitnimmt, kommt auf 13,8 Kilometer. Die damit verbundenen 339 Höhenmeter sollten aber keine großen Schwierigkeiten machen; die Anstiege sind moderat und meist über eine längere Wegelänge gestreckt. Für die Wanderung genügen gute Wanderschuhe, für eine Rast unterwegs empfiehlt sich natürlich eine Wegzehrung, wenn auch beispielsweise in Straßenhaus die Möglichkeit zur Einkehr besteht (siehe dazu auch den genannten Flyer).

Im Verbund mit der Wegekarte auf dem Flyer lässt sich die von uns zurückgelegte Wanderstrecke nachvollziehen – aber bitte beachten, dass in unsere Wegekarte die beiden genannten Abstecher (Mammutbaumwald und Keltengräber) eingetragen sind. Über den Klickpunkt “drucken” stehen Optionen zur Auswahl, wie detailliert die PDF sein soll – am besten einfach ausprobieren, herunterladen und dann entscheiden, welche Version man bevorzugt. GPS-Tracks können ebenfalls abgerufen werden. Und die Karte kann mit Hilfe des Reiters über dem Kartenbild in unterschiedlichen Ansichten (beispielsweise bei “Google Earth”) betrachtet werden.[/tip]

Jedenfalls benehmen wir uns auf unserer Wanderung recht ungezwungen, manchmal verboten laut, manchmal einfach gut gelaunt. Das Wetter schafft es zwar nicht ganz, sich unserer gelösten Stimmung anzuschließen, doch die Temperatur steigen im Verlauf des Tages, und manchmal traut sich sogar die Sonne hervor, sprengt die Wolkensuppe auf und tröpfelt auf uns hinab. Das reicht auch, sonst hätten wir doch gestöhnt, wie heiß es ist …

Hümmerich liegt malerisch eingebettet zwischen sanften Hügeln; die Wiesen sind seit einigen Tagen saftig grün, aus den Feldern, die noch vor Kurzem mit hart gefrorener Erde wie versiegelt war, drängen die Pflanzen dem Licht entgegen. Die mit Gras bewachsenen Wege und Pfade sind jetzt wunderbar weich, auch wenn sie auf unserer Wanderstrecke oftmals von gut ausgebauten Wirtschafts- oder Forstwegen und – wenn auch selten – von asphaltierten Wegstücken abgelöst werden.

Der Wettlauf um den besten Platz am Strand hat begonnen. Vorne Wandergruppe 1, knapp dahinter Wandergruppe 2, beide eigens aus Neuwied angereist.

Kurz hinter Hümmerich präsentiert der Butterpfad schon einen seiner Höhepunkte – einen Panoramablick weit über die Höhen hinweg. Dann lockt uns der Weg in ein Waldstück, schlängelt sich tiefer hinein, vorbei an der „Franze Loch Hütte“, die offenbar gern zum Feiern genutzt wird, denn die 3 von der Feuerwache sitzen neben ein paar Stapeln Bierkästen und beäugen das Feuer, an dem sich wer-auch-immer in der Nacht gewärmt hat. Wir marschieren weiter, sehen bald darauf den gierender Bach an unserer Seite, eines der dünnen Rinnsale, die in dieser Gegend in jedem Tal, und mag es noch so klein sein, zu finden sind.

“Die ist zu!”

Wir umkurven die Hümmericher Mühle, die uns mit sehr eigenwilligen Ver- und Gebotsschildern beeindruckt. Nicht minder eindrucksvoll ist die nächste Station: der Alexander-Stollen. Dieser Stollen wurde als sogenannter „Wetter-Stollen“ zur Belüftung der Grube Louisenglück in den Fels getrieben. Uns treibt es zur Eisentür, die bei meinem letzten Besuch noch gut verriegelt und verschlossen war. „Die ist zu!“, ruf ich also, als Herbert die Türe auch schon weit aufschwingt. Er macht ein paar Schritte hinein, plitschplatschplitsch, es pfützt und suppt recht unschön, dunkel ist es auch noch (dickes Ding!), und uns bleibt nichts, als die jämmerlichen Rufe aus der Tiefe („Hiiiilfe … Hiiihiiilfe …)  zu ignorieren, Gabys Frage – „Hör ich da was?“ – mit kollektivem Kopfschütteln zu begegnen und einem einstimmigen „Nööö!“ Herbert knallt die Eisentür zu, während ich notiere: Gummistiefel, Stirnlampen, Handleuchten mitnehmen.

