Vor drei Jahren stellten sich zum letzten Mal Blogger im Schlenderer selbst vor – heute kann ich das in der hastigen Internetzeit also schon als Tradition bezeichnen. Um diese sehr alte Tradition wieder aufzugreifen, bitte ich derzeit Blogger, die mit dem Thema Wandern etwas am Hut haben, um Ihre Vorstellungen. Den Anfang macht Ingmar Bojes mit seinem Wanderlogbuch. Das freut mich besonders. Jetzt hätte erwartungsgemäß ein Kommaweil folgen müssen, und den Gefallen tue ich euch. , weil nämlich nicht nur just bald im Droste Verlag sein Buch »Glücksorte im Münsterland« erscheint, sondern er im darauffolgenden Jahr noch ein Buch draufpackt . Etwas ausgeholt: Vor zwei Jahren erschien mein »Eifel. Wanderungen für die Seele« im Droste Verlag, der Beginn einer Reihe, zu der Ingmar im Frühjahr 2020 dann sein Buch »Teutoburger Wald. Wanderungen für die Seele« beisteuern wird. Anlass genug für mich, ihn nun (endlich) selbst zu Wort kommen zu lassen. Im Folgenden übernimmt Ingmar also die Schreibfeder:


Wir kamen wahnsinnig schlecht vorbereitet und wir wussten es. Vier Männer, die einmal etwas Neues probieren wollten. Nicht bei jedem wäre da vermutlich die Wahl auf Fernwandern gefallen. Bei uns schon. So machten wir uns im Mai 2014 daran, fünf Etappen des Rheinsteigs zu gehen – praktisch ohne Vorbereitung und ohne Kondition. Es wurde mein bis dahin schönster Urlaub. Fünf Tage kämpften wir mit dem anstrengenden, kräftezehrenden Weg, tranken über die Maßen Riesling, trotzten hochsommerlichen Touren – und wir schafften es. Und bei mir war eine neue Leidenschaft geboren: das Wandern.

Gemeinsame Touren auf dem Rheinburgenweg, dem Moselsteig und dem Malerweg schlossen sich an. Irgendwann reichte mir die alljährliche Tour nicht mehr und ich begann, Wanderwege in meiner näheren Umgebung zu erkunden. Und bald folgten weitere, zusätzliche Wanderurlaube auf Mallorca, in Osttirol, in Südtirol und in Bayern. Denn inzwischen hatte ich auch meine Freundin Meike mit dem Wander-Virus infiziert. Logisch, dass der Heiratsantrag schließlich auf rund 2600 Metern Höhe auf dem Kleinen Ifinger in Meran erfolgte…

Als Journalist schreibe ich schon seit 1998 den lieben langen Tag Texte zu den unterschiedlichsten Themen, doch die Idee, über das Wandern zu schreiben, war mir bislang nicht in den Sinn gekommen. Erst als ich das Angebot vom Droste-Verlag bekam, für die Buchreihe „Wanderungen für die Seele“ ein Buch zum Teutoburger Wald beizusteuern, änderte sich das. Eine Reihe übrigens, für die auch Der Schlenderer schon zwei ganz wunderbare Beiträge geleistet hat!

In fünf Jahren waren so viele kleine und große Wanderabenteuer zusammengekommen, dass ich inzwischen selbst etwas Angst hatte, ich könnte mich an diese Vielzahl von Erlebnissen irgendwann nur noch teilweise erinnern. Und wenn ich nun ohnehin 20 Wandertouren zu Papier bringen würde, dann könnte ich doch gleich eigentlich auch alles aufschreiben, dachte ich mir. Und vielleicht würde es sogar außer mir noch jemand interessieren…?!

So entstand schließlich im Frühjahr 2018 der Blog www.wanderlogbuch.de. Noch immer arbeite ich die vielen, vielen Touren der vergangenen Jahre auf – und bin immer wieder erstaunt, wie präsent mir die verschiedenen Wanderungen und Erlebnisse noch heute sind. Zumindest dann, wenn ein bisschen Fotomaterial, das es glücklicherweise von allen Touren gibt, meinem Gedächtnis ein bisschen auf die Sprünge hilft.

Aber warum eigentlich ausgerechnet wandern? Anfangs hörte ich diese Frage ziemlich oft, inzwischen sehr viel weniger. Die Antwort darauf hat sich aber seit der Rheinsteig-Tour auch nicht verändert: Weil Wandern einfach glücklich macht! Wir sehen beim Wandern Dinge und Orte, die sich uns mit einem Ausflug mit dem Auto oder gar mit dem Rad niemals erschließen oder offenbaren würden. Wir treffen Menschen und kommen mit ihnen ins Gespräch. Wir schnuppern echte Freiheit auf den höchsten Gipfeln und entdecken verborgene Orte in den tiefsten Tälern. Nichts könnte mir jemals so viel bieten wie das Wandern.

So versuche ich auch, bei den Tourenbeschreibungen auf meinem Blog vor allem zu zeigen, was mich an dem jeweiligen Weg besonders begeistert hat, warum man ihn wandern möchte. Und natürlich zugleich alles zu beschreiben, was dem Wanderer wichtig – von Einkehrtipps über Routen-Variationen bis hin zu Parkmöglichkeiten. Vielleicht schaut ihr ja mal bei mir vorbei und lasst euch von derselben Wander-Euphorie anstecken, die auch die Schlenderer-Texte versprühen!

 

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