Rhön ohne Rhönschafe, das geht ja gar nicht!

Als die Einladung der Top Trails of Germany kam und feststand, dass wir auf den HOCHRHÖNER fahren würden, kam natürlich auch die Frage auf, was wollen wir uns anschauen, was ist uns wichtig.

Schnell stand für Georg fest: Er wollte die Moore sehen und etwas Keltisches. Sehr gute Wahl. Und wer mich kennt, der weiß, es konnte nur eins geben, was ich mir wünschte ;) Nämlich einen Besuch bei den Rhönschafen ;)

Mein Wunsch wurde natürlich erhört und direkt am ersten Tag setzten wir Georg am Roten Moor ab und Herr Frormann und Frau Happel von der Rhön Tourismus & Service GmbH fuhren mit mir hoch zur Wasserkuppe immer wieder mit Umwegen um mich an möglichst vielen Schafen vorbeizuführen ;) Zurück am Gasthaus beim Roten Moor schloss ich mich Georg für unsere gemeinsame Wanderung an.

Toll wäre es natürlich gewesen, Rhönschafen auf unseren Wanderungen zu begegnen, aber außer Gemähe hinter hohem Gebüsch im Naturschutzgebiet haben wir nichts von ihnen zu sehen bekommen. Aber nicht so wichtig, denn als Abschluss unseres Wochenendes in der Rhön war ein Besuch des Ökobetriebs von Thomas Stupp geplant. Herr Stupp züchtet Pferde, verschiedene Rinderrassen und natürlich Rhönschafe.

Wie nicht anders zu erwarten, versagte unser Navi auf dem Weg seinen Dienst; kein Empfang, meinte das Teil und das irgendwo im Niemandsland ;) Nach etlichem Geschimpfe und Hin- und Hergefahre fanden wir endlich den richtigen Weg. Herr Stupp empfing uns freundlich vor seinem Hof. Nach kurzer Erklärung, woher wir kamen und weshalb wir bei ihm sind, machten wir uns auf den Weg zu seinen Rhönschafen.

Herr Stupp hat den Hof 1984 von seinen Eltern übernommen. Im Laufe der Jahre hat er von reiner Rinderhaltung auf einen Pferdezuchtbetrieb umgestellt; 1995 kamen dann auch die ersten Rhönschafe dazu.

Am Ortsrand von Hünfeld-Dammersbach halten wir an dem eingezäunten Weidestück. Etwa 60 Rhönschafe stehen hier. Sie halten sich in sicherem Abstand zum Zaun – und sicher zu uns. Wir versuchen sie näher heranzulocken.

Das typische Kennzeichen der Rhönschafe ist der schwarze, bis hinter die Ohren unbewollte Kopf. Herr Stupp zeigt uns verschiedene Tiere, die von der Farbgebung ein wenig oder auch mehr abweichen. Für die reinrassige Rhönschafzucht sind sie dann leider nicht mehr geeignet. Rhönschafe gelten als eine der ältesten Nutztierarten Deutschlands. 1960 waren nur noch knapp 300 Tiere in Herdenbüchern eingetragen. Um die Rasse vor dem Aussterben zu bewahren wurde eine Zucht Gemeinschaft gegründet und bis ins Jahr 2003 wuchs der Bestand auf 202 Böcke und 6780 Mutterschafe an.

In den letzten Jahren erkannte man aber auch wieder den Wert der Rhönschafe als Sympathieträger für die Rhön. Heute liegt der Gesamtbestand im fünfstelligen Bereich.

Ein Großteil der Jungtiere wird mittlerweile an Hobbyhalter verkauft, die das Schaf in ihrem Garten als natürlichen Rasenmäher halten – und wenn es groß genug ist, dann wird es oft auch geschlachtet.

Leider war im Moment keine Scherzeit, denn so ein Rhönschafvlies hätte ich natürlich gerne mitgenommen, um daheim Wolle daraus zu spinnen. Aber mal abwarten, vielleicht ergibt sich ja im nächsten Jahr die Gelegenheit, an ein Rhönschafvlies zu gelangen. Nachdem wir uns genug am Anblick der Schafe erfreut haben, steigen wir wieder in den Geländewagen und fahren zur anderen Seite des Dorfes hinaus, um auch noch die zweite Herde zu bewundern.

Hier steht jetzt eine gemischte Herde von rund 30 Tieren – nicht mehr nur Rhönschafe, sondern auch andere Schafrassen werden hier gehalten. Die Tiere haben es sich unter den Bäumen gemütlich gemacht und lassen sich nicht anlocken, sondern bringen sich, als wir ihnen zu nahe kommen, am entferntesten Ende der Weide vor uns in Sicherheit.

Wir setzen unsere Rundfahrt fort. Immer wieder zeigt uns Herr Stupp kleine Tiergruppen von Rindern oder Pferden, die zu seinem Betrieb gehören; sie finden sich auf Weiden rund um den Ort verstreut. Und überhaupt fallen mir sehr viele kleine Herden auf, oft mit nur 2 bis 4 Tieren, die von den Bewohnern des Ortes gehalten werden, um die Weideflächen abzugrasen.

Auch den Stall, in dem die Tiere den Winter verbringen, sehen wir uns an. Er ist erst relativ neu gebaut und wird von drei munteren Gänsen bewacht. Das ist wohl gar nicht unüblich. Die Gänse verteidigen ihr zu Hause mit lautem Geschnatter und vertreiben damit unbefugte Besucher schnell von dem Gelände. Im Moment wird in den Ställen das Heu für den Winter gelagert, die Tiere verbringen ihre Zeit lieber draußen auf den Weiden.

Viel zu schnell ist die Zeit vergangen. Da auf Herrn Stupp noch eine Hochzeitsgesellschaft und auf uns die Heimfahrt wartet, beenden wir unsere Hofbesichtigungstour und verabschieden uns.

Unser erlebnisreiches Wochenende auf dem und nahe beim HOCHRHÖNER schließt mit einer tollen Besichtigung ab. Und zu Hause werden wir garantiert schon sehnsüchtig von unseren beiden Schmusekatzen Nala und Finja erwartet. ;)

 

[Hinweis! Unsere Bloggerreise auf dem HOCHRHÖNER erfolgte auf Einladung der Top Trails of Germany und Rhön Tourismus & Service GmbH und wurde von diesen gesponsert. Die Wanderschuhe stellte uns LOWA zur Verfügung. Die Regenschirme erhielten wir von EuroSchirm.]

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