So aber trotten wir um keine Erfahrung reicher (außer der, wieder nicht das Richtige im Rucksack zu haben) weiter. Die Rufe (Hiiilfe … Hii…) verklingen wie Hintergrundrauschen, Herbert und ich gucken uns an und flüstern gleichzeitig „hab doch Rücken“ – retten hätten wir eh niemanden können, höchstens gut Zureden. Und das können wir ja beim Einstieg demnächst nachholen … wird uns ja niemand weglaufen.

“Hiiilfe … hiiiihiiiiilfe………….” (oder: “The Blair Witch Project – The Westerwald”)

[Natürlich rate ich jedem, den Stollen trotz der verlockend offenen Eisentür nicht zu betreten! Vor dem Eingang findet sich eine Schautafel mit einer Zeichnung des Stollengeflechts. Wer sich die Verläufe der Schächte und Tunnel ansieht, wird selbst auf den Trichter kommen, dass einen jeder Schritt dort in Lebensgefahr bringt.]

Mittlerweile haben wir den Gierender Bach gegen den Fockenbach eingetauscht, Wandergruppe 2 hat uns am Stollen wortlos überholt. Den Fockenbach haben wir auch schon breiter erlebt, hier fließt er noch schmal und behutsam zu Tal, der Weg daran verläuft abwechselnd an Wiesen entlang, die sich kuhlos zwischen die Berge schieben, und zwischen kleinen Waldstücken hindurch. Fichten und Buchen bestimmen das Bild, dazu ordentlich viel Windbruch, der einen Teil der Hänge entlaubte.

Ich lese vor: “Hier in der Grube Louisenglück finden sich ach güldene Adern zu Hauf und silberne Streifen, quer sich ziehend durch den Fels, wartend auf gierige Hände, die es dem Berge entreißen mögen.”

Mittendrin passieren wir die vorhin genannte Grube Louisenglück, doch anders als beim Stollen scheint hier alles zugesperrt. Wir könnten eigentlich den Zaun, der das Gelände umgibt, überklettern … Herbert und ich tauschen Blicke aus, der unsere beiden Aufsicht führenden Begleiterinnen sind diesmal schneller und gehen forschen Schrittes … weiter.

2 Wandertouristen (staunend).

Die nächste Stunde über lassen wir den Fockenbach nicht aus den Augen. Das Landschaftsbild ist geprägt von Wiesen und Weiden, was ihr zu dieser Jahreszeit (der Winter ist Vergangenheit, aber noch hat die heiße Sommersonne nicht das grüne Gras verbrannt) einen besonders lebendigen Ausdruck verschafft. Jetzt doch etwas mehr Sonne, ein wenig wärmer noch dazu – und wir hätten eine Decke (notieren: Decke mitnehmen) auf die Wiese geworfen und uns hinterher (aber „der Rücken“ …)

Denkbar wäre auch, sich einfach mir nichts dir nichts ins Gras zu legen. Früher ging das doch auch.

Typische Westerwaldlandschaft mit Schrägwiese.

Der Butterpfad ist nicht sehr anspruchsvoll. Von Hümmerich geht es ein wenig hinab, sehr sanft und behutsam. Nun geht es ein wenig hinauf, eher sanft und behutsam. Selbst von Gehanfängern (also eingefleischten Stubenhockern) fordert der Wanderweg keine Höchstleistungen, auch wenn die Streckenlänge, wie wir sie gehen, recht ordentlich ist. Anders gesagt: Die Waden sollten 12 oder 14 Kilometer schaffen, was von manchen Zeitgenossen, die das mit den „Sit-Coms“ im TV zu wörtlich nehmen, schon zuviel verlangt sein mag. Als der Butterpfad sich aus den Tälern herausgeschlängelt hat, finden wir uns mitten auf der Anhöhe wieder – das zweite Zimmer mit Aussicht wird uns gezeigt. Wir schauen rundherum, hier oben auf der von Feldern und Wiesen dominierten Fläche macht sich auch der Wind breit, sodass wir zügig nach Straßenhaus einziehen.

Grün mit Häusern hintendran.

Die Halbzeit. Der Biergarten. Wir ziehen weiter. Uns ist noch nicht nach Bier und Alkohol, weshalb wir uns nicht zu den Wanderern, Bikern, Spaziergängern gruppieren, die im Biergarten das eine oder andere Kaltgetränk seiner ordnungsgemäßen Bestimmung zuführen. Wir saufen nicht, wir laufen, wieder hinab und aus Straßenhaus hinaus, auf weichem Waldbogen. Schnappen uns dann doch die nächstbeste Sitzgruppe, besetzen sie, bevor noch jemand anderes Handtücher zum Reservieren drauflegen kann. Trinken Caro-Kaffee und Pfefferminztee mit einem Tupfer Blütenhonig, während ich über das frisch gehopfte Kaltgetränk sinniere und das es auch seine Vorzüge hat.

Das Tal mit Schmatzen im Hintergrund.

Dafür ist der Blick ins Tal unbezahlbar, das Sitzen wird begleitet vom Schmatzen und vom Gefühl, genau in der richtigen Atmosphäre den Pfefferminztee zu genießen.

Urgs.

(Ich notiere: Ans Kaltgetränk denken)

Was jetzt passiert, sollte besser verschwiegen werden. Doch ich Beamter und damit zur Ehrlichkeit verdammt. (Gelächter aus dem Publikum.) Womöglich haben die Dämpfe, die aus der Kanne mit dem Pfefferminztee stiegen, meine Sinne und die der anderen benebelt. Denn während die drei mich begleitenden Personen am nachfolgend aufgestellten, gut sichtbaren Hinweisschild, versehen mit Wegekarte und erläuternden Beschreibungen, vorbeieilen, bleibe ich davor stehen. Entziffere die Buchstaben. Ich erinnere an die verwirrenden Pfefferminzdämpfe, rufe noch „450 Meter“ der mir enteilenden Wandergruppe nach und stiefele schnellstens hinterher.

Ist das jetzt bemerkenswert, vielleicht sogar wichtig?

Und wie!

Wir wollen doch den Mammutbaumwald sehen. Der muss gleich kommen. Noch 450 Meter. Wir also überqueren die kaum befahrene Kreisstraße nach Hardert, sehen nicht allzu weit entfernt bereits Bonefeld im Schatten der Wolken, winden uns durch noch junges Laubbaumgemüse und wundern uns, wie klein doch so Mammutbäume wohl sind, dass wir sie gar nicht entdecken.

Der Experte für Outdoor und Touren

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Zur Erläuterung, und obwohl ich davon ausgehe, dass keine nachfolgende und auch keine der vorherigen Wandergruppen mit Blindheit geschlagen ist wie wir. Am Hinweisschild gleich an der Sitzgruppe mit dem geilen Talblick: Links den Weg nehmen. Links. LINKS! Nicht rechts. Nicht wie wir.

Also links geht es zu den Mammutbäumen.

Nicht rechts. Natürlich nicht.

Diese Mammutbäume sind erst vor gut 40 Jahren entdeckt worden – wie sollen wir die dann finden?

Der Pfefferminztee hat uns ganz offensichtlich die Kräfte geraubt, denn wir sind wild entschlossen, nicht zurückzugehen und zu überprüfen, wo wir den Fehler eingelegt haben. Stattdessen stechen wir ab zu den Keltengräbern. Das ist gefahrlos, denn die kennen Petra und ich bereits, sodass wir sie wirklich auf Anhieb wieder entdecken – siehe hierzu den Bericht über die Laubach-Kelten-Tour.

Auch hier haben die Kelten ihre Duftmarke hinterlassen.

Doch wir lassen uns die gute, beschwingte Laune nicht verderben. Gemeinsam mit zahlreichen anderen Wanderern (die ihre gute Laune augenscheinlich auch durch Kaltgetränke angeregt haben) begeben wir uns in den Wald hinein, durch den wir flott zu Tale schreiten. Je näher wir Rengsdorf kommen, umso mehr Wandervolk quert unsere Wege. Unsere letzte Station ist das Völkerwiesenbachtal, mit Bach und – ach! – Wiese und dem bald folgenden Blick auf die Untere Mühle mit den Rhododendron-Büschen, für die sie recht bekannt ist. Wir gehen eng am Hang auf der anderen Straßenseite entlang, ein schöner schmaler Pfad, der den Butterpfad auf harmonische Weise abrundet.

An der St. Kastor-Kapelle wartet das Fahrzeug auf uns. Wir sind nicht überrascht, sondern froh, steigen ein und fahren nach Hümmerich, um dort unsere Wandergruppe in die zwei zueinander gehörenden Pärchen zu trennen. Sprich: Jeder fährt wieder dahin, wo er hingehört.

Doch halt!

Da war noch was. Auf der Fahrt nach Hümmerich. Ein Zwischenstopp.

Nein, nicht im Biergarten. (Schade.)

Auf einem Feldweg nahe beim Hinweisschild. Das mit den Mammutbäumen. Und was sehen da meine vom Pfefferminzgift getrübten Augen? 450 Meter. Und einen Pfeil. Nach links. Aber beim Leben all meiner viel zu früh verstorbenen Verwandten: Der war definitiv vorhin noch nicht da. Niemals. Kann nicht sein.

Ich beteure das beim Leben vieler anderer Menschen, die ich gar nicht kenne und gar nicht kennen möchte, wovon sich niemand aus meiner Wandergruppe beeindrucken lässt. Sie lasse mich stehen, stapfen nach links (wohin auch sonst) und betrachten sich einen Kohlenmeiler, wie er noch bis ins 19. Jahrhundert betrieben wurde.

Jetzt aber mal ernsthaft: Die Schautafeln sind wirklich informativ.

Und dann die Mammutbäume, die erst vor gut 40 Jahren hier entdeckt wurden und nun, verziert um eine Ruhebank, auf den staunenden Betrachter warten. Gut, dass wir‘s gesehen haben. Wirklich.

Gaby studiert die Gebrauchsanleitung für die Ruhebank …

Gaby überprüft die Gebrauchsanweisung auf ihre Richtigkeit. Daneben: 2 Wandertouristen (staunend).

So gesättigt vom Anblick erhabener Bäume holen wir jetzt wirklich den Wagen in Hümmerich ab.

Der 1. Mai geht für uns zwar noch weiter (ich sage nur: Kaltgetränke!), doch die Wanderung endet an dieser Stelle. Diesmal ja sogar mit Nachschlag …

Der Butterpfad – ein Weg, den schon die Bauern gingen – und jetzt die Wanderer. Im Vorübergehen nehmen die historischne Schauplätze mit, hier ein Stollen oder eine Grube, dort ein Keltengrab und, je nach Orientierungsvermögen, dort vielleicht sogar einen Mammutbaum Wald (links!) Das alles angerichtet auf einem Landschaftsgemälde, wie man es im unteren Westerwald häufig antrifft: eine zart mit Hügeln ausgestattete Landschaft, durchbrochen hier und dort von Tälern, die sich scheinbar gescheut haben, sich allzu tief in den Fels hineinzufressen. Dörfchen schmiegen sich an die Hänge oder suchen den Schutz der Wäldchen, und im Grunde stören nur die Straßen das beschauliche Bild. Abenteuerlich ist das nicht, auch nicht aufregend oder unglaublich.

Landschaft.

Es ist Heimat im guten Sinne, ich sehe das auch nicht verklärend, sondern erfreue mich auf Wanderungen wie dieser einfach daran. Überhaupt posiert der Westerwald ja selten wie ein aufgemotztes Glitzermodell, sondern stellt sich einfach dar, wie er ist. Und das ist gut so.

Bereit für ein Kaltgetränk. Oder auch zwei.

Der Butterpfad ist ein Wanderweg, den man bestens für eine Gruppentour empfehlen kann. Die Anforderungen an die Kondition sind überschaubar. Es gibt Einkehrmöglichkeiten, auch ausreichend viele Bänke und auch mal einen Tisch dazu. Und unterwegs kann man staunend vor den Sehenswürdigkeiten verharren oder seine Augen über die weiten Westerwaldhöhen wandern lassen.

Übrigens: Gummistiefel und Taschenlampe habe ich vorsorglich in den Rucksack gepackt. Man weiß ja nie …

Butterpfad

[Die Galerie zeigt weitere Impressionen des “Butterpfads”. Die Galerie lässt sich mit den beiden Buttons unten rechts “bedienen”. SL – der linke Button – löst eine Slideshow aus, mit FS – der rechte Button – wechselt man in den Vollbildmodus. Für die richtige Anzeige der Galerie ist der Flash Player von Adobe notwendig.]

Schlenderer

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... wandert nicht nur in den Regionen um das Rheintal, sondern auch andernorts - und berichtet darüber in seinem Blog Schlenderer. Schreibt fantastische, erotische und kriminelle Geschichten. Ist Paper&Pen-Rollenspieler der ersten Stunde - und riskiert noch heute gern sein Leben am Spieltisch.
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2 Responses

  1. Elke

    Herrliche Fotos (leider nie von deinen Vorräten) und wieder mit gesunder Selbstironie gewürzte Texte. Das Lesen hat viel Freude bereitet.
    Und links und rechts, das verwechseln doch viele ganz gerne.

    Vielen Dank für die netten Minuten die ich deinem Bericht folgen durfte.
    LG
    Elke

    Antworten
    • Georg

      Tja, das mit den Vorräten ist natürlich ein gewisses, ich nenn’s mal fotografisches Problem. Hm, oder doch eher eins der Schnelligkeit. Bevor Petra in der Lage ist, den Fotoapparat zu zücken, sind die Vorräte geschrumpft. Nein, das ist der falsche Begriff. Sie sind verschwunden. Also eigentlich unsichtbar geworden, vermute ich. Und deshalb gibt es keine Fotos von meinen Vorräten. Und links und rechts werde ich so bald nicht mehr verwechseln. Obwohl (schon wieder eine Einschränkung, ich weiß) – bei der letzten Wanderung gab’s ja ein ähnliches Malheur mit dem Wandern im und gegen den Uhrzeiger.

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